„KLÖTENKÖM“ – auch EIERLIKÖR genannt

Diese anschließende Präskription stammt vom hervorragenden Volksdrogen Alchimisten und Schauspieler Chajim S. Koenigshofen (*16.07.1953, † 25.09.2010), der nebenher auch gigantisch kochen und backen konnte.


Rezeptur für ein Gesöffchen, was manche auch Klötenköm (ugs. im norddeutschen Dialekt) nennen.

Man nehme:
6 Eigelb
200 gr. Puderzucker
eine Prise Salz – nicht vergessen!
Vanille, Tonkabohne
200 gr Schlagsahne
50 – 100 ml 96%igen Trinkspiritus, je nach Anspruch und Geschmack – Ethanol aus der APOtheke  (Außer Rohöl und Stacheldraht eignet sich eigentlich jeder klare Branntwein dazu!)
Brösel einer Tonkabohne (Steht unter Hülsenfrüchten!)

1. Die sex Eigelb schaumig geschlagen (fast weiß), dann etwas weniger als ein viertel less salt versus more on teaspoons, healthy eating conceptTeelöffel Bourbon-Vanille (Als FDP-mäßiger Kompromiss gilt: Statt echter Vanille – drei Tütchen Vanillezucker. Wer diese Zeug benutzt, den sollte eigentlich der Blitz beim Scheissen treffen!) nebst einer drittel Tonkabohne – in ganz feine Bröseln geraspelt – mit dem Puderzucker gut verrühren.
2. 200 gr. Sahne schlagen – nicht zu fest, nicht zu flüssig – dann mit der Eigelbpampe vermischen und eine Prise Salz zugeben.
3. Anschließend vorsichtig 50 bis 100 ml 95er Sprit zugeben und bis zu einer einheitlichen Konsistenz weiter quirlen.

8-ung!!!
Während der Herstellung niemals mit den Pfoten, den Füßen oder einem abgeleckten Löffel die Pampe testen!!!
Für Gourmets ist die Zugabe von einer bisher nicht erwähnte Prise Habaneropfeffer angesagt! Die Winzmenge muss ausprobiert werden!!! Habanero hat, je nach Züchtung, 100 000 – fast 600 000 Grad auf der Scoville-Skala!
Diese hedonistische Volksdroge sollte in Waffelbechern kredenzt werden!

in Polen kostet der halbe Liter Trinkspiritus (96 Umdrehungen) rund 10 Euronen.
Mit Tonkabohnen ist es so ein Ding. Vor wenigen Jahren wurde dieser Brösel EU-weit verboten. Scheinbar war irgend so ein Nichtstuer vor lauter Langeweile auf die Idee gekommen, herauszufinden aus was sie so besteht und fand ein wahrscheinlich krebserregendes Alkaloid. Contras dieser These behaupten nun, dass man dazu täglich 50 Stück essen müsste…
Ähnlich verhält es sich bei Muskatnüssen, die bestimmt auch bald verschwinden werden, da etwaig Rausch erzeugend!
Wobei man zum Abheben den eigedickten Sud aus einen Kilo benötigt!
  – Ende der Fußnote

Die Eidgenossen sind noch nicht ganz so bekloppt, ein bißchen schon.
Lustig ist nämlich jene Tatsache – Mindestabnahme eines Versandhandels – 100 Gramm! Dies entspricht fast der Menge von 100 Bohnen, für drei Liter benötige ich aber nur ein Tonka-Teil…

Hier ein umfunktionierter Zonenwitz:
Zwei Jungs streiten sich.
Sagt der Schweizer: „Ätsch, wir haben Tonkabohnen!“
„Ätsch, wir sind dafür in der EU!“
„…Sind wir auch bald!“
„Dann habt ihr aber keine Tonkabohnen mehr – ätsch!“

