(1) Der Eurovision Song Contest & zusätzliche lauwarme Betrachtungen…

Mit seinen Ansichten würde Arthur Koestler auch heutzutage noch Lichtjahre hinterherhinken, was die abschließende Menschwerdung des homo spiens betrifft. Meine als Quelle sein: „Der Mensch – Irrläufer der Evolution“ – Die Kluft zwischen Denken und Handeln. Eine Anatomie menschlicher Vernunft und Unvernunft
Am Freitag, 10. Mai, rupfte ich an der Havel Holunderblüten, musste dann auf dem Rückweg, am Heussi, wieder umsteigen und gewahrte dort einigen Schnick-Schnack zum fotografieren. U.a. eine jener hässlich aussehenden rotierenden Zylinder der Firma Wall, versehen mit einer recht seltsamen zeichnerische Darstellung, bei der man einen ganz bestimmten Mann erkennen sollte.
Sicherlich von einem bekok­sten Möchtegernmaler kreiert, in einem schummerigen Darkroom… Glaube deshalb, dem Achtkläss­lers des Zeichenleistungskurses eines Schwachstromkollegs wäre selbige Karikatur bestimmt besser gelungen…
Nach der zweiten Umdrehung jener Säule registrierte ich wenigstens die Beschriftung:
MAGNUS HIRSCHFELD TAG 14. MAI
Seele der queeren Community
Schwul, Jude, Arzt,
Aufklärer, Sexualforscher,
Vorkämpfer queerer Emanzipation,
Mitbegründer der weltweit ersten
Homosexuellen Bewegung

& berlin.de/magnus-hirschfeld Weiterlesen

Musste mittags am Heussi auf den 218er Bus warten und…

…hockte dabei an der Bushaltestelle, harrte rauchend auf das BVG-Gefährt und gewahrte dabei den würfelförmigen Hinkelstein auf der Platzmitte, mit seiner merkwürdigen Schüssel, in der immer noch sehr nachhaltig ein Flämmchen blakt. Schoß schließlich ein Foto und machte später zwei weitere. Hierzu ein Link von einem etwas älteren GeschreibselWeiterlesen

Frank Stella geht nun auch nicht mehr einkaufen…

Es gab nicht viele amerikanische Maler, deren farbige Ausdrucksformen, sich weit ab von den ange­sagten konservativen Werten des Mainstreams, bis hinein in die Politik bewegten. Dazu zählte ich, neben Stella, auch immer Edward Hopper, Jackson Pollock, Roy Lichtenstein und Andy Warhol. Wobei jeder sei­nen ganz persönlichen Stil fand, der sich natürlich weit weg vom angesagten sozialistische Realis­mus der Zone bewegte, deshalb ewig auf Müllhaufen der westlichen Dekadenz landeten…
Was mich damals ebenso, wie eine Minderheit im ersten soz. Schlaraffenland der Arbeiter und Bauern auf deutschem Boden, natürlich ewig zum Widerspruch animierte.
Dazu gehörten, ab 1970, Kontakte zum amerikanischen Konsulat in Kraków. Vier Jahre danach war dann alles zu spät, als mich ein Freund zu einem Happening von Tadeusz Kantor mitnahm…
Natürlich wusste ich, um wen es sich da handelte, denn in jener Zeit kümmerte sich die ARD noch emsig darum, den armen Brüdern und Schwestern östlich der Elbe, aus der dort verordneten kulturelle Sahelzone, uns blühende Landschaften von visueller westlicher Dekadenz zu zaubern. Was liefen damals für Filme im Abendprogramm, hinzu kamen Unmassen von Kulturbeiträgen aller Stilrichtungen, sogar bis hin zur 1. Sexmesse in Kopenhagen, dies geschah irgendwann 1970…
Vornweg vergingen sich die sowjethörigen Tattergreise liebend gern an Maestro Warhol, der uns schließlich etwas auf die Ohren knallte, stimmt nicht ganz, dies taten: The Velvet Underground & Nico.

