{"id":9578,"date":"2010-10-11T21:48:24","date_gmt":"2010-10-11T20:48:24","guid":{"rendered":"http:\/\/12decode.de\/zonenklaus\/wordpress\/?p=9578"},"modified":"2026-01-28T00:07:16","modified_gmt":"2026-01-27T23:07:16","slug":"widerland-im-schwabenstand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zonenklaus.de\/wordpress\/?p=9578","title":{"rendered":"Widerland im Schwabenstand"},"content":{"rendered":"<p>Was bestimmte Beobachtungen in dieser Republik und daraus resultierende Stimmungslagen betreffen, beschlich mich bereits vor l\u00e4ngerer Zeit jenes Gef\u00fchl, dass ich in all den vergangenen Jahren, wiedermal in einer ganz anderen Republik gelebt haben musste, als z. B. Otto Normalverbraucher und Gabi Mustermann.<br \/>\nJener Artikel von Sibylle Krause-Burger best\u00e4rkte mich darin.<br \/>\nVom Verst\u00e4ndnis her, entspricht die heutige Situation ungef\u00e4hr meinen Empfindungen aus Zonenzeiten von Anfang &#8217;70&#8230;<br \/>\nScheinbar verstehe ich auch wieder alles ganz falsch.<br \/>\nSchon recht merkw\u00fcrdig, was Madame SK-B in dem Text abl\u00e4sst. Dabei munkelt man, sie bet\u00e4tigt sich immer noch als Kolumnistin f\u00fcr die \u201eStuttgarter Zeitung\u201c.<br \/>\nMag ja sein, aber ihre \u201e<a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/andere-meinung\/widerstand-im-schwabenland\/1951640.html\">POSITIONEN<\/a>\u201c kommen bei mir ganz anders an.<br \/>\nUngef\u00e4hr so. Da kehrt die \u00e4ltere, schreibende Hausfrau, von einem Lichterketten-Event, demokratisch aufgew\u00fchlt in ihren Elfenbeinturm zur\u00fcck, klaubt einiges aus ihren Gehirnwindungen zusammen, setzt sich hin und verfasst etwas f\u00fcr die besten Freundinnen&#8230;<br \/>\nHeraus kommt: \u201eWiderstand im Schwabenland\u201c<br \/>\nSchon lustig, wer als \u201emusterl\u00e4ndlicher Widerstandsk\u00e4mpe\u201c alles herhalten muss&#8230;<br \/>\nNun k\u00f6nnte ich damit kokettieren, dass Thomas M\u00fcntzer ganz in der N\u00e4he meiner kalten Heimat geboren und \u201egestorben\u201c wurde. <em>(Beide Orte sind ungef\u00e4hr 40 km entfernt!)<\/em><br \/>\nZu dem einen \u201eaufr\u00fchrerischen\u201c Dichter f\u00e4llt mir ein, dass ich damals viele Minuspunkte erhielt, als ich in der POS dem \u201eDeutschle<em><strong>e<\/strong><\/em>rer\u201c vehement widersprach, als er die \u201eR\u00e4uber\u201c heranzog, um zu beweisen, dass man Friedrich v. Schiller bereits zu den fr\u00fchen \u201esozialistischen Realisten\u201c z\u00e4hlen k\u00f6nnte&#8230;<br \/>\nSollte sich Frau K<em>(Bindestrich)<\/em>B in ihren Tagen nicht langsam auf etwas anderes besinnen. Sie erinnert mich an Jo Gauck. Diese Leute meinen, dass ohne ihr Zutun nichts funktioniert. Dabei sind in den letzten Jahren, gro\u00dfe Teile der alten Journalisten-Garde schon lange zu Hofberichterstattern mutiert, die sich woll\u00fcstig mit ihrem gef\u00e4lligen Nachrichtenschleim multiple Orgasmen verschaffen \u2013 und wie einst die Alten sungen, zwitschern heut&#8217; die Jungen&#8230;<br \/>\nDie Angeh\u00f6rigen der <em>Kukident-Generation<\/em> klopfen sich gegenseitig auf ihre osteopor\u00f6sen Schultern, schieben sich Preise zu und Laudatoren schw\u00e4tzen dabei \u201eseehr scheen\u201c.<br \/>\nW\u00e4hrend der David-Grossmann-Show fiel mir abermals auf, wie so mancher der Anwesenden mit Erm\u00fcdungserscheinungen k\u00e4mpfte.<br \/>\nF\u00fcr den folgenden Satz kann ich Grossman nicht heranziehen, denn ihn halte ich f\u00fcr integer, wof\u00fcr ich nach einem Kameraschwenk bei so manchem Zeitgenossen aus dem Publikum, nicht meine Hand ins Feuer legen w\u00fcrde&#8230;<br \/>\nEs sollte das Privileg der jungen Generation sein, festzustellen, ob jemand w\u00fcrdig erscheint, z. B. f\u00fcr sein Lebenswerk gek\u00fcrt zu werden &#8211; denn <strong>die Zukunft ist nichts f\u00fcr Nostalgiker!