Archiv für den Monat: September 2010

Den Speiseplan bestimmen die Sonderangebote

Gestern las ich im Zug den folgenden Artikel.
Leben als Hartzer
Was soll man zu diesen beiden, „armen“ Leuten noch ablassen? Ich meine damit nicht die finanzielle Seite ihres „üppigen Lebens in der sozialen Hängematte“, nee, nee, sondern jene verschrobenen Ansichten dazu.
Da ist diese Flachzange („aus wohlhabendem Hause“) „früher mit dem Sportwagen zum Brötchenholen“ gefahren und konnte angeben wie eine Tüte Mücken. Dies wird ihm natürlich ewig Abgänge verschafft haben. Eigentlich ist er ein armes Schwein, aber in guter Gesellschaft, weil sich massenhaft Kleingeister über Statussymbole definieren.
Wenn ich schon mit meinen Vergleichen im Tierreich angekommen bin, wird auch dort geblieben. Da versucht er krampfhaft die Kängurumasche – mit einem leeren Beutel große Sprünge zu veranstalten…
Wenn er es positiv betrachten würde, könnte er sogar noch etwas für sich herausholen, weil er dadurch wesentlich höher hopsen kann, der damit verbunden Weitblick nützt einem Blindenscheff leider nichts!
Auf der anderen Seite, schlägt er sich als Biber auch beachtlich durchs Leben.
B: Nager, dem es nichts ausmacht, dass ihm ewig das Wasser bis zum Halse steht, der trotzdem inbrünstig seine Behausung weiter mit dem Schwanz baut…

Heute habe ich es wieder mit dem „TAGESSPITZEL“, gehe mal mittig von oben nach unten.

Lasse dabei den Cousine von Genossen „Czerny“ außen vor, der sich mit einer schrecklichen Krawatte als Dressman ablichten ließ und firmierte dabei als “Scanner-Minister”.
Gott noch mal! Änschie scheint einen fundamentalen Umstand noch nicht gerafft zuhaben. Seit zwanzig Jahren existiert die Zone, jener politische Appendix Moskaus nicht mehr und dann lässt sie solch einen Spruch ab.
Merkel: Hartz-IV-Erhöhung reicht aus“ – Basta!
Nun nehme ich doch an, dass sich am kommenden Sonntag, in Bremen, zu den Feierlichkeiten anlässlich des „Volkstrauertages“, der eine oder andere NeufundfünfländerIn dort herumtreiben wird und der Pastorentochter aus Templin mal einiges stecken könnte.
Sie scheint genauso schräg drauf zu sein wie Schwiegermutter, der schwirren zu bestimmten Anlässen immer noch Preisvorstellungen aus längst vergangenen Tagen durch die grauen Zellen. Wenn es z. B um die Entlohnung von Handwerker geht.
Heute sprach mich jemand auf diesen Artikel an und meinte, diese Frau verscheissert doch alle Hartzer. Nee, glaube ich nicht! Weiterlesen

Die Revolution wird erst einmal geprüft

Zum Text gehört ein wirklich gelungener Schnappschuss einer Dreifaltigkeit kleiner Hobbits aus dem großen Land der vielen Atomkraftwerke, die alle nach Laufzeitverlängerungen gieren…
Das Photo vermittelt den Eindruck, als ob Wimi Brüderchenle gerade einen Lesbenwitz zum Besten gab, Ummi Röttgen nur anstandshalber kicherte, Änschie gleichermaßen nichts verstanden hat. Wobei ihr Gesichtsausdruck darauf schließen lässt: „mmmhh, wie hat dieser FDP-Fuzzi das schon wieder gemeint?“
…und mir fällt zu dem Bild abermals nur ein: Jeder dritte Deutsche leidet unter Hämorrhoiden, bei wem beginnt man aber mit der Zählung?
Energiekonzept

De mortuis nihil nisi bene – Neudeutsch: Say nothing but good of the dead.

Samstag widerfuhr mir etwas sehr merkwürdiges.
Sabine tat kund, dass bei einem Freund von ihr und einem alten Bekannter von mir, nach längerem Leiden, recht qualvoll das Lebenslicht erloschen ward.
Keine 20 Minuten später erhielt ich einen gleichlautenden Anruf aus der kalten Heimat – dass im fernen Wessiland ein Sandkastengefährte nun auch nicht mehr einkaufen geht.

