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Von der Stunde meiner Verhaftung am Draht nach Jugoslawien, bis zum letzten Tag im Staatsgefängnis von Budapest, habe ich meine gesamte Knastzeit, was ungarische Aktivitäten betrafen, nur in angenehmer Erinnerung.
Gutes Essen, täglich 15 Zigaretten auf Staatskosten, jeden zweiten Tag bis zu sechs neue Bücher, fast alle aus den Häusern Rowohlt und Fischer. Während dieser Wochen verzichtete ich fast völlig auf tägliche Freistunden. Zwischendurch war es mir vergönnt einen Vorgeschmack zu erheischen, auf das, was mich später in der Zone erwarten würde. Als ich mir, während eines “Gespräches“, mehrere Minuten das sinnlose Gekreische eines Stasioffiziers anhören musste. „Du selten dummes Schwein Simmering! Wolltest mächtig schlau sein! Hast den Termin deiner Flucht so gelegt, da du der Meinung warst, zum 25sten Jahrestages unserer Republik gibt es einen Amnestie und du bist dann unter den ersten, die wir an schließend nach dem Westen ausweisen, ha, ha, ha! Nichts ist mit Amnestie!“
Was meine terminlich Planung betraf, da hatte diese Flachzange sogar Recht. Nach den vergangenen, wunderschönen Sommermonaten, die ich gemeinsam mit Leuten, fast nur in den Urwäldern der Bieszczady , an der Ukrainischen Grenze verbrachte, war dem nahtlosen Übergang in den Westen eigentlich nichts gegen zusetzen. Nun hieß es hoffen, dass dieser dummrote Schmierpiss vor mir bluffte, was die Amnestie betraf.
„Was hast du den Ungarn alles für eine Scheiße erzählt, dass mir dein Vernehmer sagte, er könne verstehen, dass du aus unserem Staat weg wolltest.Warum musstest du denen auch auf die Nase binden, dass deine Großeltern Verfolgte des Naziregimes sind und deine Mutter Funktionärin. Blah, blah, blah.

