{"id":8494,"date":"2010-08-10T18:44:15","date_gmt":"2010-08-10T17:44:15","guid":{"rendered":"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/?p=8494"},"modified":"2018-02-20T19:19:53","modified_gmt":"2018-02-20T18:19:53","slug":"bild-tote-teppichratte-vergas-seine-glotze-bei-der-gez-anzumelden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=8494","title":{"rendered":"BILD: Tote Teppichratte verga\u00df seine Glotze bei der GEZ anzumelden!"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.bild.de\/BILD\/regional\/muenchen\/aktuell\/2010\/08\/10\/gez\/toter-hund-sollte-gebuehr-zahlen.html\">Toter Hund sollte GEZ-Geb\u00fchr zahlen<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/portal.gmx.net\/de\/themen\/unterhaltung\/tv-programm\/tv-news\/10964518-GEZ-Ein-toter-Dackel-sollte-zahlen.html\">Ein toter Dackel ist in M\u00fcnchen zur Anmeldung seines Fernsehers aufgefordert worden.<\/a><\/p>\n<p>Bei diesem Text auf GMX fiel mir ein, dass wir auch einmal zus\u00e4tzliche Namensschilder an der Wohnungst\u00fcr anbrachten&#8230;<br \/>\nDa bei der 1987 anstehenden Volksz\u00e4hlung nur der Haushaltsvorstand, ergo bei uns der Hauptmieter, die Frageb\u00f6gen beantworten sollte, wurde in der WG ein abendliches Brainstorming angesetzt. Meine Mitbewohner wollten mich bei der Verweigerungsaktion unterst\u00fctzen. Marion bet\u00e4tigte sich als Schriftf\u00fchrerin, w\u00e4hrend Achim und ich etwas mehr dem Alkohol zusprachen.<br \/>\nBekannt war, dass die &#8220;Volksz\u00e4hlschn\u00fcffler&#8221; gleichzeitig die R\u00fcckmeldungen t\u00e4tigen sollten f\u00fcr die polizeilichen Meldestellen \u00fcber die Namen die sie an den Wohnungst\u00fcren vorfanden. Also wurde zuerst beschlossen, noch zwei, drei Namen mehr an der Wohnungst\u00fcr anzubringen, aber welche?<br \/>\nVon unsere Mitbewohnerin\u00a0 kam die erste Idee. Sie bestand darauf, dass ab heute der Name ihres Sittichs mit auf dem Schild erscheinen sollte:<em> Winnetou Zwitscher Moser-Schramm-Schirra<\/em>, als &#8220;W. Z.Witscher&#8221;.<br \/>\nBeim n\u00e4chsten Mitbewohner taten wir uns etwas schwerer, dann hatten wir\u00b4s, \u201eSumsi\u201c die Schei\u00dfhausfliege. <!--more--><a href=\"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/sumsi.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-8501\" title=\"sumsi\" src=\"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/sumsi.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"375\" srcset=\"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/sumsi.jpg 500w, https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/sumsi-150x112.jpg 150w, https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/sumsi-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wir nannten sie &#8220;S. Umsi&#8221;. Marions Vorschlag war wieder genial, &#8220;Umsi&#8221; &#8211; hinten mit &#8220;Y&#8221;, dann k\u00e4men gewisse Leute auf die Idee, dass es sich um einen Ausl\u00e4nder handeln w\u00fcrde. Gesagt, getan; anschlie\u00dfend pappte ich das neue Namensschild sofort drau\u00dfen dran.<\/p>\n<p>Um den Z\u00e4hler richtig in die Pampa zu schicken, wollten alle angeben, dass jeder in unserer Wohnung einen eigenen Haushalt f\u00fchrte. Erst nach langem hin und her sollte die Aufkl\u00e4rung erfolgen, wegen eines Missverst\u00e4ndnisses. Au\u00dferdem nahm keiner f\u00fcr den anderen die Unterlagen an: Jeder war allerdings autorisiert, f\u00fcr den anderen Mitbewohner Termine mit dem Schn\u00fcffler zu vereinbaren, um sie dann kurzfristig abzusagen. Urspr\u00fcnglich beteiligten sich im Haus noch mehr junge Leute an \u00e4hnlichen Aktionen.<br \/>\nDie ersten beiden Wochen nahm der Z\u00e4hler alles noch gelassen hin, schlie\u00dflich wurde er richtig ungehalten. Weder Marion noch Achim waren W. Z. Witscher oder S. Umsy bekannt und bei mir wussten beide schon seit Monaten nicht, wo ich mich aufhielt.