US-Schriftsteller Gore Vidal geht nicht mehr einkaufen

Das große intellektuelle Lästermaul aus Amiland ist in die ewigen Jagdgründe entfleucht.
Vidal setzte seine sehr spitze Zunge nicht nur im geschliffenen Florettkampf ein, er konnte auch mit einem stumpfen Säbel überall dazwischen dreschen…
Viel bewegt hat er trotzdem nicht.
Dessen ungeachtet gefiel seine unkonventionellen Art dem anderen Amerika, die jene Flachzangenmentalität der Schwanzlutscher des Kapitals und deren willfährigen Lakaien ablehnten, allerdings schienen gewisse Kreise ihn ebenso als Feigenblatt zu missbrauchen.
Jedenfalls war er vom Schlage eines vielseitigen Literaten, deren Spezies in Europa schon lange ausgestorben scheint.
Hier schleichen momentan nur ähnlich geartete Möchtegerne herum.
Koketten mit blakender Allwissenheit, die sich darin gefallen, in betont verstandesmäßigen Filzpantoffeln an ihren Gehwarzen, durch dröge Talkshows zu tingeln. Dabei bonbonfarbene, aufblasbare Moralkeulen schwingen, die sie benötigen um all jene unsäglich-politisch korrekten Sprechblasen ihrer Gegenspieler zu parieren…
8-ung: Das empfohlene Werk ist nichts für sensible Schöngeister der Literatur!
Hatte vor vier Jahren bereits auf dieses Buch hingewiesen.
Dort bezieht sich Vidal in einem Text auf: „The Day America Told the Truth“ und kommt in dem Zusammenhang zu folgendem Schluss: „… Offensichtlich gibt es für unsere verwirrten Massen nichts Aufregenderes, als sich von George und Barbara Bush einen blasen zu lassen…“
Damals tauchte beim Lesen folgende Frage bei mir auf – da bekanntlich zwischen Amis und Deutschen kein so großer Unterschied besteht, was deren Lebensgefühl angeht. Ob auch in unserem Lande Leute existieren, für die es nichts Aufregenderes geben sollte, als sich von Helmut und Hannelore Kohl einen schnattern zu lassen – wenn dem nicht so sei, sind die US-Amerikaner doch etwas anders drauf…

2 Gedanken zu „US-Schriftsteller Gore Vidal geht nicht mehr einkaufen

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