Von ihm stammte aber die gelbe Gurke auf dem Cover!
So ganz nebenbei,
Nico kann man dort besuchen!
Sie kuschelt schon sehr lange wieder mit Mutti.
Ihre Grabstelle befindet sich auf meinem Berliner Lieblingsfriedhof, im Grunewald

Nachträglicher Anhang zum gestrigen Schrieb

Es kam ja noch schlimmer, als ich mich zu Beginn der 5. Klasse weigerte, weiterhin im Buchklub der Pioniere zubleiben. Dieses ideologisch total verbogene Miststück, schloss daraufhin tagsüber unser Wohnzimmer ab, damit ich nicht mehr an ihre Bibliothek der Weltliteratur (Eine geniale Zonen­serie von auserwählter internationaler Literatur!) heran kam. Sah es nämlich nicht ein, mich weiter an dem verordneten roten Scheiß zu ergötzen und dabei mit aufkommender Langeweile zu kämpfen. Wie unermesslich dumm war diese Frau überhaupt? Dabei war ihr bekannt, dass ich mich mit 9 Jahren, ausgerechnet durch Tolstois „Auferstehung“ gequält hatte und dies geschah mehrere Wochen! Allerdings konnte ich anschließend auch vollkommen flüssig Frakturschrift lesen…
Da ich Zeit meines Lebens immer im Liegen las, wartete diese rote Zecke immer wieder mit einer weiteren Dusseligkeit auf. Sollte nämlich anständig lesen, mich dazu auf einen Stuhl setzen und es am Tisch tun! Hinzu kam eine Marotte von mir, die sie, auch ihre idiotischen Genossen nie verstan­den, nebenher hörte ich immer über Kopfhörer zusätzlich leise Musik.

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Paul Auster geht nicht mehr einkaufen, er gab bereits am 30. April sein Leben zurück…

Zu meinem 41sten Geburtstag, 1988, bin Baujahr ´48, zähle aber anders! Deshalb wurde mein 40ster auch zweimal begangen, wegen der korrekten Zählweise und der sonst üblichen, mit der man eigentlich die vollendten Jahre abhakt, die dann aber unkorrekt als Geburtstage verbucht werden…
Da bekam ich von Ditscheck einen Auster geschenkt, um welchen es sich handelte, weiß ich nicht mehr, las anschließend noch weitere von ihm. Hatte vorher nur ewig in der Hamburger BILD-Zeitung für Pseudo-Intellek­tuelle, der ZEIT und FAZ etwas von ihm gelesen, was sich danach sehr schnell änderte…
Einige Jahre später kam der Film hinzu: Smoke – Raucher unter sich
 – Hier etwas von anderen Leuten über die Raucherei: Bob Dylan Theme Time Radio Hour Episode 58: SmokingNoch etwas zum gestrigen SchriebIm Rauchermuseum der Burg Beeskow
Heute fand ich etwas bei WIKI, von Paule: In einem Interview für die Washington Post im Dezember 2003 nannte Auster diejenigen Autoren, die den größten Einfluss auf sein Werk hatten (Reihenfolge ohne Wertung): Charles Baudelaire, Samuel Beckett, Maurice Blanchot, Jorge Luis Borges, Albert Camus, Paul Celan, Louis-Ferdinand Céline, Miguel de Cervantes, Raymond Chandler, Jacques Derrida, Charles Dickens, Fjodor Dostojewski, William Faulkner*, F. Scott Fitzgerald, Dashiell Hammett, Knut Hamsun, Nathaniel Hawthorne, James Joyce, Franz Kafka, Jacques Lacan, Stéphane Mallarmé, Herman Melville, Michel de Montaigne, Edgar Allan Poe, Arthur Rimbaud, William Shakespeare, Henry David Thoreau, Leo Tolstoi, Kurt Vonnegut, Ludwig Wittgenstein…
Von sämtlichen markierten Leuten, hatte ich als frühreifes Bürschchen bereits etliches gelesen, alles geschah unter Großvaters Obhut und sie kamen alle aus seiner riesigen Bibliothek.
*Zu Faulkner fiel mir noch etwas ein. Gerade jenes Werk, dann Die Mühle am Floss von George Eliot und Die Virginians, von William Makepeace Thackeray, waren die einzigen lesbaren Bücher während meiner 7-monatigen U-Haft im Stasi-Knast! Wartete allerdings wochenlang auf jene bestellten Werke. Konnte aber auf Goethe und Schiller ausweichen, deren Schriften aus den 1950ern, teilweise noch vom Schnitt verklebt…
Muss aber in dem Zusammenhang noch etwas ablassen, was die Leserei betraf.
Zu meinen 5wöchi­gen Bed & Breakfast-Tagen, im Budapester Staatsgefängnis, hatten mich die ungarischen Genos­sen doch mächtig verwöhnt. Insgesamt empfand ich jene Hütte als einen 5-Sterne-Knast! Äußerst kompeten­tes Personal, ausgezeichnete Verpflegung, jeden Mittag gab es ein Dessert (z.B. mehrfach süße Milch­nudeln mit geraspelten Walnüssen), täglich 15 Deputat-Zigaretten und dazu jede Menge Literatur. Konnte täglich zwei bis drei Bücher lesen. War ich mit denen fertig, wurde vor die Zellentür gelatscht. Prompt erschien kurz darauf der Page, im Tross ein Häftlings-Fourier, von dessen Wägelchen ich mir dann die entsprechende Literatur aussuchte – fast nur bundesgermanische Exemplare…