Oft war ich der Meinung, dass sich Ali unter seinem Wert verkaufte. Auf der anderen Seite, wenn er auch zu einem gesellschaftlichen Verweigerer mutiert wäre, wie ich seit meiner Kindheit, hätte er auf seine Art niemals dieses farbige Leben führen können, wie er es zeitweise tat. Deshalb warnte ihn Mutti auch immer vor mir: „Mit diesem Ladjer will ich dich nie sehen!“
Oft war es die ewige Angst fremder Leute vor mir, da viele annahmen, dass ich vielleicht bei der Mutter meiner Schwester über sie plaudern würde. So etwas fiel mir noch nicht mal im Traum ein. Was meine privaten Auseinandersetzungen mit der Umwelt angingen, galt ich bei ihr als äußerst verstockt. Dies begann schon in der Grundschule, nachdem ich eine widerliche Praktikantin auf dem Schulhof zusammenfaltete. Meine Erzeugerin trat daraufhin sofort vom Amt der Vorsitzenden des Elternbeirates zurück. Kurz darauf dehnte ich diese Eigenart des kompromisslosen Negierens gewisser Lebensformen und dem oft erfolglosen dagegen ankämpfen, fast masochistisch aus. Was anfangs nur dieses stalinistische Pack in ihrer unmittelbaren Umgebung betraf…
– Es gab Zeiten, da lebte Ali sehr unbeschwert, zwar angepasst, doch nicht ganz unauffällig in den Tag hinein, die Jahre mit Paula empfand ich so.
Der Junge war auch einer der ganz wenigen in meinem Bekanntenkreis, der einen ausgeprägten Sinn für die Kleinigkeiten im Leben aufbrachte, aber es sich nicht zu zeigen traute.
Manchmal gab er sich zum kotzen Korrekt, z. B. wenn wir in der kurzen Mittagspause zu ihm nach Hause hasteten, weil wieder neue Scheiben angekommen waren, er anschließend außen um die Fabrik herum rannte, während ich oft die Abkürzung durch ein Fenster in der Kesselschmiede nahm.
In den letzten Jahren hatte ich mich niemals bei ihm erkundigt, ob er diese ausufernden Brieffreundschaften von früher noch pflegte.
Da fällt mir ein, was er für einen Tanz aufführte, als wir mal ankamen und Mutti ihm einen größeren Brief aus Spanien überreichte. Ehrfurchtsvoll wurde er geöffnet – dann ertönte ein infernalischer Schrei: „Alter! Poco a poco! – Alter! Poco a poco!…“
Was hatte dies zu bedeuten?
Poco a poco, Los Rolling Stones!“
Das kleine schwarze Ding auf den Plattenteller, der Griff zur Gitarre und voller Inbrunst mitgegröhlt, vier oder fünf mal, bis Mutti daran erinnerte, dass der Plan noch nicht erfüllt war!
Irgendwann schien C2H5OH eine größere Rolle in seinem Leben zu spielen, wie bei den meisten in seinem alten Umfeld, mich eingeschlossen…

Wenn mich meine selektiven Wahrnehmung nicht täuscht, könnte ich einen Haufen Stories niederschreiben, in denen er ebenfalls auftaucht. Es gibt sehr wenige aus der kalten Heimat, bei denen mir nur angenehme Erinnerungen einfallen, allerdings auch sehr haarige darunter.
Obwohl ich Ali immer für Janusköpfig hielt, gehörte er für mich in die Runde der angenehmen Zeitgenossen… Weiterlesen

XXIII. IX. MMX – HERBSTANFANG

Angeblich konnte man sich nicht einigen, auf welchen der vielen Westberliner Trümmerberge nun das Drachenfest stattfinden sollte. Die Gerüchteküche brodelte mächtig, endlich war es raus, das Drachenfest zur 750-Jahrfeier sollte vor dem Reichstag stattfinden.
Einhellige Meinung der Szene, wir boykottieren dieses Vorhaben. Wat sollte der Scheiß, vor dem Reichstag gab es die denkbar ungünstigsten Windverhältnisse im innerstädtischen Bereich. Bei Ostwind war es nur an den Rändern der Wiese möglich einen Drachen nach oben zu bekommen und man musste sofort mindestens 70/80  Meter Schnur geben, um aus den Turbulenzen des Reichstages zu kommen. Lenkdrachen ließen sich in dieser Situation überhaupt nicht fliegen, ebenso bekamen kleine Mülltüten schon bei unstetiger Nord- oder Südbrise mächtige Probleme, wegen der Bäume an den Rändern.
Mir war der Standort egal, da ich an besagtem Wochenende sowieso im Rheinischen hängen wollte.
Dann sagte sich aber Stefan und seine Freundin an…
Mittlerweile war bekanntgegeben worden, das Windfest sollte unter einem Thema laufen: „Lasst den Reichstag fliegen!“
O.K. – Ich werde ihn fliegen lassen, allerdings zum samstäglichen Nachtfliegen auch nochmal abbunsen, van der Lubbe ließ grüßen. Weiterlesen

