{"id":9444,"date":"2010-09-27T22:22:32","date_gmt":"2010-09-27T21:22:32","guid":{"rendered":"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/?p=9444"},"modified":"2024-12-18T00:25:36","modified_gmt":"2024-12-17T23:25:36","slug":"de-mortuis-nihil-nisi-bene-neudeutsch-say-nothing-but-good-of-the-dead","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=9444","title":{"rendered":"De mortuis nihil nisi bene &#8211; Neudeutsch: Say nothing but good of the dead."},"content":{"rendered":"<p>Samstag widerfuhr mir etwas sehr merkw\u00fcrdiges.<br \/>\nSabine tat kund, dass bei einem Freund von ihr und einem alten Bekannter von mir, nach l\u00e4ngerem Leiden, recht qualvoll das Lebenslicht erloschen ward.<br \/>\nKeine 20 Minuten sp\u00e4ter erhielt ich einen gleichlautenden Anruf aus der kalten Heimat &#8211; dass im fernen Wessiland ein Sandkastengef\u00e4hrte nun auch nicht mehr einkaufen ging.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/ali-\u00e4\u00e4\u00e4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-9447\" title=\"Zu D-Markzeiten in der Heide von L\u00fcneburg\" src=\"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/ali-\u00e4\u00e4\u00e4-144x150.jpg\" alt=\"\" width=\"144\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/ali-\u00e4\u00e4\u00e4-144x150.jpg 144w, https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/ali-\u00e4\u00e4\u00e4-289x300.jpg 289w, https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/ali-\u00e4\u00e4\u00e4.jpg 341w\" sizes=\"auto, (max-width: 144px) 100vw, 144px\" \/><\/a>Oft war ich der Meinung, dass sich Ali unter seinem Wert verkaufte. Auf der anderen Seite, wenn er auch zu einem gesellschaftlichen Verweigerer mutiert w\u00e4re, wie ich seit meiner Kindheit, h\u00e4tte er auf seine Art niemals dieses farbige Leben f\u00fchren k\u00f6nnen, wie er es zeitweise tat. Deshalb warnte ihn Mutti auch immer vor mir: <em>Mit diesem Ladjer<\/em> (Mansfelder Dialekt: Lausebengel) will<em> ich dich nie sehen!<\/em><br \/>\nOft war es die ewige Angst fremder Leute vor mir, da viele annahmen, dass ich vielleicht bei der<em> Mutter meiner Schwester<\/em> \u00fcber sie plaudern w\u00fcrde. So etwas fiel mir noch nicht mal im Traum ein. Was meine privaten Auseinandersetzungen mit der Umwelt angingen, galt ich bei ihr als \u00e4u\u00dferst verstockt. Dies begann schon in der Grundschule (Ende 4. Klasse.), nachdem ich eine widerliche Praktikantin auf dem Schulhof zusammenfaltete. <em>Meine Erzeugerin<\/em> trat daraufhin sofort vom <em>Amt der Vorsitzenden des Elternbeirate<\/em>s zur\u00fcck. Kurz darauf dehnte ich diese Eigenart des kompromisslosen Negierens gewisser Lebensformen und dem oft erfolglosen dagegen ank\u00e4mpfen, fast masochistisch aus. Was anfangs nur dieses <em>stalinistische Pack<\/em> in ihrer unmittelbaren Umgebung betraf&#8230;<br \/>\n<strong>&#8211; E<\/strong>s gab Zeiten, da lebte Ali sehr unbeschwert, zwar angepasst, doch nicht ganz unauff\u00e4llig in den Tag hinein, die Jahre mit Paula empfand ich so. Nebenbei war er Rhythmusgitarrist in<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jan_Spitzer\"> Jan Spitzers <\/a>Band.