Cui bono Herr de Misere?

Laufend erreichen uns Tatarenmeldung aus dem Hause des Innenministers.
Da reiten Boten durch die Weltgeschichte mit irgendwelchen Briefen und Pakete, andere Postsendungen flattern quer durch die Lüfte, die anschließend in den Medien als terroristische Überraschungseier geoutet werden.
Wer soll denn Interesse bekunden an tauben Briefbomben und wo stammen denn diese Teile eigentlich her? Von merkwürdig gepolten Narren bestimmter Institutionen oder Freigängern aus Klappsmühlen, die ein brennendes Interesse bekunden, dass latent Angst erzeugt wird. Letztgenannte verbuche ich mal unter Ulk, viele von denen hatten doch bereits ihren Spaß, deshalb wurden sie schließlich weggeschlossen, oder nicht?
Liegt es vielleicht daran, dass „1984“ als verschimmelte Nostalgie nun heute durchgepeitscht werden soll. Nur gut, es existiert bereits der „islamistische Terror“, sonst müsste man ihn ja neu erfinden, würde in der heutigen Zeit ein Haufen Knete kosten – aber auch Arbeitsplätze schaffen.
Wobei ich mir vorstellen kann, dass sich bestimmte Schaltstellen sogar in unserer unmittelbaren Nähe befinden. Anders lassen sich doch gewisse Gesetze für Plebse nicht aufbereiten, hat doch was, wenn man am entsprechenden Hebel hängt und so tun kann als ob.
Ganz nebenbei werden die entsprechenden Institutionen, wie Polizei und Geheimdienste martialisch aufgerüstet, Planstellen für Spitzel geschaffen (manchmal frage ich mich bereits, wer in meiner Stammkneipe diesen Lumpenjob verrichtet) und der klammheimliche Einsatz von Bundeswehrangehörigen im Land vorbereitet…
Lokal begrenzte Proteste, der „demokratischen Art“, reichen als Begründung dafür nicht aus, außerdem werden sie doch von vornherein in alle Planspiele mit einbezogen.
Als vor einigen Jahren Berlusconi vorpreschte und viele EU-Milliarden (handelte es sich nicht um 40?) haben wollte, damit für jedes in Italien produzierte oder ankommende Bit die Möglichkeit geschaffen wird, es für 30 Jahre in einer elektronischen Güllegrube zu versenken, ging ein Aufschrei durch alle westlichen Demokraturen.
Mit Placebo-Bömbchen ist es einfacher zu händeln.
Wenn der Innenminister meint, noch im November wird es in der Republik „vier“ Ereignisse mit Feuer und Flamme geben – schon möglich, allerdings nannte er dazu keine Jahreszahl. Statistisch gesehen kann es auch in zehn, oder mehr Jahren geschehen. Mir ist nicht bekannt, welche amerikanische Erhebung man zur Errechnung der vorgesehenen Explosionen dabei heranzieht.
Nebenbei werden die Deppen vergessen haben, dass die Muselmanen in einer ganz anderen Zeitrechnung leben…
Sicher hat ein bekiffter Informant nur aufgeschnappt, dass fanatische Sonnenwend-Fetischisten (nicht Faschisten) lediglich dieses weiße Monstrum auf dem Berliner Breitscheidt-Platz abbubsen wollen.
Gott nochmal.
Letztens ließ ich mal ab, dass man aus Rollatoren auch Lafetten für lütte Steilfeuergeschütze herstellen könnte, wie sie schon die Römer benutzten. Sprengköpfe ließen sich aus Streichholzkuppen und Resten von Chemiebaukästen der 60er Jahre herstellen…
Gehässig wie ich nun mal bin, fällt mir noch etwas ein zur Tradition von getürkten Meldungen aus dem Hause de Maizière.
Hat nicht sein Pappi schon im Dunstkreis von Adolf dem Gütigen und der letzten Reichsregierung unter Dönitz, haufenweise Tatarenmeldungen für VolksgenossenInnen im ausklingenden 1000-jährigen Reich kreiert? Hat er es nicht mit seinen Kollegen, den „gewendeten“ Nazigenerälen nach der Erschaffung der Bundeswehr weiter gehandhabt, als sie permanent vor der „kommunistische Gefahr“ aus dem Osten warnten.
Fußnote:
Letzten Mittwoch lud mich meine Gemahlin zu einem Event im Dachjuche vom Admiralspalast ein – „Maybebop“. Gut, dass dieser Raum den Charme eines Dachbodens vom Kolchos „Siegreiche Oktoberrevolution“ ausstrahlte, ist die eine Seite, dass mich die erste Hälfte, was Reaktionen vom Publikum betreffen, an ein Gemisch von „Blauen Bock“und FDJot-Frohsinn erinnert wurde, die andere.
In der Pause verkrümelte ich mich.
Nun fiel mir im Hof, an der rechten Mauerseite zum Ausgang hin, ein blauer Rucksack auf und dachte mir nichts dabei.
Beim anschließenden Kaffeeschlürfen kam es mir…
40 Minuten später lehnte dieses Teil immer noch an der Wand und es wurde abgelichtet. Kann leider den digitalen Müll nicht hier rein stellen, wegen der Versenkung in der heimischen Festplatte.
Ein „aufmerksamer Bürger“ (hysterisch aufgemotzter) wäre zu einem Taxifahrer vor dem Gebäude gelatscht und alles geschildert.
Jener Kutscher hätte sich nebenbei bestimmt ein zweites Loch in seinen Arsch gefreut, wegen seines Konterfeis am nächsten Morgen auf dem Titelblatt von „BILD“…