Morgen ist Herbstanfang und früher begann an diesem Tag das “richtige” Drachenwetter

Ehe ich zum Schluss wieder beim Reichstag lande, muss ich sehr weit ausholen.
Diese Begebenheiten beginnen Anfang der 80er im letzten Jahrhundert, in eben der heutigen Jahreszeit. Es nervte mich, dass meine Freundin ewig irgendwelche Karstadtgeier anbrachte und diese Teile überlebten meistens den Nachmittag auf dem Teufelsberg nicht…

– Als großer Drachenfan schon in Kindheitstagen, September 1957 bastelten wir gemeinsam mit dem Vater meines Freundes Datsch, unseren ersten Drachen aus Pergamentpapier. Alles wurde mit einem Gesicht versehen und das Ding flog auch. Einen Monat später baute ich mir das erste Teil selber und wollte in der Perspektive Kosmonaut werden, da ab jenen Tagen der Sputnik oben kreiste…
Schon ein Jahr später nähte ich, unter Omas Obhut, die Bespannung für den Eddy aus Fahnentuch. Jetzt brachen eventuell nur noch die Leisten, der Nachteil von diesem Ding, er benötigte zum Fliegen mindestens 5 Windstärken. Bei den folgenden Modellen, immer größer werdende Kastendrachen, gab es anders gelagerte Probleme. Alles wuchs nebenbei mit, die Fähren, mit der auch größere Segelflieger und Fallschirme abgeworfen wurden, außerdem musste immer stärkere Schnur organisiert werden. Nebenbei hatte wir schon die Schnauze voll, da mit gepechten Sisal- oder Hanfseil geflogen wurde. Aus Ermangelung vernünftiger Handschuhe, hieß es anschließend immer, die Vorderläufe mit Nitroverdünnung oder Trichloräthylen zu reinigen.
Kurzzeitig benutzten wir in flüssigem Wachs imprägnierte Schnur, bis Hagen uns eine riesige Garnrolle aus Kunstfasern besorgte, 1000 Meter und bestimmt 10 kg schwer. Damit bestückten sie in der Kolchose einen neuartigen Mähbinder in der Testphase…

– Mittlerweile hatte keine 100 Meter von meiner Bude, in Schöneberg, der 1. Drachenladen Berlins eröffnet, lernte dort die beiden Eigner kennen, Michael Steltzer und Chris Sandy, skizzierte einen Delta, kaufte die entsprechenden Materialien, nebst einer Fähre und nähte das Teil. Nun wurden noch geschlechtsspezifisch zwei Fallschirme bestückt, mit Barbiepuppe und Teddybär, meistens ging es dann zum Teufelsberg…
Auf diesem Bauschutthügel traf man auf Leute, die sich keinen Kopf machten, was ihre postpubertären Phasen betrafen. Nebenbei zog ich mit einigen zu den anstehenden Drachenfesten durch Europa…
– Ab hier gelange ich an einen Punkt, wo bei den folgenden Schilderungen sicher einige aufstöhnen werden, schon wegen der partiellen Wahrnehmungen, allerdings liegt es mir auch sehr fern, irgendwelche Legenden zu zerstören…
Jedenfalls entwickelte man so seinen ganz spezifischen Tick, der absolut nichts mehr mit diesem Kinderspielzeug aus vergangenen Zeiten zu tun hatte.

Will zu den drei Ablichtungen noch etwas ablassen!
An einer Tischreihe hockten mehrere Funktionäre aus dem Distrikt, hinter ihnen standen ordentlich aufgereiht viele Frauen. Ein junger Mann rezitierte und anschließend sangen die Kinder den eben vorgetra­genen Text, der anschließend übersetzt wurde.
Die selbstgefälligen Bonzen, ihre stolz-glasigen Blicke nebst der überlangen Fingernägel einiger dort sitzender, brachten mich in Rage. Holte in der Situation mein Pustefix hervor. Bei der ersten Ladung gab es fast keine Reaktion bei der Kids, aber dann…
Aus gerechnet dem kleinsten Buben, er war bebrillt und schaute sehr aufgeweckt umher, näherte sich eine Blase, kurz vor seinem Gesicht wurde das schwebende Objekt von ihm weg gepustet. Als er nun mit etwas mehr Luft weiter blies zerplatzte das Teil, von dem Moment an grapschten alle nach den Flugobjekten.
Die Erzieherin, entsprechend pädagochisch vorbelastet, fing an in höchsten Tönen zu kreischen, wurde aber von einem Funktionär sofort beruhigt. Da stand ich dann auf und legte los, plötzlich lachten alle. Anschließend bekam die Tante das kleine Seifenblasenutensil von mir geschenkt, was sie aber trotzdem nicht richtig beruhigte…
Meinen Slogen wollte niemand in Rot-China in deren Lettern kalligraphieren Parteiabzeiche für alle Kite-Flyers