<br \/>\nDer Junge war auch einer der ganz wenigen in meinem Bekanntenkreis, der einen ausgepr\u00e4gten Sinn f\u00fcr die Kleinigkeiten im Leben aufbrachte, aber sich nicht traute, es zu zeigen.<br \/>\nManchmal gab er sich zum Kotzen korrekt, z. B. wenn wir in der kurzen Mittagspause zu ihm nach Hause hasteten, weil wieder neue Scheiben angekommen waren, er anschlie\u00dfend au\u00dfen um die Fabrik herum rannte, w\u00e4hrend ich oft die Abk\u00fcrzung durch ein Fenster in der Kesselschmiede nahm.<br \/>\nIn seinen letzten Jahren hatte ich mich niemals bei ihm erkundigt, ob er diese ausufernden Brieffreundschaften von fr\u00fcher noch pflegte.<br \/>\nDa f\u00e4llt mir ein, was er f\u00fcr einen Tanz auff\u00fchrte, als wir mal ankamen und Mutti ihm einen gr\u00f6\u00dferen Brief aus Spanien \u00fcberreichte. Ehrfurchtsvoll wurde er ge\u00f6ffnet &#8211; dann ert\u00f6nte ein infernalischer Schrei: \u201e<em>Alter! Poco a poco! &#8211; Alter! Poco a poco<\/em>!&#8230;\u201c<br \/>\nWas hatte dies zu bedeuten?<br \/>\n\u201e<em><a title=\"Poco a poco\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=_Fm2PIbgcTA\">Poco a poco<\/a>, Los Rolling Stones<\/em>!\u201c<br \/>\nDas kleine schwarze Ding auf den Plattenteller, der Griff zur Gitarre und voller Inbrunst mitgegr\u00f6hlt, vier oder f\u00fcnf mal, bis Mutti daran erinnerte, dass der Plan noch nicht erf\u00fcllt war!<br \/>\nIrgendwann schien <em>C<sub>2<\/sub>H<sub>5<\/sub>OH<\/em> eine gr\u00f6\u00dfere Rolle in seinem Leben zu spielen, wie bei den meisten in seinem alten Umfeld, mich eingeschlossen&#8230;<\/p>\n<p>Wenn mich meine selektiven Wahrnehmung nicht t\u00e4uscht, k\u00f6nnte ich einen Haufen Stories niederschreiben, in denen er ebenfalls auftaucht. Es gab nur sehr wenige in der kalten Heimat, bei denen mir nur angenehme Erinnerungen einfallen, allerdings auch sehr haarige darunter.<br \/>\nObwohl ich Ali immer f\u00fcr Janusk\u00f6pfig hielt, geh\u00f6rte er f\u00fcr mich in die Runde der angenehmeren Zeitgenossen&#8230;<!--more--><\/p>\n<p>Hier eine Episode von 1970: <strong>Kunst darf nicht alles!<\/strong><br \/>\nBis ich endlich meinen Gesellenbrief in der Hand hatte, erschien sporadisch mein Meister mit erigiertem Zeigefinger, es war schon eine Schei\u00dfe, den wiederholten Erpressungsversuchen standzuhalten. Es fing mit meinen Haaren an, die naturgegeben ohne die Einschaltung eines Friseurs immer l\u00e4nger wurden. Folglich hie\u00df es als Kompromiss &#8211; Haarspitzen etwas trimmen und den Bart <em>gepflegt ausrasieren<\/em>.