Berlins früherer Regierender Bürgermeister fordert unkonventionelle Lösungen für das Flüchtlingsproblem.

So lange er noch zwei Straßen weiter seinen Lebensmittelpunkt hat, werden wohl im östlichen Wilmersdorf nicht allzu viel Flüchtlinge angesiedelt werden. Viele haben es noch gar nicht geschnallt, dass in solchen prekären Situationen Politiker fast immer nach dem Prinzip des Sankt-Florians handeln. Wem es nichts sagen sollte, DIE Engländer drücken es viel lakonischer aus und das bringt die ganze Angelegenheit wesentlich besser auf den Punkt. Sie nennen es kurz und knapp Nimby, was soviel bedeutet wie „Not in my backyard“. Dies wird die Allgemeinheit sicher verstehen.

(Zu Ebis Lieblingsgeschäften scheint der 1Euroshop zugehören, wenige 100 Meter von seiner Behausung weg. Habe mich schon gewundert weshalb ich ihn die letzte Zeit nicht mehr dort hineinschlüpfen sah – Frauchen harrt dann immer davor aus, seine Shopping-Touren sind ihr vielleicht peinlich – klar, wo er wieder in die große Politik einsteigen darf…

In seiner Nähe angesiedelte Flüchtlinge würden diese Mini-Schopping-Mall bestimmt auch liebend gern frequentieren.)

Auf der einen Seite mauserte sich das Flüchtlingsproblem in Westeuropa, was die letzten Jahrzehnte angehen, zu einem lukrativen Milliardengeschäft. Was sogar der oberste Himmelkomiker erkannte, als er letztens seine merkwürdige Rede im Straßburger Parlament abspulte. Denn mit keinem Wort erwähnte der alte Knabe das längst überfällige Gebot der Stunde, nach Jahrhunderten kolonialer Ausbeutung den Afrikanern endlich in ihren Heimatländern eine lebenswerte Basis zu schaffen, da letztlich UNSER Wohlstand von deren „Blut, Schweiß und Tränen“ herrührt.

Obwohl das Deutsche Reich nicht unbedingt zu den 100%igen Nutznießern gezählt werden kann, weil sie immer zu spät antanzten, dafür anschließend ihre Bedürfnisse auf eine ganz spezifische Art regelten…

Auch nach über 50 Jahren des Abzuges der Kolonialmächte, die nur Chaos und regelrecht verbrannte Erde hinterließen, hat sich nämlich für die dortige Bevölkerung recht wenig verändert. Im Gegenteil, durch anschließende Stellvertreterkriege der Machtblöcke ging alles noch mehr den Bach hinunter, parallel dazu, lief es in Asien keinen Deut anders ab.

Für jene Hinterlassenschaft müssen nachfolgende Generationen auf beiden Seiten heute noch bluten, allerdings betrifft das wiederum nur die Plebse. Wobei in den reichen Industrienationen überhaupt kein nachhaltiges Interesse für irgendeine Form des Wandels, auch nur annähernd besteht. Bis auf Minderheiten scheint auch niemand zu registrieren, dass WIR uns dabei gegenseitig herunterziehen und selbiges Dilemma geschieht nun wirklich nachhaltig!

Jeglicher, auch nur angedachte vernünftige Impuls stellt sich in der heutigen Zeit als sehr problematisch dar, ruft er doch bei global agierenden neoliberalen Wachstumsfetischisten sofort heftige Koliken auf ihren Konten hervor – weil ein dauerhafter Wandel natürlich mit einschneidendem Verzicht verbunden wäre und dies sogar für kommende Generationen.

Nun sind größere (0:50 AM MEW, läuft jetzt auf Dylan-Radio gerade „Masters of War“.) und kleinere Völkerwanderungen seit Menschengedenken bekannt, wobei es aber letztlich ums blanke Überleben von Völkerstämmen ging. Heutzutage sieht es aber ganz anders aus, denn jene kontinentalen Bevölkerungsverschiebungen sind hausgemacht…

Scheiße, wieder abgedriftet!

Komme mal zu den ehrenwerten Ideen zur Unterbringen der angelandeten Heerscharen auf Berliner Grund. Oberdorfschulze i.R., schlug gerade den „Panzerkreuzer Ristock“ vor, warum den gleich wieder solch eine überdimensionierte Hurerei mit der Unterkunft. Ist nicht gut für das Wohlbefinden der breiten Masse, da sollte etwas bescheidener begonnen werden, wegen des Gewöhnungseffektes!

Mein Vorschlag wäre ein Gebäude, welches die meiste Zeit vollkommen ungenutzt herumsteht, ich meine das Schloss Bellevueim Berliner Tiergarten! Notfalls ließen sich auf den Rasenflächen noch ein Haufen Campingutensilien aufbauen, oder nicht?

Sogar Günter Grass könnte mit gutem Beispiel vorangehen, statt ewig die Moralkeule zu schwingen gäbe es auch die Möglichkeit einer Selbstverwirklichung der ganz anderen Art, nicht nur schnacken, sondern auch mal einer ehrlichen Arbeit nachgehen, z.B. als dortiger Pförtner oder Gärtner.

Das seit Jahren ungenutzte und leerstehende Schoeler-Schlösschen böte sich auch, stände aber noch in der Bannmeile von das Super-Diepchen.

Jenes historische Gebäude erinnert mich noch an etwas anderes, es betrifft auch einen Berliner Oberdorfschulzen und späteren Bupräsi, der sehr eifrig loslegte und dort bereits an der Basis für seine weiteren Karriere werkelte. Zu Zeiten Adolf des Gütigen wurde das Dachgeschoss ausgebaut und als Jugendheim der Hitlerjugend genutzt. Selbiger Halbstarke agierte als Fähnleinführer im Jungbann 37 von Berlin Wilmersdorf-Zehlendorf. Kam nach seinem Schulabschluss in den Genuss der nationalsozialistischen Begabtenförderung, die ihm 1937 ermöglichte Vorlesungen über Philosophie und Geschichte in Oxford und Grenoble einzuziehen.

Seine Biographen werden es mit Sicherheit so gedreht haben, dass er sich konspirativ mit seinen Studienaufenthalten im Feindesland dem Einfluss der nazistischen Manipulation entzog…

Ein Bekannter und schon sehr alter Zeitzeuge, der seine ganzes Leben hier im Kiez und immer in der gleichen Wohnung verbrachte, erzählte mir viel aus seinen alten Tagen, nebenher erwähnte er auch mal seinen anfänglichen Werdegang. Selbiger Herr ging als junger Bengel einen fast identischen Weg wie mein vorher erwähnter, späterer Bilderbuchopportunist. Er wurde im HJ-Heim auch Fähnleinführer, landete anschließend sogar im gleichen Regiment in Potsdam, tingelte anschließend als funkender Wehrmachttourist in Frankreich und hernach in gesicherter Entfernung an der Gustavlinie herum.

Nach dem letzten Krieg verlief sein Lebensweg dann entschieden anders, er blieb „anständig“. Wurde Werkstudent und arbeitete bis zu seiner Pensionierung als Ingenieur in einer hiesigen, renommierten Elektrofirma.

Fußnote:

Keine hundert Meter vom Schoeler-Schlösschen entfernt, existierte eine größere Anlage von umgewandelten Sozialbau-Fickzellen, in dem Objekt kenne ich mehrere „Bausparfüchse“. Stelle mir gerade vor, wie diese Nasen dann mit Transparenten gegen eventuell dort untergebrachte Flüchtlinge rebellieren würden, wegen befürchteter fallender Preise ihrer wertvollen Immobilien…

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