 

 

 

Auf den Wochenmärkten registrierten wir oftmals Schreiber, die ihre Kalligraphie-Künste auf hand­geschöpftem Papier anpriesen.
Unsere Leute ließen sich alle irgendwelche sehr sinnigen Sätze kreieren, z. B.: Das unendlich Loch im Himmel oder Der reitende Drachen unter den Wolken u. ä.
>Mehrfach wollte ich mein Buttonspruch verewigen lassen, aber Fuck the Sky, konnte kein Dolmet­scher übersetzen!
Interessant waren immer die entsprechende Handlungen mit den Schriftkundigen…
Dafür näherte sich der Dolmetscher dem Meister erst, bis er mit einem Blick dazu aufgefordert wurde, sein Begehren vorzutragen. Er nannte den Spruch, worauf der anwesende Schüler mit lang­atmigen Gehabe die Frage stellte, welche Größe jenes Bildnis haben soll. Entsprechend drapierte der Knabe das Papier vor seinem Meister, der weiterhin mit stoischer Ruhe in sich geht. Nun in vollständiger Ruhe, lässt er sich irgendwann das vorgesehene Malutensil reichen, macht aber noch vorher einige kurze gymnastisch aussehenden Bewegungen mit der Hand, packt dann das Schreib­gerät mit seiner Faust, die Borsten weisen dabei nach unten, taucht es ganz vorsichtig in die gewoll­te Farbe und beginnt in einer affenartigen Geschwindigkeit die Lettern zu kalligraphieren. Sein Ge­hilfe nimmt anschließend den Pinsel an sich und beginnt ihn sofort ganz vorsichtig zu reinigen.
Der Schefff streut aus einem überdimensionierten Salzstreuer sehr feinen Staub auf die noch feuchte Schrift und geht dann wieder ein Weilchen in sich…
Abschließend nimmt der Knecht das Papier, schüttelte es vorsichtig aus und pustet die verbliebenen Brösel hinweg.
Dann erfolgt noch das Zusammenrolle des Werkes, die kunstvollen Verpackung, nebst einer facet­tenreichen Verabschiedung.
Alles verbunden mit endlosen Segenswünschen und der unauffälligen Übergabe des ausgehandelte Lohnes…

Rasend schnell entwickelte sich in jenen Jahren eine Freizeitindustrie, wo viele begannen, Statussymbole an die Wolken zu nageln. Hightech war irgendwann angesagt, Flugobjekte aus ultaraleichten und hochfesten Materialien zerschnitten auf einmal lautstark die Lüfte.
Was zu Auswirkungen auf allen Drachenfesten führte. Nur noch Teilnehmer der entsprechenden Klubs wurden aus versicherungstechnischen Erwägungen in die abgesperrten Areale vorgelassen. Klar, wem so eine NASA-gestylte Mülltüte aus CarbonFiber und Ripstop-Nylon mit 150 Sachen an die Glocke knallte, musste sich unter Umständen keinen Kopf mehr um sein weiteres Leben machen.
Die Nachfrage zwecks Werbung anlässlich eines Drachenfestes auf der Buga, 1985, ließ mich schwach werden – Pecunia non olet – sollte allerdings die dafür vorgesehene Knete erst nach Lieferung von 12 Dias nebst Text erhalten.
Als die Zusage kam, dass ich in einer kleinen Bude sämtlich Steckverbinder fräsen und drehen konnte, lief alles an. Besorgte mir daraufhin das entsprechende Material und legte los. Letztendlich beliefen sich die Kosten auf rund 500 DM + 30 Arbeitsstunden, 800 Eier waren es dem entsprechenden Werbemenschen wert, die Kohle wurde einer Kaffeekasse entnommen…
Und der Sozialneid blühte an jenem schönen Tag, zumal es nicht besonders windete, aber meine Mülltüte schon bei einer halben Windstärke wie ein Sektkorken abging.
Eigentlich war mir nie nach einem Drachen dieser Preislage. Das Angebot aus der Spardose entpuppte sich Geschenk des Himmels. Denn für mein späteres Vorhaben benötigte ich dieses große Format und orientierte mich deshalb an einer Thaischlange.