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Der 1. Mai, Internationaler kRampftag der zufriedenen Sklaven

Heutzutage weiß fast niemand mehr, dass die hiesigen Malocher ein nationalsozialisti­sches GESCHENK von Adolf dem Gütigen, ab 1933, als Feiertag genießen dürfen.
Hänge aber der Meinung an, auch Kenntnislosigkeit sollte man nicht unter Ulk verbuchen!
Denke vornweg natürlich an die verblödende iPhone-Genration, die sowieso nur einen Standard kennt, mit geringstem Einsatz viel Kohle zu verdienen.
Ganz pfiffige Mädels und Burschen seilen sich dafür in die Politik ab. Wobei es schon länger zu einem simplen Vorteil gereicht, wenn solche Individuen deshalb unwissend dankbar sind, einen Kopf zu besitzen, damit es in den Hals nicht hinein regnet.
Schließlich muss ja diese Hirnkugel für irgendetwas nützlich sein! Allerdings sollte ja nach der unendlich langen Evolutionsphase etwas ganz anderes dabei herauskommen, nicht nur eine erziehungsbe­dingte geistige Sahelzone.
KI wird demnächst alles entsprechend modifizieren. Sicherlich mit der Tendenz in eine vollendete Stumpfsinnigkeit, welche von den Massen noch weniger registriert wird…

“Wertschätzung für Soldaten: Deutschland führt Veteranentag ein”

WIKI meint dazu: Ein gesetzlicher Feiertag wird er nicht. Der 15. Juni wurde ausgewählt, weil an diesem Tag im Jahr 2019 erstmals das Veteranenabzeichen verliehen wurde. Nach dem Willen der Veteranen soll der Tag als familienfreundliches Volksfest begangen werden.
Ganz so fett scheint die Wertschätzung für jene Jungs und Mädels von Y-Tours dann wohl doch nicht zu sein, da man sich nicht für einen gesetzlichen Feiertag entschied.
Frage mich allerdings nicht, weshalb dies nicht geschehen ist.
Möglicherweise wedelten die sog. bundesgermanischen Wirtschaftsweisen mit vielen erigierten Zeigefingern, weil sie Bedenken anmeldeten, wegen der 24stündigen Stagnation in der hiesigen Industrieproduktion…
Wesentlich schlimmer finde ich ja das bedenkliche Vorpreschen einiger Chauvinisten der Senioren­uniformträgertruppe, welche ausgerechnet in heutiger Zeit, mit ausgeprägter Weisungsresistenz die gegenderte Verbalhurerei ablehnen.
V E T E R A N E Ntag, geht ja nun gar nicht! Weil damit sämtliche *INNERINNEN usw. u.ä. schlicht ausge­schlossen sind. Wo bleibt da eigentlich der Einspruch vom hoch gehypten Noch-Bundesverteidi­gungs- und baldigen Kriegsminister in spe?
Zeit meines Lebens interessierte es mich wirklich einen feuchten Kehricht, was beliebige Obermuf­tis ewig plappern und mir weismachen wollen. Aber diesmal bin ich doch etwas gespannt, welche sprachlichen Kapriolen hervorgekramt werden, mit denen man letztlich, wegen der pathologischen Gleichstellungstriebhaftigkeit sämtliche *INNERINNEN usw. u.ä. irgendwie verbandeln will…