<\/p>\n<p><strong>&#8211;<\/strong> Schlie\u00dflich hatte ich die Schnauze voll, hinzu kam, dass mein Meister mich nicht vor der Sp\u00e4t\u00adschicht befreien wollte, wegen der anstehenden Abendschule zum Abitur. Der dunkelrote Idiot weigerte sich ebenso, mir daf\u00fcr eine Delegierung zu geben&#8230;<br \/>\nDarauf k\u00fcndigte ich, lachend kam von ihm: \u201eDu landest dann sowieso nur auf dem Schacht der Bahn oder bei der Post. Wei\u00dft ja, Bahn und Post ist da, wo\u00b4s nix kost! Jeder andere Betrieb der dich in Sangerhausen einstellen w\u00fcrde, m\u00fcsste Konventionalstrafe zahlen m\u00fcssen, weil du hier nicht so einfach k\u00fcndigen kannst!\u201c.<br \/>\nBewarb mich daraufhin als Reparaturschlosser und Schwei\u00dfer im Mifa-Werk.<br \/>\nZum Arbeitsbeginn wurde mir, wegen meines Aussehens offeriert, dass ich mich erst mal anderwei\u00adtig bew\u00e4hren soll und man steckte mich daraufhin in die Kolonne der <i>Halbkreisingenieure <\/i>(<i>ugs. <\/i>Stra\u00dfenfeger)&#8230;<\/p>\n<p>Ali ging mir nebenbei mit <em>Punktesammeln<\/em><strong>*<\/strong> auf den Keks, er lie\u00df es bei einem Versuch bewenden, denn der riss ihn fast in einen Strudel. <strong>(*<\/strong><em>Punktesammeln &#8211; ugs. bei den Vorgesetzten schleimen, er wollte noch studieren<\/em><strong>)<\/strong><br \/>\nZu einem anstehenden \u00d6KULEI* (<em>\u00d6konomisch Kultureller Leistungsvergleich<\/em>), was es eigentlich bedeuten sollte habe ich nie verstanden. F\u00fcr mich war es von der FDJ verordneter sozialistischer &#8220;Friede, Freude, Eierkuchen&#8221;. Auf Kreisebene gelang es ihm, mich zu \u00fcberreden, gemeinsam etwas zu gestalten.\u00a0 Zu seiner Schnackerei* (<em>Schnackerei &#8211; belangloses Gerede<\/em>) sollte ich als Schnellzeichner fungieren und alles fand im Speisesaal der Mafa statt. Ich bin mir sicher, nie wieder war eine solche Veranstaltung mit dieser Menge an freiwilligen Zuschauern gef\u00fcllt, wie damals. Massenhaft str\u00f6mten Freunde und Bekannte herein, au\u00dferdem schien alles sehr geheimnisvoll, da wir nicht verlauten lie\u00dfen, was wir vorhatten. Dies lag aber nur daran, dass noch nicht mal wir bis zur eigentlichen Aktion \u00fcberhaupt wussten, was wir dort anstellen wollten. Ali verwarf meine Vorschl\u00e4ge und ich die seinen.<br \/>\nW\u00fctend machte ihn jene Tatsache, dass ich am Tag X auch noch leicht angelutscht erschien und immer noch kein Konzept in Aussicht!<br \/>\nVor der B\u00fchne platzierte sich die Jury. Flachzangen der FDJot-Kreisleitung, Kulturtr\u00e4ger aus verschiedenen Betrieben des Kreises Sangerhausen, die zu entscheiden hatten was Kultur sei und wie sie dargestellt wurde.<br \/>\nAlles pl\u00e4tscherte so dahin, denn was man unter realsozialistischer Kultur verstand, taugte in vielen F\u00e4llen nur als Placebo f\u00fcr Leute mit Einschlafschwierigkeiten. Dies \u00e4nderte sich schlagartig zu dem Zeitpunkt, als jemand unsere Namen rief.<br \/>\nSolch Gejohle und Geklatsche hub an, dass sich sogar die Kulturbeflissenen vor der B\u00fchne erschrocken umdrehten. Dies schien Ali nicht geheuer zu sein. W\u00e4hrend wir die B\u00fchne erklommen, zischte er mich fragend an, was denn nun laufen sollte. Bis dato wusste ich es auch nicht. Mit tierischen Lampenfieber behaftet, schlich ich in Richtung des riesigen Zeichenbrettes, dabei platzte der Knoten, aber wie sich hinterher herausstellte, nicht in die vorgeschriebene Richtung.