 

 

 

 

 

 

Als Motiv verfremdete ich farbig und seitenverkehrt den Apokalyptischen Reiter von Geoge Grosz, denn frische Luft ist etwas mehr, als nur ein Medium zum Kiteflying.
Jenes Motiv von dem musizierenden Tod habe ich von Alfred Rethel geklaut und neuzeitlich modifiziert!
Mike Minehan erwischte mich irgendwann mal vor dem Reichstag, photographierte meine Schlange und brachte das Bild sogar im Tagesspiegel unter. Sein Kommentar war allerdings leicht übertrieben, er lautete ungefähr so: Ein Berliner Drachenfreund baut riesige Kites und bemalt sie mit Motiven von George Grosz

– 1987 dräute am Horizont, die Kleingeister von beiden Berliner Halbstädten versuchten sich zu überbieten, was die 750-Jahrfeiern angingen und Mike wollte das größte Drachenfest Berlins zelebrieren, auf dem Gelände des Teufelsberges – aber die Auflagen!
Und wo er sich mal drin verkeilte, da ließ er nicht mehr los.
Als musste erstens ein Verein her! Dafür wurde sich im Frühjahr ’86 in einer Ätzkneipe getroffen, dem „Phillis“ in der Pohlstrasse. Als „Kumpelnest“-Gänger mochte man solche Yuppi-Löcher natürlich nicht, deshalb kam ich schon leicht abgenervt dort an.
Was die Namensvorschläge betrafen, ebenso deren Interpretationen angingen, entsprach die Situation einem antiautoritären Kinderladen mit beknackten Gutmensch-Gören.
(Zu eben dieser Zeit lief im Südwesten der Republik ein Prozess, weil ein Marktflecken seinen Sportverein Motor oder Dynamo nennen wollte, dies musste unbedingt verboten werden.)
Deshalb mein Vorschlag, den zu gründenden Verein AERO(mit Bindestrich)FLOT zu taufen.
So als Gegenstück zum Musterländle, denn die Presse würde nebenher mächtig Werbung für Mikes Drachenladen veranstalten.
Von Bernhard kam noch: FLOTT, mit doppelten T, alles schien gelaufen.
Später nahm keine Sau Notiz von dieser Namensgebung, so unspektakulär verlief es damals in Berlin…

Viel über Drachen bei: The DRACHEN Foundation

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“Charakter – Worauf es bei der Bildung wirklich ankommt”

Liebe Leserinnen und Leser,
die ausgezeichnete TV-Moderatorin Petra Gerster und ihr Ehemann, der Journalist und Autor, Christian Nürnberger präsentieren morgen Abend ihr Buch “Charakter – Worauf es bei der Bildung wirklich ankommt”. Durch den Abend begleitet Sie Ernst Elitz, ehemaliger Intendant des Deutschlandradio. Sie sind herzlich eingeladen, am Dienstag, 21. September, 19 Uhr, im Veranstaltungssaal des Berliner Verlages, Karl-Liebknechtstr. 29. Der Eintritt ist frei.

Eigentlich mochte ich noch nie öffentliche Lesungen…
Bevor es los ging, quoll affenscharfer Blues aus den Boxen. Leider bekam der Tonknecht seinen Job den ganzen Abend nicht richtig in den Griff, er musste ewig nachregeln.
Was mir vom Autor auf die Senkel ging, sein Beispiel aus der Kickerszene…
… und aus welchem Selbstverständnis heraus, ist es überhaupt moralisch zulässig, Ghandi und Stauffenberg in einem Atemzug zu nennen?
Öfters erlebt man ja dieses Abtauchen in die Antike, warum immer wieder Anleihen bei den mausetoten Hellenen (Es genügt doch eigentlich, wenn sich weltweit katholischen Funktionäre an gewissen Lebensformen von anno tobac ergötzten) getätigt werden, will mir nie in die Birne, zumal es sich um einen schweinischen Sklavenstaat handelte. Ein paar obere Zehntausend ließen es sich auf Kosten der Masse recht gut ergehen, eigentlich wie heute.
(Nun soll keiner versuchen mit Sozialneid zu unterstellen! Diese Untugend ist ein Erziehungsprodukt und in meiner Kindheit musste ich auf nichts verzichten. Bestimmte Boni aus den Anfangsjahren sind mir immer gut bekommen. Mit Ausnahmen, was den übertrieben Kult der Kleidung anging und gewisse Eigenheiten der Mutter meiner Schwester, die ihre Weisheiten, was „Erziehung“ anging, Антон Семёнович Макаренко studierte. Schon recht merkwürdige Niederschriften, die der Genosse da verzapfte: „Der Weg ins Leben“ und „Flaggen auf den Türmen“ Zog ich als Kind ein, zu einer Zeit, als noch das Damoklesschwert der Kadettenschule über mir baumelte…)