<\/strong> <em>(Frei nach <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=rmaCDoQa6b4&amp;p=028AE490C75DDBBF&amp;playnext=1&amp;index=6\">Andreas Thiel<\/a>?)<\/em><!--more--><br \/>\n&#8211; In den letzten drei Spalten fabriziert Bille etwas, wie Leipziger Allerlei <em>(Bei mir hei\u00dft diese lokale Speise allerdings: Moppelkotz.)<\/em>, mit Anleihen aus den letzten sechzig Jahren. Dabei versucht sie mit Hilfe von \u00c4pfeln und Birnen, den gr\u00f6\u00dften Hauptnenner zu finden.<br \/>\n<strong>\u201eAlso<\/strong> vermengt sich&#8230;<br \/>\n<strong>&#8230;und<\/strong> er riskiert im Prinzip nichts. Das wird durch eine einzige \u00fcberzogene Polizeiaktion, auch wenn es dabei Verletzte gab, nicht anders. In diesem Land holt keine Stasi die B\u00fcrger nachts aus dem Bett, hier erschie\u00dft niemand einen Aufr\u00fchrer im Hof des Bendlerblocks.\u201c<br \/>\nWenn ich in fr\u00fcheren Zeiten auf so etwas <em>(Allerdings zonenspezifischen Schwachsinn)<\/em> konterte, kam von der Mutter meiner Schwester immer: \u201cDu bist krank, dich sollte man sicher wegschlie\u00dfen!\u201c<br \/>\nIn UNSERER Demokratur besitze ich momentan noch die Narrenfreiheit, etwas zu \u00e4u\u00dfern, allerdings in der Gewissheit, dass man heute Bits und Bytes f\u00e4ngt und irgendwo f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit einkocht.<br \/>\n<strong>M<\/strong>ir sind einige Kurden und Armenier bekannt, die zwar nie \u201eHorch und Greif\u201c kennen lernten, aber hier die entsprechenden, \u201edemokratischen\u201c Gegenst\u00fccke live genie\u00dfen durften.<br \/>\nOder V., dessen Porsche in Spanien geknackt wurde, vor der Kneipe in der er gerade hockte und dabei alle Papiere verschwanden.<br \/>\nZwei Jahre sp\u00e4ter faltete ihn ein Rudel Zivis zusammen, samstags gegen Nachmittag, auf dem <strong><em>H<\/em><\/strong>urf\u00fcrstendamm im Beisein von Mutti. Die alte Dame erlitt fast einen <em>Herzkaschper<\/em>, nebenbei erhielt sie keine Auskunft, um was es da \u00fcberhaupt ging, ihrem anderen Sohn ging es anschlie\u00dfend \u00e4hnlich.<br \/>\nNun k\u00f6nnte ich die Quizfrage des Tages stellen &#8211; Sie w\u00fcrde allerdings den beauftragten Anwalt betreffen&#8230;<br \/>\nNoch etwas aus meinem N\u00e4hk\u00e4stchen.<br \/>\nIrgendwann in den 80ern weckte mich morgendliches Geschrei <em>(gegen 9 Uhr)<\/em> von der frischen Untermieterin in der WG.<br \/>\n\u201eDa sind mehrere M\u00e4nner im Flur, alles Polizisten&#8230;\u201c<br \/>\nIm ersten Moment dachte ich das M\u00e4del spinnt, aber sie schrie noch lauter.<br \/>\nW\u00e4hrend ich vom Hochbett krabbelte, standen pl\u00f6tzlich zwei SEK-Knechte mitten im Zimmer, in voller Kriegsbemalung &#8211; schussfester Weste, alles m\u00f6gliche <em>Gebammsel<\/em> am K\u00f6rper und in den H\u00e4nden diese h\u00fcbschen, kleinen <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Uzi\">Spielzeuge<\/a> aus Israel.<br \/>\n\u201eWollen sie etwas von mir?\u201c<br \/>\n\u201eNeeee!\u201c<br \/>\n\u201eDann aber nicht wie weg aus dieser Wohnung!\u201c<br \/>\nNackend, dabei schreiend wurden die beiden raus geschubst. In diesem Augenblick gewahrte ich noch drei Gestalten im Hausflur, an beiden T\u00fcren jemand postiert, einer hockte auf den Treppenstufen.<br \/>\nFrau N&#8230; wohnt doch in dieser Wohnung, ob sie mal in ihr Zimmer k\u00f6nnten?<br \/>\nN&#8230; war schon einige Tage nicht mehr hier.<br \/>\nKlar mit dem entsprechendem Papierchen, sonst nicht!<br \/>\nOb ich w\u00fcsste wo sie sich eventuell jetzt aufhalten w\u00fcrde?