Was mache ich mit dem angefallen Eiweiß? Natürlich Baiser!
Das Eiweiß steif schlagen, eine größere Prise Salz zugeben, muss sein – dann den Zucker esslöffelweise unterheben, (bei der Menge aus 6 Eiern sind es etwa 100 gr.), bis eine feine breiige Pampe entsteht (sie muss glänzen und das Rührwerk muss drinnen stehen können!), je länger man schlägt, desto luftiger werden die entstehenden Brösel anschließen. Weitere Verarbeitung geschieht dann auf einem mit Backpapier ausgelegtem Blech. Unter Zuhilfenahme eines Löffels, in beliebiger Form verarbeiten oder man quetscht alles aus dem Spritzbeutel. Perfekt kreiert ähneln sie anschließend den Häufchen von Teppichratten auf Gehwegen…
Bei den folgenden Angaben handelt es sich um Näherungswerte! Den gesamten Klumpatsch mindestens 12 Stunden auf dem Backpapier trocknen lassen, der Rest wird im Umluftherd erledigt, bei 110-120 Grad Reaumur und in 90-120 Min.
Test: Vollständig getrocknete Teile lassen sich auf dem Papier verschieben.

Ein Dessert aus gezuckertem Eischnee, gefrorenen Him-  oder Heidelbeeren(echte!) beide aber ungezuckert, Schlagsahne und Baiser.
Mengenmäßig wird die Hälfte des Volumens vom Gefrorenen (500-700 Gramm) angepeilt. Baiser nicht zu klein in eine größere Schüssel zerbröckeln, anschließend den eisigen Klumpen obendrauf legen und auftauen lassen, dann alles vermengen. Für 500 Gramm Früchte genügen eigentlich 200 gr. (und mehr) Schlagsahne, bei einer 750er Himbeer-Packung nehme ich allerdings zwei Becherchen…
Die recht steif geschlagene Sahne kurz vor der Mümmelei zugeben, jene anfallende Gesamtmenge sollte eigentlich fett für 6-8 Personen ausreichend sein – unter normalen Umständen!
Als hedonistisches I-Tüpfelchen könnte man noch eine Haube aus Klötenköm hinzugeben…
Habe diese Nachspeise mit den unterschiedlichsten Früchten ausprobiert, bin aber wegen des leicht säuerlichen Geschmacks, letztlich bei Himbeeren (aber nur, da sie immer käuflich zu erwerben sind) hängen geblieben!

Fußnote: Habe letztens mal wieder ein Experiment gestartet. Gab der Pampe zum Schluß Cumin, Curry (scharf), Kurkuma, Muskatnuß & Zimt zu, das gab eine ungewöhnliche Geschmacksnuance!

8ung! Nachtrag, Okt. 2017: Wegen der politischen Situation und dem Grassieren von schwarzen Pest in Madagaskar, ist Momentan der Preis für ein Gramm gemahlene Bourbon-Vanille, fast identisch mit einem Gramm Silber…

Das angefallene Eiweiß steif schlagen und Zucker esslöffelweise unterheben, (bei der Menge aus 6 Eiern sind es etwa 200 gr.), bis eine feine breiige Pampe entsteht, die dann auf einem mit Backpapier ausgelegtes Backblech mit Hilfe eines Löffels in beliebigen Form verarbeitet wird, oder man quetscht alles aus dem Spritzbeutel.

Perfekt kreiert, ähneln sie dann den Häufchen der Teppichratten auf den Gehwegen.

Bei den folgenden Angaben handelt es sich um Näherungswerte vom Umluftherd: bei 110-120 Grad 70-100 Min. trocknen lassen.

Test: Die vollständig getrocknete Teile lassen sich auf dem Papier verschieben.

2 Gedanken zu „„KLÖTENKÖM“ – auch EIERLIKÖR genannt

  1. ZK

    Liebe Susanne, da habe ich ja für umsonst gelebt, denn diese hedonistische Köstlichkeit ist an mir vorbeigegangen. Wenn mich nicht alles täuscht, ist jene Kreation auch von ihm: (https://www.flickr.com/photos/zonenklaus/14801280190/in/album-72157646650020386/)
    Er hatte uns mal in unsere Stammkneipe eingeladen, da kredenzte Chajim für Sabine, ihrem Sohn, meiner Freundin und mir auch einen russischen Apfelkuchen, der mit Klötenköm aus seiner Alchimistenküche übergossen wurde. Die Geschmacksknospen schlugen anschließend, nach jedem Gabelhappen, mehrfache Salti…
    In der folgenden Bilderserie existieren einige Ablichtungen von jenem nachmittäglichen Ereignis.
    https://www.flickr.com/photos/zonenklaus/albums/72157627526080671
    Grussssssssssss, ZK

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