<br \/>\nAli zerrte mich erst mal zum B\u00fchnenrand, derweil wir eine artige Verbeugung vor dem Publikum t\u00e4tigten, gab ich zu verstehen, er solle mich fragen, ob ich ein Haustier malen k\u00f6nnte.<br \/>\nDa vorher keine Probe stattfand musste ungemein improvisiert werden. Wir hatten die Sache mit dem Mikro, das Ali die ganze Zeit hielt, \u00fcberhaupt nicht einkalkuliert. Denn, wenn ich etwas sagen wollte, hielt er das Teil zu mir. Anschlie\u00dfend sprach er seinen Part in Richtung der Zuschauer, so konnte er nicht verfolgen was sich hinter ihm am Zeichenbrett tat.<br \/>\nAnschlie\u00dfen waren wir beide Baff, denn alles lief professionell ab, und keiner nahm uns ab, dass es aus dem Stegreif kam.<br \/>\nMein Partner hatte die schlechteren Karten. Also fragte er mich, ob ich ein Haustier malen k\u00f6nnte und die Vorstellung nahm einen sehr merkw\u00fcrdigen Selbstlauf.<br \/>\nMein Lampenfieber war wie weggeblasen, aber Ali, das arme Schwein, kam anfangs noch ins Trudeln.<br \/>\nEr schien sich nicht entscheiden zu k\u00f6nnen, an welchen Reaktionen er sich orientieren sollte. Aus den Zuschauerreihen kam Kichern, Teile der Jury grinsten zuerst noch, andere schauten drein wie Schweine in ein Uhrwerk.<br \/>\nStatt erkennbar mit einem Haustier zu beginnen, entstanden die Umrissen einer Frau, mit elephant\u00f6sen Br\u00fcsten und satter Behaarung an der Muschi. Als der Conferencier sich umdrehte, schien er kurz entsetzt, aber von dem Augenblick an, lief alles wie geschmiert.<br \/>\n\u201eAlso, Ede! Eine Frau ist doch beim besten Willen kein Haustier!!!&#8221;<br \/>\nW\u00e4hrenddessen fing er an \u00fcber alles M\u00f6gliche zu plappern und wenn ich etwas ablassen wollte, hielt mir der Kollege das Mikrophon hin.<br \/>\nMit wenigen Strichen war aus dem Frauenk\u00f6rper, der Kopf einer Kuh entstanden, dabei hatte ich Bammel, dass zum Schluss etwas hundeartiges oder so etwas \u00e4hnliches heraus kam. Das Rindvieh gelang mir gigantisch, allerdings mit einem Fehler behaftet, die Zitzen der gewaltigen Euter waren verknotet.<br \/>\nZu jener Zeit gab es in der Provinz nur rationierte Butter. Man registrierte sich in einer Verkaufsstelle und nur dort erhielt jeder sein Wochenkontingent. Wurde es nicht pers\u00f6nlich abgeholt, verfiel der Anspruch darauf.<br \/>\nDies musste schlie\u00dflich einen Grund haben.<br \/>\nAli wollte nat\u00fcrlich die Aufkl\u00e4rung wegen der verknoteten Milchdr\u00fcsen. \u201eEntweder gibt es momentan nicht genug K\u00fche, oder der Klassenfeind betreibt Sabotage, verknotet \u00fcberall die Euter und niemand hat es bisher mitbekommen!\u201c<br \/>\nEs gab kein Halten mehr, Klatschen, Johlen, Pfiffe, alle Preisrichter schauten sich in diesem Augenblick verwirrt an, mit der Tendenz ins S\u00fc\u00dfsaure.<br \/>\nW\u00e4hrend ich das bemalte Papier abriss, zischte mein B\u00fchnenpartner, \u201enicht noch mal so einen Korken!