Bildungssenatorin Sandra Scheeres – Ich wurde als Schülerin missbraucht

Am späten Nachmittag hockte ich vor der Kneipe und schlürfte eine Gerstenkaltschale, in der Erwartung, dass ein bestimmter Bekannter noch auftauchte.
Wollte allerdings nicht versacken.
Na ja, eine halbe Stunde bindest du ans Bein, wenn er nicht auftaucht, haust du ab. Liest halt in deinem Schmöker weiter, etwas von E. A. Poe – Die Maske des Roten Todes – selbiger steckte aber in meiner Feldjacke, die hing zuhause wegen der aufgekommenen Wärme…
In meiner Not wurde zum KURIER gegriffen, dem östlichen Pendant zum Westberliner Revolverblatt aus dem Hause Springer, der BZ.
Stattdessen wäre doch die Berliner Zeitung eine bessere Ergänzung, angeblich würde selbiges Blatt in ihrer Kneipe aber nicht gelesen…
Warum ausgerechnet diese Tante, Senatorin für das Ressort Bildung/Jugend wurde, weiß der Deibel, ging wohl nur um den Parteienproporz. Möglicherweise gab es auch einen anderen Grund, es musste sich jedenfalls um eine Person mit Menstruationshintergrund handeln, allerdings sollte scheinbar niemand diesen Posten zugeschanzt bekommen, der sich intellektuell wesentlich höher vom Oberdorfschulzen abhob…
Jedenfalls war es eine gelungene Wahl!
Jene Genossin ist nett, politisch korrekt, entsprechend angepasst und verkörpert erfolgreich die von ihr erwartete Nummer im Geflecht des momentanen Senatsgebildes.
Diese graue Maus kann daher keinen größeren innerparteilichen Schaden anrichten und deshalb ihrem bedeutsamen начальник nicht in die Parade fahren.
Dementsprechend fällt mir auf Anhieb nichts erwähnenswertes ein, was ich auch nur ansatzweise mit ihr in Verbindung bringen könnte, schon gar nichts mit nachhaltig positivem Touch…
Nun preschte sie plötzlich vor und stellte die Initiative: „Schule gegen sexuelle Gewalt“ vor.
Was mir nun wieder so vorkam, es handle sich letztlich nur um einen Vorwand, um etwas ganz anderes loszuwerden, womit sie endlich ganzseitig auf der Titelseite prangen konnte, zwar auf dem Cover einer Boulevard-Postille und nicht auf dem vom Rolling Stone Magazin…
Hinzu kommt, beim bereits monatelang laufenden Outing, wurden bisher vollkommen identische Begebenheiten, aus dem ersten sozialistischen Schlaraffenland der Arbeiter und Bauern auf deutschem Boden, wiedermal vollkommen ignoriert.
Kurze Reaktion während des letzten Klassentreffens im vergangenen Jahr.
Hockte mit vier ältlichen Mädel zu Rauchen im Kneipenhof, als das Gespräch auf die vielen Lehrer kam, alles mit deren Namensnennung, die ewig an ihnen herum tatschten…
Eine unterbrach alsbald den Redeschwall, „Leute, wir gehen jetzt auf die 70 zu, es muss doch alles endlich aufhören…“
Damit hatte sich dieses Thema, der speziellen Vergangenheitsbewältigung, auch erledigt, trotz vollem Unverständnis der anderen Anwesendinnen! Will mal meine Erfahrungen einbringen, jene Bobachtungen stammen aus den letzten Tagen der 6. Klasse. Da wurde in den Pausen öfters „Gegriffen“, es betraf, abgesehen davon, nur ganz wenige Mädchen. In der Regel war alles mit lautem wohlwollenden Gejauchze verbunden und lief ohne Festhalten ab. Es gab allerdings einige Jungen in der Klasse, die von solche Aktivitäten ausgeschlossen waren, die Ableger von roten Zecken, niemand wollte sie dabei haben, meine Wenigkeit gehörte dazu und es stimmte mich immer traurig und wütend, wollte ich doch auch einmal…
Anfang der 7den egalisierte sich die Angelegenheit dann sehr langsam, da mancher schon mit einem der frühreifen Dinger ging und die waren dann tabu.
Etwas später wandelte sich die ganze Angelegenheit besonders bei Klassenfahrten und Ausflügen, denn da nahmen sich nämlich manche Lehrer der speziellen Betreuung an…
Dies ging sogar soweit, dass in einer Schule, ein Sportlehrer, sich anlässlich der Erdbeerwoche von besonderen Schülerinnen, die textilen Blutsauger zeigen ließ!