<br \/>\nSchlie\u00dflich lernte ich den Typen m\u00fcndlich kennen. Nach mehrfachen Klingeln erfolgte meine Frage durch den Wohnungst\u00fcrbriefschlitz, wer denn da sein.<br \/>\n&#8220;Herr So-wie-noch, wegen der Volksz\u00e4hlung&#8221;, er k\u00f6nne sich ausweisen.<br \/>\n&#8220;Es tut mir momentan sehr leid, bin gerade gerade aus dem Bad gekommen und nur mit einem Feigenblatt bekleidet. In 10 Minuten gebe ich eine Audienz! Unterstehen sie sich, irgendwelchen Schei\u00df durch den Briefschlitz zu schieben!&#8221; Tappte daraufhin auf der Stelle von dannen, knallte eine T\u00fcr zu und lauschte, was sich im Treppenhaus tat.<br \/>\nDer Mann schien es sich auf die Treppe bequem gemacht zu haben, denn es klackten Schl\u00f6sser eines Koffers. Er schien dort zu arbeiten, leise lie\u00dfen sich Selbstgespr\u00e4che vernehmen.<br \/>\nIn meinem Zimmer riss ich meine Anlage auf, machte mir anschlie\u00dfend in der K\u00fcche eine Stulle und knallte mich in Achims Zimmer vor die Glotze. Irgendwann schellte es sanft, unsere Klingel war eine trillernde Vogelstimme und wenn jemand nur sehr leicht den Knopf dr\u00fcckte, kam fast kein Ger\u00e4usch.<br \/>\n&#8220;Bitte \u00f6ffnen sie doch die T\u00fcr, ich m\u00f6chte ihnen nur die Unterlagen geben!&#8221;<br \/>\n\u201eGeht nicht, ich habe meinen Schlips noch nicht gefunden.&#8221;<br \/>\n&#8220;Ich will ihnen doch keinen \u00c4rger bereiten. Wie sie sicher wissen, kann es auch anders ablaufen&#8221;, dies h\u00e4tte der Knecht nicht ablassen sollen und reagierte folglich auf nichts mehr.<br \/>\nTage sp\u00e4ter lief ich ihn fast \u00fcber den Haufen. Hatte im Hof gerade mein Hirschlein angeschlossen, enterte das Haus und knallte im Hausflur fast mit mit diesem spacken B\u00fcrschlein zusammen &#8211; Marke 68er-Softi-P\u00e4dagoge. Jener Knabe musste sich irgendwo im Haus \u00fcber mich erkundigt haben, denn kaum dass ich ihn richtig gewahrte begann er, einen Salm abzulassen und versuchte mir einen Ausweis vorzuzeigen: &#8220;Mann, mich interessiert nicht, wer du bist, oder warum du hier herumlungerst.&#8221;<br \/>\nW\u00e4hrend ich die T\u00fcr aufschloss, kramte er in seinem Koffer und fingerte einen A4 Briefbogen raus und wedelte damit herum.<br \/>\nMir kam Achim aus der K\u00fcche entgegen: &#8220;Wie ich sehe, hat der Zufall dich in die Arme unseres netten Herrn Volksz\u00e4hlers getrieben.&#8221;<br \/>\nAus Richtung Treppenhaus waberte die Frage, ob er kurz in die Wohnung kommen k\u00f6nnte. Noch zwischen T\u00fcr und Angel erfolgte mein entschiedenes &#8220;Nein&#8221;, drehte mich pl\u00f6tzlich wieder um, schob ihn beiseite, setzte mich drau\u00dfen auf die unterste Treppenstufe und grinste ihn an. &#8220;Sag mal, ihr Beamten k\u00f6nnt euren Hals auch nie voll bekommen. Reicht euch die Knete nicht, die ihr als treue Staatsdiener erhaltet? Da gibt es doch Sonderzulagen, wenn ihr den Bleistift anspitzt oder die Kugelschreibermine wechselt, und nun das. Sich freiwillig als Schn\u00fcffler bet\u00e4tigen. Old Ben, du musst doch im Geld schwimmen!&#8221;<br \/>\nAuf mein Geduze ging er nicht ein und verwahrte sich, diesen undankbaren Job freiwillig zu machen. Au\u00dferdem habe man ihn als Oberstufenlehrer, mit Absegnung der GEW, zu seinem Tun verdonnert. Er w\u00fcrde nur eine kleine Aufwandsentsch\u00e4digung erhalten. Wie viel die wert sei, k\u00f6nnte ich mir doch ausrechnen, allein aus der Tatsache, wie lange es gedauert h\u00e4tte, drei Leute aus unserer Wohnung zu kontaktieren und wir w\u00e4ren kein Einzelfall.<br \/>\n&#8220;Aha, ein P \u00e4 d a g o c h e !\u00a0 Damit du es wei\u00dft, diese Leute stehen auf meiner Beliebtheitsskala ganz oben, die kommen bei mir noch vor den Bullen. Also, was liegt an?