\u201c<br \/>\nNun sollte er mich fragen, ob ich bei der Armee war und aus dieser Zeit eine Begebenheit aufs Papier bringen konnte.<br \/>\nNichts leichter als dies.<br \/>\nBei meinen Karikaturen orientierte ich mich an dem D\u00e4nen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Herluf_Bidstrup\">Herluf Bidstrup<\/a>, den ich f\u00fcr mein daher halten zwischen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Paul_Simmel\">Paul Simmel<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wilhelm_Busch\">Wilhelm Busch<\/a> ansiedelte.<br \/>\nIch begann in der rechten H\u00e4lfte mit einem Offizier von unten betrachtet, der sich schreiend nach vorn\u00fcber beugte. Dieser Soldatenspross bestand fast nur aus einem weit aufgerissener Maul, wenigen Zahnst\u00fcmpfen, immensem Schlund, hinten vibrierte das kleine Z\u00e4pfchen. Aufgebl\u00e4hte Nasenl\u00f6cher waren zwischen Lippen und M\u00fctzenschirm angedeutet, die Augen nur Striche. Oben zierte eine riesige Kokarde der Volksarmee seine sattel\u00e4hnliche M\u00fctze. Er stand sehr breitbeinig da, mit angewinkelten Armen, H\u00e4nde in die H\u00fcften gepresst. Als Zierde der schmalen Schultern prangten dort gewaltige Epauletten, versehen mit zwei glitzernden Sternchen, dabei die Stiefelhosen weiter ausladend als seine schm\u00e4chtige Gestalt.<br \/>\nIm Saal herrschte Totenstille, bis auf das Kratzen und Quietschen der Holzkohle.<br \/>\nIch wagte es nicht, Ali anzuschauen. Der versuchte das Beste draus zu machen und redete w\u00e4hrenddessen belangloses Zeug, ohne Punkt und Komma.<br \/>\nAm linken unteren Rand sah man Erdh\u00fcgel, jemand schien damit besch\u00e4ftigt, ein tiefes Loch zu buddeln. Angedeutet durch zwei H\u00e4nde mit Feldspaten, die Dreck raus schippten und das obere Teil eines NVA-Helms, der gerade noch zu sehen war.<br \/>\nDann sollte ich einige Worte der Erkl\u00e4rung abgeben.<br \/>\nAli hatte richtig erkannt, mein Offizier schien sehr w\u00fctend zu sein. Es ging darum, dass der Soldat ein Sch\u00fctzenloch buddelte, allerdings etwas tiefer, als in der DV vorgesehen.<br \/>\nBeim Kontrollgang schiss der Offizier den Rekruten zusammen: &#8220;Siind Siie denn waahhnsinnig, so ein tiefes Loch auszuheben??? Siie k\u00f6nnen ja den Aggressor gar nicht mehr sehen!!!&#8221;<br \/>\nDie Antwort war ganz schlicht:<br \/>\n\u201eGenosse Leutnant, sie werden es mir nicht glauben, aber ich bin kein bisschen neugierig!?!&#8221;<br \/>\nW\u00e4hrend des nicht enden wollenden Applauses, kam ein Zeichen, vom Mafa-FDJ-Sekret\u00e4r, die B\u00fchne zu verlassen, denn eine dritte Nummer, wie eigentlich ausgemacht, sollte es auf keinen Fall geben.<br \/>\nDie Jury, ob des Jubels noch mehr irritiert, sa\u00df anf\u00e4nglich wie versteinert da, bewegte aber dann doch ihre zarten H\u00e4ndchen.<br \/>\nIn die Wertung kamen wir nicht, da es sich bei dem, was wir veranstalteten, nicht um Satire handelte. Wir h\u00e4tten uns \u00fcber momentane Engp\u00e4sse und den Sozialismus lustig gemacht, was man sogar strafrechtlich ahnden k\u00f6nnte.