Schlimm war in dem Fall, jeder in der Klasse konnte das mitbekommen und fast alle ignorierte krampfhaft, wobei manche Typen aus dem Klassenverband sich darüber amüsierten…
Könnte um eine Flasche Gehacktes wetten, dass sich niemand mehr daran erinnern würde. Mancher darunter, der vielleicht aus der Scham heraus, damals nichts gesagt zuhaben, schließlich wurden DIE Pädagochen als Autoritäten angesehen, egal was sie auch für Sadisten waren.
Hatte Anfang 1990 in jene Richtung ein Erlebnis mit einem Kumpel in der Sangerhäuser Klemme, als ich hinter dem Verkaufstresen einen jener Sorte registrierte. Der Typ quatschte mich hocherfreut an, als er meiner ansichtig wurde und ich darauf antworte, „du rote Sau, sagst du noch ein Ton, dann haue ich dir eins in deine Fresse!“ Alle umstehenden Schewwerochsen (der dortige Kupferschieferschacht lag damals in den letzten Zügen) grienten daraufhin recht unverschämt. Mein Spezi raunte mir daraufhin, gut hörbar für alle Umstehenden zu, „old Ben, das kannst Du doch nicht machen, schließlich war der mal Lehrer!“
„Du Arschgeige, auch du hast doch unter dem roten Schwein gelitten!“
„Das ist doch aber schon so lange her!“
Beim vorletzten Klassentreffen hockte der greise Leerkörper auch in der Runde. Da er am Eingang saß, begrüßte ich ihn als ersten und alle beobachten mich dabei. Freundlich lächeln: „Na Klaus, weißt du noch, wer ich bin?“
Verwechselte ihn natürlich, er nannte seinen Namen.
Trat einen Schritt zurück, „natürlich, die rote Zecke!“
Entsetzen bei vielen Anwesenden.
Seine kichernde Antwort lautete, „richtig, die ehemalige rote Zecke!“
Ringsherum erscholl Lachen, damit war die Vergangenheitsbewältigung auch hier abgeschlossen…
Könnte noch massenhaft Beobachtungen und Erlebnisse schildern, was so ablief, wenn Typen Schnecke angruben. Beginnend während der stundenlangen Fahrten in Kinderferienlager, in den Lagern selber, zu Wandertagen, im Lehrlingswohnheim oder irgendwo im täglichen Leben.
Das Greifen in den ausgehenden Grundschultagen gehörte doch, bei den pubertierenden Knaben, zu den ersten Erfahrungen in Richtung des anderen Geschlechtes, aber…
Allerdings durfte ich im Miteinander der gütigen Großeltern, mütterlicherseits, Empathie erfahren und was damit zusammenhing. Dazu kamen die Verinnerlichungen von dauerhaft brauchbaren Lebensweisheiten und deren Verhaltensmaßregeln, die zu ganz bestimmten Gelegenheiten verständlich dargebrachten wurden. Wichtigste Voraussetzung dabei, dass man zu solchen integren Personen unbedingtes Vertrauen haben musste, dies war, besonders beim Großvater, ebenso zu seinen Freunden, immer vorhanden. Opa sprach auch sehr verständlich in solchen Momenten, benutzte er mal ein Fremdwort, welches ganze Sachgebiete einschloss, wurde es vorher erklärt!
Autarkie war einer der ersten Begriffe, welcher sich in meine frühreifen Hirnwindungen einbrannte.
In etwa ließ er damals ab, „Jungchen, du musst zeitlebens bestrebt sein, deine Autarkie zu waren! Dazu gehört in erster Linie, dass du deine Bedürfnisse immer gleich und verständlich darlegst, respektvoll und freundlich! Freundlichkeit kostest nichts, mit ihr kannst du offenen Scheunentore einrennen!
Denke daran, du darfst alles fragen!
Allerdings musst du in allen Lebenslagen die entsprechende Contenance wahren!
Wirst aber auch feststellen müssen, dass auf vernünftig vorgebrachte Fragen, nicht jede Antwort, unbedingt deinen Erwartungen entspricht!
Es besteht aber auch oft die Chance, sie vielleicht nochmals anders zu formulieren!
Denn viel Unbill in dieser Welt entsteht durch Verständnislosigkeit und den daraus resultierenden falschen Schlussfolgerungen…“

Fußnote!

 

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