Die Wachskompanei in Ost- und Westberlin

Eine Nachbarin drückte mir heute folgenden Flyer in die Hand, mit der Bemerkung: „Vielleicht ist ja was für dich dabei!“
– waxing company – „Hää? Wat solln dit?“, haufenweise Rabatte für Studies, am Frauentag und Männertag.

Von jener Art partieller Körperdarstellung auf der Vorderseite war sofort klar: Sonderangebote für den Besuch in einem Bio-Puff für Esoteriker.
Klar – waxing!
Heiße Wachsspiele für Masos mit besprochenem Bienenwachs aus kontrollierter organisch-biologisch-dynamischer Imkerproduktion, sieben Schritte unterhalb der Baumgrenze von den Südhängen des Sagarmatha im „Shey Phoksundu Natiomal Park“, nordwestlich von Kathmandu. Hergestellt unter der Schirmherrschaft des Urenkels vom berühmten Sherpa Tenzing Norgay, in Zusammenarbeit mit der Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und versehen mit einem juristisch beglaubigten FAIRTRADE-Gütesiegel!
Auf der Rückseite befindet sich eine geschlechtsspezifisch kolorierte „Waxing-Preisliste“. Handelt es sich dabei um schweinchenrosa oder ist damit Magenta der Telecom gemeint, die als stiller Mäzen fungiert?
Laut der Angaben werden Typen immer mehr zur Kasse gebeten, logisch! Erstens verdienen sie wesentlich besser als Frauen, außerdem sind viele Herren der Schöpfung essentiell zimperlicher. Was die Therapie der angestellten Damen mit Gewissheit nicht vereinfacht…
Bei der Preisgestaltung fielen mir ein Haufen Fragen ein.
Bei Armen und Beinen gab es Unterteilungen in ½ bis hin zu ¾ der Rodung von Haarpartikeln. Ist damit etwa gemeint, dass nur die Vorder- oder Hinterseite bearbeitet wird oder nur ober- oder unterhalb der Extremitäten?
Diesen Tortouren werden sich bestimmt nur jung/dynamisch erfolglose Zeitgenossen unterziehen, deshalb finde ich die Kosten wieder ungerecht. Bei Typen mit antrainierter Hühnerbrust und Waschbrettbauch ist doch weniger zu tun als z. B. bei einer Frau mit Möpsen der Kategorie 120 DD, deren Bindegewebswucherungen bereits in jungen Jahren vor der Schwerkraft bedingungslos  kapitulierten. Außerdem ist es doch auch nicht fair gegenüber junger Damen mit Körbchengröße A oder B.
Was wird mit „Streifen“ gemeint? Etwa so etwas ähnliches, wie bei den Mediziner der neuerliche IgeL (Individuelle Gesundheitsleistungen)?
Möglicherweise wird dabei älteres Klientel zur Kasse gebeten, Frauen mit Cellulite, da vielleicht die entstandenen Dellenbildungen vorher gebügelt werden, weil sonst Wachsseen entstehen könnten.
Eigentlich ist ja der Begriff „Landing Strip“ bei Männern mit einem ausgeprägtem Mollenfriedhof (Deshalb werden beim Bauch prophylaktisch sofort 9 Euro mehr angesetzt, gleicher Tarif gilt für Frauen ab dem siebten Monat.), wo beim Duschen noch nicht mal die Zehen feucht werden, auch nur verarsche, weil dann die „Landebahn“ bergauf geht…
Ganz zu schweigen, wenn die Wampe vielleicht wie eine Schürze herunterhängt und sogar den Yogi verdeckt, da kann getrost auf diesen Posten verzichtet werden…
Nun wollte ich es wissen und klickte im Netz herum.
Ließ es dabei nicht beim Blick auf die angegebene Heimatseite (Auf der man sich sehr umständlich durchwursteln muss, bis endlich irgendwo die Preisliste auftaucht.) der Waxingerinnen bewenden und landete schließlich bei einer separat schaffenden Kollegin. Dabei handelt es sich auch um eine Brasilianerin. Kollegin deshalb, da nach bildlicher Interpretation ihrer Anzeige hervorgeht, dass sie wahrscheinlich ebenso mit Wachs arbeitet, denn inmitten ihres speziellen Equipments prangt eine dicke rote Kerze.
U.a., diese Dame nennt sich „Lena-Brasil“ (Eine Verlinkung darf ich nicht herstellen! Sie ist beim Googlen unter ihrem Pseudonym zu finden und irgendwo sind auch ihre Gerätschaften abgebildet.) und bietet als Spermatherapeutin nebenher bestimmt den speziellen Service des „Waxings“ in etwas anderer Form an. Kann mir vorstellen, so manchem Typen würde eine Behandlung in ihrer Praxis mehr fun bereiten…

Abschließend noch eine Frage.
Lässt sich „WAXING“ eigentlich auch bei Haaren auf den Zähnen anwenden und bei der Entfernung von kränkelnden Darmzotten?
Muss mir niemand beantworten, denn soooo wichtig ist es auch wieder nicht!

Ein Gedanke zu „Die Wachskompanei in Ost- und Westberlin

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