85ster „Geburtstag“ vom „Tag der nationalen Arbeit“

Gestern war es nun wiedermal so weit, für die Mehrheit im Lande hieß es, heute nix werkeln!
In vielen Ländern dieser Erdenscheibe bezeichnen sie diese 24 Stunden schlicht: Tag der Arbeiterbewegung oder nur Tag der Arbeit, allerdings nennen ihn verständnisresistente Zeitgenossen mit ideologiefreien Reflexionen lapidar: Krampftag des heutigen Lohngesindels!
Zur Erinnerung, am 1. Mai 1933, schenkte jener Anstreicher aus Braunau, SEINEM VOLK den „Nationalen Feiertag des deutschen Volkes“.
Fand im Netz den entsprechenden Monolog des Verführers. Da hat sich zu UNSEREN TAGEN nichts weiter geändert, die Stare bombardieren gegenwärtig die Plebse auch nur mit Worthülsen…
Gleichwohl sind die Leute nicht mehr so euphorisch, liegt vielleicht daran, weil alles anders kaschiert wird, aber jener Honig, der dem Volk ums Maul gestrichen wird, kommt aus dem gleichen Napf und schmeckt ähnlich.
Mir fällt zu dem Standbild noch etwas ein, damals machten sich die Ideologen absolut keinen Kopf um die Bodenbrüter auf der zertrampelten Rasenfläche des Tempelhofer Feldes!
Adolf der Gütige beginnt sogar politisch korrekt, nennt seine Zuhörer Volksgenossen und Genossinnen!
…habe total den Faden verloren, wollte eigentlich den Schrieb noch abends beenden, war dazu aber nicht mehr in der Lage, wegen übermäßigen Genusses von harten griechischen und polnischen Volksdrogen. Legte dann noch einen sehr unglücklichen Stunt hin. Erschrak mächtig, als ich aufstand und der Plastikstuhl scheinbar eine Grätsche machen wollte, in deren Folge ich mich auf dem Terrazzo erdete. War mir doch vor einigen Jahren ähnliches widerfahren, auf dem Balkon vom Schefff in meiner kalten Heimat, allerdings stocknüchtern und mit viel Reaktion dabei. Erhob mich recht schwungvoll aus solch einem Sitzgerät, wobei das weiße Unding prompt den Geist aufgab. Um ein Haar wäre mir anschließend ein sehr spitzes Teil ins Gekröse gefahren…
Vor fast dreißig Jahren sah dies noch ganz anders aus, da wurde am Vorabend gebechert, nebenher noch Kultur eingezogen, zu riesigen Gewerkschafts-Events in der Deutschlandhalle. Das waren noch Zeiten, als an solchen Abenden Die Drei Tornados vom Leder zogen, IG-Blech trötete und am nächsten Tag, wurde sich dann recht sportlich betätigt.
Dies begann mit einer Wanderung quer durch Westberlin, erst zum Kudamm 185, weiter in den Dschungel oder die Ruine. Wenn es das Wetter zuließ, landeten wir irgendwann zum Pennen vor dem Reichstag.
Mittags dann Treffpunkt Mariannen-Platz, zumindest war die stundenlange Latscherei zu ende. Dort begann schließlich der Klassenkrampf – High sein, frei sein, überall dabei sein, Chaos muss dabei sein…

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