Archiv für den Tag: 18. November 2010

Herr „INRI“ u.a.

Mein Freund Andreas hat es wieder auf den weltpolitischen Punkt gebracht!
Scheinbar war er nebenbei etwas zu weit gegangen, da man munkelt, dass die Eidgenössische Zensur bei einer seinen letzten Kolumnen zuschlug, als er nach dem Studium des Korans ergänzend „Mein Kampf“ hinzuzog…
Anlässlich der Publikation von „Unbefleckten Sprengung“ komme ich nicht umhin, als Kommentar so zusagend, auch mit meinem Senf zu ejakulieren.

Zum letzten Cartoon fallen mir mehrere Bemerkungen ein.
– Beginne damit, als ich Anfang der 80er, zu Hause bei einem türkischen Kollegen Zeuge des aufkeimenden Generationenkonfliktes wurde.
Der 16-jährige Erstgeborene mobberte herum, da er keine Lust mehr verspürte, zum Koranunterricht zu latschen. Provokanter Weise benutzte er in meiner Gegenwart türkdialektfreien Neuköllner Straßen-Slang.
„Warum soll ick ewig so een arabisches Zeug auswendig lernen, wat ick überhaupt nich verstehen kann, schließlich jehst du auch mehr in deine Imbissbude saufen, als in die Moschee!“
Mein Spezi antwortete nichts darauf.
Nach einer viertel Stunde kam der Sohn mit zwei Bollywood-Videos retour und verkrümelte sich ins Wohnzimmer…
„Nix will lernen heiliges Buch, aber Video in anderes Sprake muss kommt, die er auch nix verstehen!“
Bevor wir uns abmachten schaute ich kurz auf die Mattscheibe: Herz-Schmerz, Mord-Totschlag und bunte Tittenbuketts…
„Linsen-Lucie“ hieß unser nachmittägliches Programm, außer Alkohol nahm ich dort nie weitere Dienstleistungen in Anspruch. Mehrfach schleppten mich osmanische Kollegen dort hin, der Laden war inzwischen fest in türkischer Hand, dies hatte folgende Bewandtnis.
Ewig lungerten da alte Prostos herum, die schon bessere Zeiten erlebt hatten, in Wehrmachtbordellen oder während der Schwarzmarktära.
Sie hockten vor ihren Piccolos, zwischen klunkerverzierten Krallen lange Zigarettenspitzen. Billige Cremes hing wie Pappmaschee in den zerfurchten Gesichtern (sie erinnerten mich öfters an die Haut im Nacken von Knautschke), manch knallroter Schmollmund verbarg die Skyline von Manhattan…
Es existierte ganz in der Nähe ein runtergekommenes Wohnloch, dort frönten sie ihren Geschäften und trugen nebenher auf ihre Art zur Völkerverständigung bei.
„Nix Tack,Tack, nur saksafon çekmek!“
Für einen Heiermann schnatterten sie den unbändigen Druck aus den Körpern ihrer zahlenden Gäste. Ganz eilige konnten es sich auf der „Damen“toilette besorgen lassen… Weiterlesen