(II) wg. Pressefoto des Jahres 2024

…Abgesehen davon, bereits seit Jahrzehnten gibt es in der morgenländischen Ecke UNSERER Erdenscheibe, den ehe­maligen französischen & britischen Mandatsgebieten, wechselseitig schon ewig sehr blutige Aus­einandersetzungen. Deshalb kann ich in dem Foto auch nichts einmaliges erkennen, sind doch sol­che Ergebnisse seit langer Zeit allgegenwärtig. Hinzu kommt auch, selbiges Motiv kann man täg­lich weltweit digital irgendwo einfangen, sogar tausendfach….
Hat Mohammed Salem Effendi die Frau überhaupt gefragt, ob er sie fotografieren darf?
Schließlich hat sie ja ein Recht auf ihr eigenes Bild!
Zumindest ist solch Vorgehensweise in demokraturischen Gefilden angesagt, allerdings gibt es da auch gewisse Ausnahmen…
Ob er oder die Jury des World Press Photo Awards ihr anschließend etwas Kohle zukommen lie­ßen?
Vielleicht bekam sie aber vom Fotograf vorher etwas Geld, damit sie sich in entsprechende Pose begab. Schon deshalb, um die vermeintliche Frau auch wegen der Lichtverhältnisse besser auf´s Bild bannen zu können, ohne störende Schlagschatten…
Finde jene Darstellung einfach nur nichtssagend und Scheiße.
Die präsentierten Gestalten könnten beliebig zusammengebastelt worden sein, außerdem kommt zu dem Foto hinzu, dass es erst anschließend mit Erklärungen versehen wurde. Was kein Problem ist, dazu gehören lediglich einige Gutmenschen mit pathologischer Betroffenheitsmentalität und ent­sprechende Aktivisten in den asozialen Medien.
Zu jener Betroffenheitsablichtung passt der unbewiesene Spruch vom Georgischen Väterchen: Der Tod eines einzelnen Menschen ist eine Tragödie, aber der Tod von Millionen Statistik!
Hinsichtlich der Interpretation von Statistik, die Selbsterkenntnis eines anderen Politikers (Winston Churchill): Ich glaube keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe. Klingen beide doch recht einleuchtend oder nicht?

*

Über 50 Jahre retour, da erinnere ich mich an das Napalm Mädchen.
Fand das Foto einerseits zwar abnormal, allerdings aus der Bewegung heraus geschossen, doch be­eindruckend. Zu jener bildlichen Aussagekraft, als Folge des Versprechens eines Scheffchens von demokratisierenden Weltpolizisten, versprach anno tuck der amerikanische Luftwaffengeneral Cur­tis E. LeMay, Vietnam in die Steinzeit zurück zu bomben. Dazu wirft die amerikanische Luftwaffe allein in den ersten drei Kriegsjahren 2,5 Millionen Tonnen Bomben auf das Land – mehr als im ge­samten Zweiten Weltkrieg.
Hatten die Franzosen 1954 für die Teilung Vietnams gesorgt und verzogen sich gleichzeitig aus ganz Indochina, erreichten die Amis trotz ihrer nostalgisch anmutenden Phantasien nur, dass sie den südlichen Teil,1976, lediglich in die Arme der nördlichen Kommunisten trieben. Für diesen Krieg starben rund 60 000 GI´s und ein paar tausend verbündete Söldner.
Was die Summe der verblichenen Vietnamesen betrifft, schwankt die Zahl zwischen 1,5 bis über 3 Millionen
Fußnote: Trotzdem wurde später bekannt, dass einiges an jenem Foto ebenso manipuliert war, letztlich machen es fast alle Fotografen, so tat es auch Robert Capa, der einen gewissen Bekannt­heitsgrad erreichte, besonders mit seinen Bildern aus dem spanischen Bürgerkrieg…

