“…weil nicht sein kann, was nicht sein darf…”

Durch den TAGESSPITZEL landete ich in der ARD-Mediathek.
Für besagte Sendung lautet der Reklamespruch: Der Polittalk aus dem Herzen der Hauptstadt: Günther Jauch diskutiert in seiner Sendung sonntags nach dem Krimi mit interessanten Gästen aus Politik und Gesellschaft das Thema der Woche.
Aktuell, relevant und bewegend. Die einstündige Sendung ist live.

Natürlich setzte der Quotenheinz im Gasometer auf das mediale Schattenboxen und alles lief unter der Rubrik: Herrenwitz mit Folgen – hat Deutschland ein Sexismus-Problem?

Gleich nach der Larvenpräsentation im Rund wollte ich schon wegschalten, hielt es dann aber noch  etwas aus und machte während der beginnenden 8. Minute den Abgang.
So viel Expertentum neben einer fetten Erkältung kann man nicht gebrauchen.
Begnügte mich nur mit dem Artikel, der warf wieder Fragen auf.
Was ich auch dort vermisste, niemand lässt endlich mal rüberwachsen, was so ein alter, hässlicher Pfälzer in weinseliger Stimmung unter einem Herrenwitz versteht…
Dafür besaß Frollein S. den absoluten Durchblick, wie hieß es da?
– Sicher traf Alice Schwarzer den Kern der scheinbar so plötzlich über uns hereingebrochenen Problematik. Sie gibt zu bedenken, dass die zunehmende Qualifikation von Frauen in der Arbeitswelt neue Verteilungskämpfe zwischen den Geschlechtern hervorruft. Sexistische Bemerkungen und anzügliche Gesten aber gehörten zum männlichen Versuch der Machtsicherung, womit junge, professionelle Frauen nicht gerechnet hatten. Umso größer nun deren Erwachen und Empörung.
Interessant sind natürlich ihre dargebotenen Windungen zur gedruckten Sprechblase…
Von den sexistischen Bemerkungen, den anzüglichen Gesten, die letztlich von Typen als fürchterliche Waffe zur Machtsicherung eingesetzt werden.
Wenn junge, professionelle Frauen damit nicht gerechnet hatten, gehören sie auch nicht in solche Positionen, wo es auch darum geht den Typen Paroli zu bieten.
Mit welchen Maßeinheiten bedenkt denn Alitze die Größe des Erwachens und Empörung…
Bei Letzterem empfinde ich lediglich ein geschlechtsspezifisches Zeter & Mordio.
Wesentlich verständlicher brachte es der Kommentar von Senta Berger rüber, sie wird mit ihrer Aussage zwar den kämpfenden Geschlechtsgenossinnen in den Rücken gefallen sein, allerdings geben die wenigen Sätze etwas von Lebenserfahrung wieder Es liegt an jedem selbst, sich dagegen zu wehren und zwar wenn solche Situationen anstehen! Da muss Mann/Frau nicht auf eine Fürsprecherin bzw. auf das Rudel warten!
So manche Kämpferinnen haben recht simple schwarz/weiß Malereien verinnerlicht, gefühlsmäßig kommt eine grundsätzliche Einstellung hinzu, dass nicht sein kann, was nicht sein darf und dies verhindert auch mögliche Veränderungen in zwischenmenschlichen Bereichen unter den Geschlechtern.
Haben diese Tanten überhaupt mal registriert, dass solche Exzesse auch massenhaft von der weiblichen Seite ausgehen können?
Mal zu mir, ich habe gewisse sexistische Anmachen niemals als solche empfunden, im Gegenteil, es bereitet mir schon zu Anfangszeiten Lustgewinn, habe immer versucht mit mir selber ins Reine zukommen, es als Lehrstoff für später verstanden und bin niemals damit hausieren gegangen…
Unter Schweigen und Genießen wurden die manchmal recht unverständlichen Eigenheiten des anderen Geschlechtes abgebucht. Bin dabei sehr gut gefahren, denn anders ging es ja auch nicht.
Wenn mit noch keinen 15 Lenzen auf dem Buckel, eine mehr als dreimal ältere Frau überein herfällt und gleich das ganze Programm abspielt – aber Holla die Waldfee…
Noch witziger ging es zwei Jahre später ab, da gab sich eine alte Bootverleiherin die Ehre. Bei dem Biest musste man sehr vorsichtig sein. Schläge auf die Arschbacken gingen ja noch, auch der Griff in die behaarte Brust, wenn sie einem aber voll in die Eier grabschte, war unter Umständen alles zu spät.
Egal was anlag, meistens war da noch ein Kahn angebunden, für den es nie Ruder gab. Wenn mein Kumpel dort auftauchte, fanden sich immer zwei an.
Wie er das anstellte?
Da kam nur ein breites Grinsen, irgendwann sah ich es vom Kiosk aus. Der Typ ging in ihre kleine Butze, verschloss die Tür, nach wenigen Minuten hatte er die Ruder auf dem Ast.
Kurz darauf brauchte ich unbedingt jenes Boot, wegen einer Käthe.
Auf der westlichen Seite des alten Warnow-Arms befand sich die VP-Meldestelle, daneben eine Eisdiele oder Bäckerei. Das Mädel sollte dort auf mich warten, ich wollte rüber gerudert kommen. Außerdem konnte man von dort die Tür des Bretterverschlages nicht sehen…
Gegen mein Lampenfieber wurde am Kiosk ein Flachmann gekippt und zwei Flaschen Bier erstanden.
Eine gewisse Notgeilheit war schon vorhanden, aber nicht wegen der Verleiherin, eine spindeldürre, kleine Frau, die mit ihrer ledernen Haut an eine Squaw erinnerte. Die kleinen Brüste im Oberteil eines Bikinis erinnerten an Fahradwimpel, die eigentliche Überwindung bei diesem Kanossagang – hinter ihren grell rot lackierten Lippen sah man, wenn sie schallend lachte, die Skyline von Manhattan…
Dann ging alles ganz schnell, hockte mich auf den einzigen Stuhl, in der einen Hand ´n Pulle Bier, in der anderen ´n Kippe und schon begann die Schnatterei.
Besser gesagt, Madame begann wie blöde zu Wichsen.
Im richtigen Augenblick rutschte mein Jogi an ihren Mandeln vorbei…