<br \/>\nAnschlie\u00dfend trafen wir uns noch privat, der FDJ-Fuzzi kam mit, alle standen auf unserer Seite, was ihn veranlasste genervt zu gehen.<br \/>\nAm n\u00e4chsten Morgen wurden wir beide zitiert. Der <em>blaue Bolschwikenjunge<\/em> lie\u00df verlauten, dass wir zum Bezirksvergleich auftreten d\u00fcrften, allerdings mit vorgefertigten Themen.<br \/>\nWas ich sofort wegen der Zensur ablehnte, diesmal lie\u00df ich mich auch von Ali nicht mehr umstimmen&#8230;<\/p>\n<p><strong>Nachtrag:<\/strong><br \/>\n<strong>1996<\/strong> traf sich ein Rudel aus der kalten Heimat in Berlin, nur Ali konnte sich noch an die folgende Episode erinnern&#8230;<\/p>\n<p>Herr N. war ein ganz normaler Mann. Aber an einem sehr k\u00fchlen Tag hob es ihm fast die Sch\u00e4deldecke. Solch Spermastau hatte er noch nie versp\u00fcrt.<br \/>\nAlso beschloss er an diesem Tag etwas l\u00e4nger zu arbeiten.<br \/>\nAber wo konnte er seine Geliebte stechen?<br \/>\nZu Hause ging nicht, da harrten Frau und Kinder seiner?<br \/>\nDa kam die Idee &#8211; auf den Sitzen des etwas <em>dickeren Trabbis <\/em>(Wartburg).<br \/>\nMit knapper Not gelangten sie in die Garage und machten es sich entsprechend der Umst\u00e4nde auf den Sitzen des Hirschleins bequem.<br \/>\nWenn Herr N., spitz wie Nachbars Lumpi, gemeinsam mit seiner netten Samenr\u00e4uberin \u00dcberstunden machte, nahm er sich immer sehr viel Zeit. So kam es, dass sie sich bald unterk\u00fchlte Hinterteile holten.<br \/>\nWas nun?<br \/>\nDie Garage, die Karre arschkalt und Herr N. nicht mehr der gl\u00fchende Liebhaber aus fr\u00fcheren Jahren.<br \/>\nPfiffig wie immer, kam Herrn N. die Erleuchtung!<br \/>\nSchnell den Motor angeschmissen, damit er seine <em>Spermatherapie<\/em> in molliger W\u00e4rme beenden konnte.<br \/>\nBeide liebten es, wenn sie ihm reitend den Saft entlockte.<br \/>\nUnd die Karre lief und lief, spendete dabei nicht nur die vermisste Hitze&#8230;.<br \/>\nSp\u00e4ter, bekam ein Garagennachbar den unter der T\u00fcr hervorquellenden Rauch mit, und riss das Tor auf.<br \/>\nHerr N. lag auf dem R\u00fccksitz, sein Kopf hing aus der ge\u00f6ffneten T\u00fcr fast auf dem Boden und sie kauerte benommen auf ihm drauf.<br \/>\n<strong>W<\/strong>arum f\u00fcr Herrn N. jede Hilfe zu sp\u00e4t kam, darauf m\u00f6chte ich nicht weiter eingehen.<br \/>\n<strong>Merke:<\/strong> Steckt der Schwanz in der Fotze, ist der Verstand oft im Arsch!<br \/>\n<strong>Volkes Stimme machte aus dem Vorfall folgenden Reim:<\/strong><br \/>\nSangerhausens gr\u00f6\u00dfter Kn\u00fcller\u00a0 war der letzte Fick vom Natterm\u00fcller<br \/>\nEtwas sp\u00e4ter kam noch hinzu: <span class=\"st\">\u2026und den auch <em>Frau Dittebrand nur<\/em> mit <em>M\u00fche \u00fcberstand<\/em>!<\/span><\/p>\n<p><!-- @page { margin: 2cm } P { margin-bottom: 0.21cm } --><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Samstag widerfuhr mir etwas sehr merkw\u00fcrdiges. 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