&#8221;<br \/>\nDass er sich sehr zusammennahm war ihm anzumerken. Auf dieser Basis wollte mein Gegen\u00fcber dieses Gespr\u00e4ch nicht weiter fortsetzen, ich sollte den Umschlag in Empfang nehmen, dann w\u00fcrde er gehen. Allerdings bestand er darauf, von mir als Haushaltsvorstand zu erfahren, um wen es sich bei \u201eW. Z. Witscher\u201c und \u201eS. Umsy\u201c handelte. Nach meiner Auskunft, folgte seinerseits die Frage, ob wir diese Idee lustig fanden, zerknirscht und etwas lauter, &#8220;K\u00f6nnen sie sich vorstellen, was durch diesen Bl\u00f6dsinn f\u00fcr Schreibkram auf mich zu kommt?&#8221;<br \/>\nDabei kam er mit dem Umfragebogen wieder sehr nah an mich ran.<br \/>\n&#8220;Old Ben! Du scheinst es immer noch nicht geschnallt zu haben, ich werde nichts annehmen und folglich auch nichts ausf\u00fcllen. Wenn ich diesen Bescheid jetzt in die Hand nehme, h\u00e4cksle ich ihn, die Schnipsel kannst du deinem Vorgesetzten dann als Puzzle pr\u00e4sentieren. <em>(Ich benutzte damals allerdings eine lustige Redewendung aus meiner Armeezeit&#8230;<\/em>) Au\u00dferdem gibt es sicher Leute, die diese B\u00f6gen gern ein zweites Mal ausf\u00fcllen w\u00fcrden. Schiebe sie doch einem dieser V\u00f6gel unter, dann w\u00e4rst du die Wische los! Es k\u00e4me auf einen Versuch an. Warum bist du so penetrant? Gibt es eine Pr\u00e4mie, wenn du in deinem Distrikt 100 Prozent Beteiligung melden kannst? Also nimm diese Papierchen und geh, ehe ich ungem\u00fctlich werde!&#8221;<br \/>\nDer Mann machte mich rasend.<br \/>\nNach seiner freundlichen Verabschiedung riss ich mich zusammenrei\u00dfen, um meine Wut nicht an der Wohnungst\u00fcr auszulassen.<br \/>\nIn den n\u00e4chsten Tagen waren zwei Mieterversammlungen anberaumt. Eine unter den j\u00fcngeren Leuten der Apostel-Paulus 26 in unserer WG, die andere im Haus meiner Freundin. Ganz schnell wurde mir klar, dass keiner der Anwesenden das Ganze durchziehen w\u00fcrde. An Aktionen war auch nicht zu denken.<br \/>\nEinzig mein Nachbar,\u00a0 Anarcho-Klaus, schien bereit etwas zu veranstalten, zum Beispiel an einer \u00f6ffentlichen Verbrennung der B\u00f6gen teilzunehmen.<br \/>\nWirklich alle\u00a0 kippten nach k\u00fcrzester Zeit um. Zuv\u00f6rderst brach das linkslastige Spektrum weg. Dies schon bei der ersten mahnenden Anfrage, ob ihrer Vergesslichkeit, jene B\u00f6gen auszuf\u00fcllen. Mann, kamen bei den etablierten 68er Ausreden, reinweg nur noch zum Abkotzen. Schlie\u00dflich zog ich mich von dem ganzen Kl\u00fcngel zur\u00fcck und war bestrebt allein, aber mit wehenden Fahnen unterzugehen. Obwohl einige dieser Polit-Cham\u00e4leons versuchten, mich zu \u00fcberzeugen, endlich doch auszuf\u00fcllen, da sowieso alles den Bach runter ginge. Schlie\u00dflich w\u00e4re es auch Widerstand, falsche Angaben zu machen, was f\u00fcr mich aber nicht in Frage kam.<br \/>\nDer letzte meiner Bekannten, ein ewiger Saisonrevolluzzer verzichtete knauend auf seinen anf\u00e4nglichen Protest, als ihm 500 DM Zwangsgeld angedroht wurden, die damals schon seine Portokasse entnehmen konnte.<br \/>\nDiesem linxwixenden, bimbophilen Genosse war zwar zu Ohren gekommen, dass auf dem Bahnhof eine Mini-Revolution stattfinden sollte, und nun konnte er sich noch nicht mal entschlie\u00dfen, eine Bahnsteigkarte zu l\u00f6sen.<br \/>\nMeine Wenigkeit reagierte auf nichts mehr.<br \/>\nAllerdings liefen, auch mit Unterst\u00fcrzung von Roten und deren gr\u00fcnen Mehrheitsbeschaffern, zig tausend Mark an Bu\u00df-, Verwarnungs-, Ordnungsgelder und Gerichtskosten auf&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Toter Hund sollte GEZ-Geb\u00fchr zahlen Ein toter Dackel ist in M\u00fcnchen zur Anmeldung seines Fernsehers aufgefordert worden. 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