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Über ede

Vermutlich wurde ich anlässlich des 100jährigen Jubiläums der Veröffentlichung vom „Kommunistischen Manifest“, am 21. Februar 1948, während einer sinnlos verbrachten Tanzpause angerührt. Deshalb stand mein weiterer Lebensweg auch unter einem sehr ungünstigen Sowjetstern, denn aus mir wurde noch nicht mal ansatzweise eine "sozialistische Persönlichkeit", sondern ein Pickel am Arsch jener klassenlosen Gesellschaft in der Zone. Später verweigerte man mir wegen politischer Unzuverlässigkeit sogar die Ausübung einer Tätigkeit als Diplomabschmeckers der Kläranlagen im südharzer Marktflecken Sangerhausen/Gonna. Nach über zweieinhalb Jahrzehnten (1975) ging mein langersehnter Traum endlich in Erfüllung, konnte schließlich hinter Mauer und Zaun den ersehnten westlich/dekadenten Lebenswandel führen. Machte irgendwann mein Neckermann-Abitur auf dem ZBW, stupidierte darauffolgend an der Freien Unität mehrere Silvester brotlose Politik und Historie. Ohne Magister, Diplom und Docktor-Titel schlug ich mich dann als Hausmann, nebenher jahrelang als pauschalierter Facility Manager durch den täglichen Unbill in Richtung Urne. Heute führe ich als politischer Beobachter, Staureporter, Kaffeesatzleser mit schrägen Eulenspiegeleien ein recht zufriedenes Leben und nach 24 Jahren Probezeit, lebe ich bereits fünf/sechs Jahren in einer staatlich sanktionierten Zweierbeziehung... (Wird nur so erwähnt, da ich öfters nach selbiger Konstellation ausgehorcht werde.) Seit mittlerweile 50 Jahren ist meine Lebensdevise folgende: „Lass dich nie aus der Ruhe bringen, denk an Götz von Berlichingen! Leck mich am* Arsch! Nur in seinem Zeichen, kannst du den Abend froh erreichen! Musste allerdings während meiner gesamten Karriere sehr oft feststellen, dass gerade dieser ureigenst verinnerlichte Leitspruch nicht überall die entsprechende Wertschätzung erfuhr... *Das ist politisch nicht ganz korrekt, denn bei Friedrich Johann von Göthe heißt es: „im“!

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