Irgendwann dachte ich, nun verabreicht man vom Podium etwas härtere Kost, Immanuel Cunt wurde als Zeuge benannt…
Das wäre doch etwas, seine „Kritik der reinen Vernunft“ als Pflichtliteratur zur Vorbereitung auf die Deutsche Staatsbürgerschaft…
“Handle so, als ob die Maxime deiner Handlung durch deinen Willen zum allgemeinen Naturgesetze werden sollte.”
Wer bitte schön, soll sich denn noch alles dieses Grundprinzip auf seinen Wimpel kritzeln? Genügt es nicht, wenn Angehörige der selbsternannten „Eliten“ Fahnenflucht begehen, dabei ganz selbstverständlich neoliberale Betrachtungsweisen für sich als allgemeingültig erklären und noch belohnt werden…
Auf der anderen Seite, das mit dem Handeln, der Maxime, dem Willen und der Schlussfolgerung zum allgemeinen Naturgesetz, erkläre dies mal einem Hartzer der römisch 4 Kategorie. Jeder könnte es erleben, wenn er aus heiterem Himmel ein zehnfaches Gehalt bekäme, wäre ihm augenblicklich dieser Spruch vom Filosofen Cunt scheißegal! Solch ein Pharisäer würde sich doch auch herablassen, sogar im Niedriglohnsektor der Hypo Real Estate Holding AG sofort mit der Maloche zu beginnen und am Jahresende eiskalt die Millionenboni einstreichen…
-Was bestimmte Lebenseinstellungen betreffen, auch moralische und ethische Betrachtungen angehen, sollte der neugierige Zeitgenosse über eineinhalbtausend Jahre zurück gehen und es bei Marcus Aurel versuchen…  “Selbstbetrachtungen” – Ist wesentlich verständlicher verzapft. Weiterlesen

Amokdauerlauf in Lörrach: Explosion der Gewalt?!?

„Rätselhafte Tat“
Wieso?
„Sie war Rechtsanwältin, intelligent und erwachsen – das passt nicht zum Bild de(s)r Amokläufer(s)in.“
Warum?
„Diese Ruhe. Das ist das, was Ernst Barth am meisten irritiert…“
Weshalb?
Wie kann man nur so einen bescheuerten Artikel verzapfen?
– Zweimal registrierte ich heute Meldungen in der Glotze.
Wieso bedienen PücholochenInnen  eigentlich immer den Mainstream, oder besser gefragt, wieso versuchen sie permanent und krampfhaft Fragen zu beantworten, die ein vernünftiger Mensch nie stellen würde?
Heute Abend blubberte während unseres Doko-Spiels die ganze Zeit das Radio.
Jede Nachrichtensendung begann mit  Lörrach.
Halten die RedakteureInnen alle für saublöd?
Hat es lediglich was mit den Quoten zu tun?
Ist es möglich, dass man auf Anweisung von ganz oben versucht, für das gemeine Volk Puzzlebrösel entsprechen zu drapieren, damit niemand auf die Idee kommt darüber nachzudenken, wie Kaputt diese Gesellschaft schon seit vielen Jahren ist…
Handelt es sich etwa um die emanzipatorische Handlung einer immer schon unterdrückten Frau, die sich endlich befreien wollte? Wie ich den den „Experten“ im ZDF, 23 Uhr 55, in „heute nacht“ verstehen sollte, denn auf dem zweiten Lauscher hört man besser…
Was meine Einschätzung jener Aktion betrifft, hat diese „intelligent und erwachsen  Rechtsanwältin“ lediglich den Startschuss abgefeuert für eine beginnende Serie, in der Frauen auch auf diesem Gebiet endlich beweisen werden, dass sie sich in der Verwirklichung ihrer krankhaften Selbstdarstellung auf keinen Fall hinter den Männern verstecken müssen…