Die andere Geschichte ereignete sich am ersten Arbeitstag in der Schoko von Tangermünde.
Stoney und ich sollten ein altes Trockenband demontieren. Der Meister hatte uns Tom zur Seite gestellt, dieser Sack legte uns das erste Einstandskuckucksei.
Nachdem alle Bodenverschraubungen gelöst waren, schob er einen Hubwagen unter diese vielleicht 12 Meter lange Anlage, quatschte dabei ganz wichtigen Stuss und wir beiden registrierten nicht, dass alle Kollegen, die vorher dort herumstanden, plötzlich weg waren.
Dann erfolgte die idiotische Anweisung, ganz an die Maschine zu gehen und die oberen Laufketten festzuhalten. Der Hubwagen besaß eine Eigenheit, er war defekt und ließ sich deshalb nicht langsam absenken.
Tommy trat auf den entsprechenden Hebel, es gab einen infernalischen Knall und er rannte sofort aus dem Raum. Im ersten Moment waren wir nur verdutzt, sahen aber gleichzeitig die Bescherung. Hunderte von Kakerlaken waren aus der Maschine gefallen, in Bruchteilen von Sekunden zischten sie nach allen Seiten von dannen, etliche natürlich durch die Hosenbeine am Körper hoch.
Nun hagelte es Tipps, wie wir dieses Viecher schnell wieder loswerden konnten.
Wieder retour, hatte unser Schlosserkollege zwei kleine, flache Montagewägelchen besorgt, auf die legte man sich drauf und konnte während der Demontage unter der Anlage herum rollen.
Irgendwann musste ich mal aufstehen, zog mich an den Rand, bemerkte plötzlich einen größeren Schatten über und zwei wuchtige Beine versperrten mir den weiteren Weg. Endlich gewahrte ich, was da los war, nebenbei erscholl infernalisches Gelächter, versetzt mit saudähmlichen Bemerkungen.
Wieder zurückgerudert und überließ ich meinem Kumpel den Vortritt. Der wurde auch nicht raus gelassen, rollte deshalb laut fluchend auf die andere Seite rüber und stand dort auf.
Ach so, jetzt will mancher vielleicht wissen, woran sich in der Abteilung alle ergötzten, natürlich über unsere Reaktion.
Da Stand also eine breitbeinige Vettel mit rotunterlaufenen Beinen die an Tempelsäulen erinnerten. Schenkel die unförmig nach oben ausliefen, quer dazwischen dichte Behaarung und mittenmang baumelten zwei recht ausgeprägte Schamlippen…

Fußnote:
In jene Richtung könnte ich noch mit einem Haufen weiterer Geschichten kommen, auch sehr lustige dabei…

Ein Gedanke zu „“…weil nicht sein kann, was nicht sein darf…”

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