Dissident und leidenschaftlicher Literat

Hatte gestern vergessen noch an Pavel Kohout zu erinnern.
Über ihn ist eigentlich fast alles gesagt worden, will deshalb auch nicht auf sein politisches Wirken eingehen.
Es ist tragisch, dass über 25 Jahren nach den einschneidendsten Geschehnissen der letzten Zeit, kein vollständiger Wandel stattgefunden hat. Als einzige Folge des Umbruchs ist es weltweit lediglich dazu gekommen, dass heute massenhaft visionsresistente Dummschwätzer, Luschen und Abziehbilder an den Schalthebel der Macht kleben, die lediglich mit ihrer Selbstdarstellung beschäftigt sind, nebenher mal dieses und jenes vollkommen planlos ausprobieren.
Pavel Kouhut gehört neben Nelson Mandela zu einer aussterbenden Spezies, wobei Menschen von ihrem Format nirgends in Sicht sind.
Da hilft es auch nicht, wenn man für letztgenannten Kämpen vor der Klinik herumtanzt, betet – vielleicht sogar heimlich Pläne schmiedet, um ihn später zu balsamieren oder laminieren…

In diesem recht ungewöhnlichen Krimi, wird das fortlaufende Geschehen immer aus Sicht der gerade handelnden Person geschildert. Man hat im gleichen Augenblick und parallel dazu, immer die eigenen Gedankengänge mit im Spiel, wobei oftmals Handlungsstränge überraschende Wandlungen erfahren. Mit Hilfe einer großen Bandbreite läßt der Autor den Darstellungen von menschlichen Schwächen nebst seiner perversen Abgründe, fast vollständig freien Lauf, kehrt aber dann unmittelbar zu jenen humanistischen Dimension zurück, in denen sich besonders Zivilcourage, Geradlinigkeit, Vertrauen, Aufrichtigkeit und Hoffnung wiederfinden…
Alles Tugenden, die Angesichts aktueller Tatsachen ohne tiefere Bedeutung sind, heute lediglich als Schwächen firmieren und mit Hilfe der politischen Korrektheit total verkommen

Ein Gedanke zu „Dissident und leidenschaftlicher Literat

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