Archiv für den Monat: April 2025

Unterstützen Sie freien Journalismus und abonnieren Sie DIE ZEIT

Liebe Leserin, lieber Leser,
vielleicht hatten Sie – es ist noch nicht so lange her – auch diesen Traum: Die Demokratie vertreibt Despoten und Diktatoren. Statt sich gegenseitig zu bekriegen, kämpft eine in Vernunft vereinte Menschheit gegen Klimawandel, Artenverlust und Ungerechtigkeit. Die Idee der Aufklärung – alle Menschen zu ermutigen, sich ihres eigenen Verstandes zu bedienen – ist schlicht nicht mehr aufzu­halten.
Möglicherweise irren noch solcherart Narren*INNERINNEN usw. u.ä.  irgendwo in hiesigen Gefilden herum, die sich an den ewigen Verbalhurereien, welche den Begriff „DIE Demokratie“ betreffen, auch noch köstlich ergötzen. Kann mir sogar vorstellen, dass wahrscheinlich bis zum heutigen Tag, solche Tagträumer irgendwo existieren. Für mich endete Die Zeit-Ära ruckartig, als mein Sangerhausener Landsmann, Christoph Dieckmann , der Schatten von Fritze Schorlemmer, die Trotz-Ossi-Seite in dem Blatt etablieren konnte…
(Gleich auf der ersten Seite wird im Text irgendwo Dylan erwähnt, es handelte sich um ein merkwürdi­ges Konzert. Irgendwer berichtete mir damals, dass der Veranstalter (Schwenkow oder Rau?!) nach dem miesen Kartenvorverkauf, Bob angeblich unwissentlich nach Ostberlin gekarrt wurde und es erst vor Ort erfuhr. Deshalb ohne großartigen Zugaben gleich wieder abhaute…)
Allerdings war C.D. für mich bereits vorher schon gestorben, als ich ihn mit Klaus D., anlässlich einer Veranstaltung in Ostberlin kurz traf und er mir sagte, ich solle damit aufhören, in Sangerhausen und Umgebung Stasispitzel ausfindig zumachen. Obwohl ich die Meinung vertrat, wenn man nichts gegen jenes Pack unternimmt, sind sie bald wieder in entsprechenden Funktionen und allen ist dies scheißegal…
Etwas später kreuzten sich unsere Wege auf irgendeinem Provinzbahnhof, auf dem ich mit meiner Angetrauten, von Lunow aus hingekarrt wurden, um zu später Stunde nach Berlin zu düsen, da übersah er mich geflissentlich…
Fand im Netz ein Interview mit ihm, zu Beginn fand ich folgende Bemerkungen von ihm: Ich woll­te mal Fußballreporter fürs Radio werden. Doch war mir früh klar: Das wird nichts. Ich durfte ja kein Abitur machen, wegen meiner Nichtzugehörigkeit zur FDJ. Mein Vater war Pfarrer in Sanger­hausen, dort gab es die Kreisschulrätin Richter. Diese herrschende Genossin erklärte mir: Sie tun nichts für das Volk, da tut die Volksmacht auch nichts für Sie! Folglich blieb mir die höhere Bildung verwehrt.

Weiterlesen