(I) Das ist das Pressefoto des Jahres 2024: Warum das Gewinner-Foto so bedeutend ist

Das ist das Pressefoto des Jahres 2024: Warum das Gewinner-Foto so bedeutend ist, weiß wiedermal nur der Schaitan…
Wenn ich mir jene Frage beantworten sollte, käme etwas anderes bei heraus.
In dem FAZ-Artikel hieß unter dem Foto: Das Pressefoto des Jahres von Fotograf Mohammed Sa­lem/Reuters zeigt Inas Abu Maamar mit dem leblosen Körper ihrer fünfjährigen Nichte nach einem Luftschlag im Oktober 2023 auf den Gazastreifen.
Es geht fettgedruckt lapidar weiter: Die Jury des World Press Photo Awards hat auch für dieses Jahr ein bezeichnendes Bild und weitere Geschichten gefunden. Das sind die Gewinner.

*

Beginne hinsichtlich solcher Kriegsfotografien Mal mit dem Urschleim.
Als ich vor 60 Jahren ähnliche Ablichtungen sah, allerdings in S/W, damals ging es hauptsächlich um Vietnam, hätte ich anfangs immer nur kotzen können. Recht schnell trat aber ein Gewöhnungs­prozess ein…
Dazu gehörten mehre Vorkommnisse, bei denen in unmittelbarer Nähe Unfälle mit Todesfolge ge­schahen. Es begann erstmalig mit 15 Jahren, im Sommer 1964, als ich mit meiner Freundin die Straße in Richtung einer Bushaltestelle überquerte. Da kam eine 3fünfer Java aus einer kleinen Ne­benstraße, der Biker erdete sich während der Linkskurve, seine Sozia stieg dabei ab und knallte mit einem sehr merkwürdigen Geräusch koppheister auf den Kantstein, wobei im gleißenden Sonnenlicht ihr Brä­gen vielfarbig umher spritzte…
Der Typ war beim Abbiegen mit seiner Holzpantine von der Fußraste abgerutscht, so kam es zu dem schweren Unfall…
An jenem Tag kam es aber noch schlimmer, als wir am späten Nachmittag in der Mitropa-Kneipe, nahe der Fenster vom Merseburgern Hauptbahnhof, auf unseren Bus warteten. Als plötzlich auf den Bahnsteigen eine Schießerei mit mehreren Maschinenpistolen begann. In Sekundenschnelle ent­wickelte sich im gesamten Bahnhofsbereich ein Chaos, welches man mit wenigen Zeilen nicht be­schreiben kann.
In rund 45 Minuten hatte sich alles erledigt, längere Zeit waren die infernalischen Schreie eines Verwundeten das schlimmste Erlebnis…
(Weshalb musste ich eigentlich an jenem Tag nach Merseburg? Da für mich keine Zufälle existieren, konnte es sich nur um eine göttliche Fügung handeln – Gott sieht, Gott hört, Gott straft! Weil mir die Gummi­hirsche ausgegangen waren und deshalb bereits zwei Nächte Spielverbot auferlegt bekam, gings stattdessen mit ihrem Schwager in die Kneipe.
Im Dorf durfte ich keine Präser kaufen, deshalb wurde dringend die Kreisstadt in Erwägung gezogen und Madame wollte unbedingt mitkommen. Mir kam an dem Tag die Aufgabe zu, mit ihr in alle möglichen Läden zu latschen. Widerwillig kam ich ihren flehentlichen Bitten nach. Immer nur nach irgendetwas Ausschau halten, allerlei Kram anprobieren aber anschließend nichts kaufen. Mann, war ich die ganze Zeit in Brast. Auf der ande­ren Seite lag es mir sehr am Herzen, dann des nachts noch eine der Lümmeltüten in Einsatz zubrin­gen.Was mein Begehren betraf, lauerte der Anschiss auf ganzer Linie. Schließlich musste ich doch Traktorreifen erstehen, da vernünftige Kondome nur als Bückware gehandelt wurden…
