wg. TARANTEL´n

Bisher habe ich noch nie darauf reagiert, wenn mich jemand über Eigenheiten des BLOGs ansprach. Ausnahmen bestätigen die Regel!
Heute soll es mal geschehen.
Es betrifft die „TARANTELN“.
Warum ich mir solche „Arbeit“ machen würde, die Dinger scannen und sie dann im Netz zu verewigen.
Weiß gar nicht, wie ich beginnen soll.
Meine Intention war folgende.
Da heute fast jeder versucht, auch wirklich alles in Knete umzufunktionieren, wollte ich solchen Schmierpissen nebst §§-Komikern zuvorkommen, die sich mit Hilfe von Gebrauchsmusterschutz auch ehemals “frei zugängliches Kulturgut“ unter den Nagel reißen würden. Dadurch einem Haufen wirklicher Interessenten jene Sachen zwangsläufig vorenthielten, da sie nur noch arschteuer zu erstehen wären.
Da bieten sich die Scheinfreiheiten im Netz geradezu an. Einmal ins Netz gepinnt, hängt es ewig dort herum.
Ich finde, dass bin ich all den Menschen schuldig, welche ich zu meinen Zonenzeiten kennen lernte, die für Witze oder dem Besitz von westlichen Publikationen im Lager oder Zuchthaus landeten. Zwei ältere Leutchen drunter die dafür, kurz nach dem Krieg, im KZ Sachsenhausen büßen mussten.
Aus dieser Klientel rekrutierte die Firma auch gern ihre freischaffenden Mitarbeiter, kam damals auch leicht ins Trudeln, bei mir waren u.a. Pornos und Musikzeitschriften das auslösende Moment.
Noch etwas für vergessliche Ostalgiker!
Bis 1962 fanden in der Schulen ewig Filzereien nach Schund- und Schmutzliteratur statt.
Betreffs: „Netzfreiheit“!
Muss ich nun doch noch auf diesen unsinnigen Spruch von Rosa Luxemburg zurückkommen.
Wie gestern bereits erwähnt, sind mir die Worte niemals bewusst untergekommen. Wenn er wirklich aus ihrer Feder stammen sollte, dann hat man ihn garantiert aus dem Zusammenhang gerissen.
Werde mal danach suchen.
Jahrelang ist es nur beim Wollen geblieben. Heute habe ich den Satz endlich heraus gekramt – dem Netz sei Dank – in meinen Folianten hätte ich ihn nie gefunden…
Rosa Luxemburg, Die russische Revolution
Quelle: Politische Schriften, Band 3, Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt a. Main, 1968, Seite 106- 141
Zuerst veröffentlicht 1922 von Paul Levi nach dem handschriftlichen Manuskript aus dem Nachlaß.
– Man findet den bestimmten Satz im IV. Caput des letzten Drittels, nebst der vollständigen Interpretation, die da lautet: Freiheit nur für die Anhänger der Regierung, nur für Mitglieder einer Partei – mögen sie noch so zahlreich sein – ist keine Freiheit. Freiheit ist immer nur Freiheit des anders Denkenden. Nicht wegen des Fanatismus der “Gerechtigkeit”, sondern weil all das Belehrende, Heilsame und Reinigende der politischen Freiheit an diesem Wesen hängt und seine Wirkung versagt, wenn die “Freiheit” zum Privilegium wird.
Daraus ergibt sich natürlich ein ganz anderer Sinnzusammenhang, auch ist der Satz nicht allgemeingültig. 01-Lenin-BananenRozalia Luksenburg kritisiert kurz nach der russischen Oktoberrevolution eine Führungsclique, bestehend aus intellektuellen Spinnern und Lumpenpack aus der Gosse, welche versuchten, über die Köpfe des Pöbels eine Idee umzusetzen, für die es überhaupt keine Basis gab.
(Was es mit dem russischen Seelchen in vorrevolutionärer Zeit und danach auf sich hatte, kann man auch heute noch verfolgen bei Gogol, Dostojewski, Gontscharow (Sein Oblomow – ein Meisterwerk), Tschechow, Tolstoi, Bulgakow, Gorki, Soschtschenkow, Jerofejew, Solschenizyn, Aitm… Nicht zu vergessen, die großartigen Filmemacher…)
Fand den Artikel recht interessant.
Ihn sollten sich so manche neobolschewistischen Strolche mal zu Gemüte führen. Außerdem sind große Teile der angesprochene Problematiken zeitlos und auf alle Parteien übertragbar. Man müsste lediglich die Namen der führenden Marionetten des Kapitals austauschen…
Wenn mir Linxwixer bloß mit dem nackten Satz kamen, wollte ich ihn nie verstehen und konterte auf meine Art.
Freiheit ist immer nur Freiheit des anders Denkenden… – Was für mich in dem Moment auch hieß – politisch korrekt betrachtet – dann auch die Freiheit des sympathischen SS-Mannes aus dem Nachbarhaus betraf…
Natürlich erfolgte daraufhin immer ein Aufjaulen.
Nebenbei wurde meinerseits mit einem anderen Spruch gekontert, er stammt von Jean-Jacques Rousseau (1712 – 1778): Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern dass er nicht tun muss, was er nicht will.
Jener Satz ist beim ersten Hinsehen doch recht einleuchtend. Allerdings birgt diese Übersetzung in unserem Sprachgebrauch eine gewisse Tragik, denn im Deutschen wird aus einer doppelten Verneinung eine Bejahung!
Da halte ich es lieber mit Kris Kristofferson, Freedom is just another word for nothing left to loose….
Er stammt aus seinem Generationen prägenden Hit, den damals fast jeder kannte.
Nehme mal an, die Version von Rita Chiarelli ist ebenso unbekannt…

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