<br \/>\nNat\u00fcrlich war mir das bekannt, in der Wohnung ihres Freundes, der gerade ein Praktikum bei der UNO in New York absa\u00df&#8230;<br \/>\nNun versuchte es ein anderer, so ein Schleimer. Dabei kam heraus, dass nach ihren Informationen, sich N&#8230;, eine Perserin, illegal in Berlin aufhielt und die Gefahr und der Verzug, war mir aber alles schei\u00dfegal.<br \/>\nWas der schnackte, konnte nicht sein, da sie mir kurz vorher die verl\u00e4ngerte Aufenthaltsgenehmigung vorgelegt hatte.<br \/>\nSofort war ich oben auf, was mit Verwarnungen einher ging, weil in diesem Zusammenhang ein bestimmtes Wort fiel: Kollaboration&#8230;<br \/>\nStunden sp\u00e4ter wurde meine Mitbewohnerin von mir erreicht, allerdings aus einer Kneipe. Meinen Tipp, in der Puttkamerstra\u00dfe mit einem Anwalt aufzutauchen, beherzigte sie nicht, im guten, demokratischen Glauben, da alle Papiere nebst Stempel vorhanden waren.<br \/>\nNoch an der Pf\u00f6rtnerbuchte \u00fcberw\u00e4ltigte man N&#8230; und lochte sie f\u00fcr viele Stunden ein.<br \/>\nEs stellte dann heraus, im Amt hatte jemand geschlammt, ihre H\u00e4ngeregistratur war in einem anderen Raum gelandet, dort lag sie vergessen herum.<br \/>\nAnschlie\u00dfend erfolgte noch nicht mal eine Entschuldigung. Ihr Freund, so ein leichter Linxwixer mit fernm\u00fcndlicher, gro\u00dfer Schnauze unternahm anschlie\u00dfend nicht die Bohne, obwohl ich die Vorkommnisse in der Wohnung beeiden wollte&#8230;<br \/>\n<strong>&#8211; \u201eWer<\/strong> trotzdem wegen Stuttgart 21 im M\u00e4rtyrergl\u00fcck baden will, entwertet die Taten der echten Widerst\u00e4ndler. Denn jeder Unzufriedene darf hier reden, demonstrieren, sich organisieren, vor Gericht gegen staatliches Handeln klagen und die M\u00e4chtigen bei der n\u00e4chsten Gelegenheit abw\u00e4hlen<strong>(*1)<\/strong>. Mehr als diese Sorte des Widerstandes braucht es in einer funktionierenden Demokratie nicht<strong>(*2)<\/strong>.\u201c<br \/>\n<strong>Z<\/strong>ur Erinnerung! Wenn die Jungs und M\u00e4dels, z. B. bei Wackersdorf, Brockdorf oder zu bestimmten Situationen gegen das Spekulantenpack nur Protesmasturbationen bei Lichterkettenschein veranstaltet h\u00e4tten, na gute Frau, was w\u00e4re bei diesen netten, erotischen Protestformen denn herausgekommen?<br \/>\nRichtig, die martialisch verkleideten Polizisten h\u00e4tten Pr\u00e4servative verteilt!<br \/>\n<strong>(*1)<\/strong> &#8211; Wenn Wahlen etwas \u00e4ndern w\u00fcrden, w\u00e4ren sie l\u00e4ngst verboten!<br \/>\n<strong>(*2)<\/strong> &#8211; Nun handelt es sich bei einer \u201efunktionierenden Demokratie\u201c nur um eine schn\u00f6de, ausgelutschte Idee. Bei etwas mehr, br\u00e4uchte es n\u00e4mlich \u00fcberhaupt keinen Protest, denn \u00fcberall g\u00e4be es nur Friede, Freude, Eierkuchen und <em>jede Person h\u00e4tte Anspruch<\/em> auf einen nicht enden wollenden Ringelpietz mit Anfassen <em>ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger \u00dcberzeugung, nationaler oder sozialer Herkunft, Verm\u00f6gen, Geburt oder sonstigem Stand&#8230;<\/em><br \/>\nTut mir ja leid, aber ich muss nicht permanent an dieses \u201edemokratische Wellness-Camp\u201c auf Bah\u00eda de Guant\u00e1namo denken, um zu begreifen, dass es sich bei der sog. \u201eDemokratie\u201c nur um einen eitrigen Furunkel am Arsch der Industrienationen handelt<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was bestimmte Beobachtungen in dieser Republik und daraus resultierende Stimmungslagen betreffen, beschlich mich bereits vor l\u00e4ngerer Zeit jenes Gef\u00fchl, dass ich in all den vergangenen Jahren, wiedermal in einer ganz anderen Republik gelebt haben musste, als z. 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