Wie verlief dann der Rest des Tages? Zuhause erzählte das Mädel erst mal weinend sämtliche Er­lebnisse im Detail ihrer Schwester, was mich veranlasste mit dem Schwager abzuhauen. Bekam die nächsten beiden Nächte deshalb wieder Spielverbot, was mich am dritten Tag veranlasste zu ver­schwinden. Zur Fehlinvestition gab es im neuen Schuljahr, Mitte September, nebenher auch noch den Bescheid, dass ihre Erdbeerwoche ausgeblieben war...)
Zwei Jahre später, mich cancelten die Genossen vorzeitig aus der Lehrwerkstatt, landete dafür in der dummgeilsten Brigade der Warnow-Werft-Schiffbauhalle. Hatte mich dort gleich mit zwei wei­teren Außenseitern angefreundet. Einem 22jährigen, der nach einer gescheiterten R-Flucht nebst an­schließender Knastzeit, die angehängte Bewährungsstrafe dort absitzen musste und die studenti­schen Hilfskraft aus Polen.
Wenn mit zwei Portalkränen riesige Segmente nach draußen transportiert wurden, gab es vorher be­stimmte Signale, damit sich unter der benutzten Fahrtrichtung alle Arbeiter verkrümelten. Allerdings musste kontrolliert werden, ob dies auch geschehen war. Wir gingen in unsere Brigade­bude, dort droschen einige Muchels bereits wieder Skat. Da man sich nicht groß unterhielt, wenn unser Brigadier auch dort hockte. Meinem besonderen Spezi fiel sofort auf, dass der Pole fehlte. Wir hasteten augenblicklich raus und sahen ihn unter dem momentan gesperrten Areal hocken. Eine Kleinigkeit hatte der sozialistische Arbeiter-Star allerdings vergessen, dem Studenten die entspre­chen­den Hupsignale zu vermitteln. Der erste Kranführer hupte zwar unaufhörlich, als er den dort sitzenden Typen gewahrte. Da der sich absolut nicht um das sehr laut hupende Gequäke von oben kümmerte, blieb der voran fahrende Kran abrupt stehen, mit fatalen Folgen!
Auf Grund des weiteren Anschubs, vom zweiten Kran, rissen nacheinander plötzlich alle vier Halte­vorrichtungen der 30 Tonnensektion ab. Der Aufschlag dieses Teils ging mit einem Krach einher, der an eine schwere Explosion erinnerte*. Alles ging zusätzlich mit einer unwahrscheinlichen Staubentwicklung einher und wo wir eben noch unseren Kollegen sitzen sahen, stand nun das große Stahlmonster… *(Jener infernalische Knall wurde allerdings 1970 vollendet übertrumpft, als ich mit einem Kumpel den Absturz einer MiG21, ungefähr 6 km von unserem Standort, NNW von Sangerhausen erlebte – zu Hackys Geburtstag.)
Wir beide durften anschließend sofort nachhause abdriften, landeten allerdings in der Tonhalle.
Nach den recht merkwürdig gestalteten Untersuchungen zu dem Unfall, stellte sich hinterher her­aus, dass ein Transportmontageauge auf Knicklastigkeit falsch angeschweißt ward. Merkwürdiger­weise gab es hinterher keine schwerwiegenden Bestrafungen von irgendwelchen Leuten, obwohl vorher fast alle Kontrollen durchweg fahrlässig erfolgt waren. Weiterlesen