Innenminister de Maizière und seine Zahlen

Der alerte Herr entpuppt sich als Komiker oder weiß er manchmal nicht mehr so genau Bescheid, mit welchen Ziffer-Inhalten er seine Sprechblasen befüllt?
Nehme mal stark an, jene Zahlenspielereien haben einen tieferen Sinn, sie werden unter Mitarbeit von Pücholochen und politisch bewanderten Spökenkiekern zusammengestellt, damit sich die Herde der mündigen Wahlesel und Eselinnen ganz sacht daran gewöhnen, weil niemand von den großen Eksperten in der UE auch nur ansatzweise einen Plan aus dem Ärmel zaubern kann. Bekanntlich geht nun für alle Verantwortlichen auf den politischen Bühnen und in den Talkshows die geile Zeit dem Ende entgegen, wo sie während ödlangweiliger Selbstdarstellungen multiple Orgasmen erlebten durften. Im Nachhinein betrachtet, führten nicht endlose Verbalmasturbationen zu körperlichen Erleichterungen, sondern ausnahmslos die Tatsache, dass sich die bedeutsamen Durchblicker ewig in ihre eigenen Knie fickten und dies hat niemand von denen jemals bemerkt…
Hinzu kommt, sämtliche Hofberichterstatter aller Medien fallen in den ewigen Kanon mit ein und verbreiten permanent jene, im Konjunktiv verfassten Faseleien, ohne auch nur mal ansatzweise etwas zur anstehenden Flüchtlingsproblematik zu hinterfragen. Es scheint so, als ob jene Flüchtlingsschwemme urplötzlich über UNS hereinbrach, wie ein Sommergewitter – oder?
Mit Zifferntaschenspielertricks kann momentan noch leicht manipuliert werden, hinzu kommt ein psychologischer Aspekt, ähnlich der Preisgestaltung bei Benzinpreisen. Deshalb folgt nach dem Komma immer eine 9, soll laut Aussage von Kennern der pekuniären Materie, beim Kaufverhalten von Verbrauchern und -Innen einen ganz wichtigen Aspekt darstellen. Was jene Preisgestaltung an Benzinzapfsäulen betraf, kam mir nie eine besondere Unsicherheit auf. Da wir seit Jahrzehnten immer mal für ein Pfund tanken, denn unser rollender Stinker wird in der Stadt relativ selten bewegt. Gut, bei Fernreisen sieht es etwas anders aus. Da sie aber recht selten anstehen, ist es auch nicht so wild, weil man dann sowieso den gerade angezeigten Preis löhnen muss, wenn man auf die Möhre nicht verzichten will.
Tommy de Maizière bekam deshalb bestimmt den Rat, erst mal mit 750 000 Flüchtlingen zu beginnen, dabei handelt es sich um eine schöne runde Zahl für´s Erste und Zweckpessimisten werden damit gut bedient sein. Wenn letztlich bis zum Jahresende 1,5 Millionen Wanderer hier stranden, scheint diese Zahl wohl eher den nächstens anstehenden Umständen entsprechen.
Bei den noch folgenden Flüchtlingstrecks wird alles recht schnell boomen, da der Buschfunk optimal funktioniert und es sich bereits herumgesprochen hat, an den nördlichen Ufern des Mittelmeeres wird immer mehr dafür getan, dass die Leute problemlos an ihre Bahnsteigkarten herankommen, welche sie für die gelobten Länder im höheren Norden dringend benötigen. Im Rahmen der Klimaveränderung kann noch exzessiv die Herbstsaison ausgenutzt werden, ist nicht mehr so wie zu meiner Zeit vor über 40 Jahren.
Kenne ja nun aus eigener Erfahrung, mit welchen Malaisen man auf solch illegalen Trip rechnen muss. Bei meiner, etwas über drei Tage dauernden Tour von Rosenthal, in der Nähe von Bad Schandau nach Děčín, ging es barfuß stundenlang durch knietiefe Sümpfe. Konnte mich auch sehr schlecht mit der Taschenuhr als Kompass orientieren, zwischendurch nicht nur leichte Hügellandschaft mit Urwald-Charakter im dortigen Elbsandsteingebirge, hinzu kam kilometerweit über zwei Meter hohes Farnkraut in den schmalen Tälern. Ehe es richtig Dunkel wurde, ging es am Körper immer noch kurz auf Jagd nach Holzböcken. Auch im Frühsommer war es in den Nächten arschkalt und trotzdem immer pennen mit den feuchten Klamotten am Wanst.
Sieben Kilometer westlich vom Zielort erreichte ich an einem sehr sonnigen Spätvormittag die Fernstraße, ließ alles trocknen und trampte anschließend nach Prag. Anfangs kamen mir wegen meines Weltkrieg-I-Tornister leichte Bedenken, aber dann war es so ähnlich wie bei meinen Aufenthalten in Polen, es gab Leute, die mir das Teil für exorbitante Summen abkaufen wollten.
Als illegaler Wandersmann, später dann auch wieder in Polen, der Slowakei und Ungarn fiel ich sonst nicht weiter auf, war ich doch ein Weißbrot unter anderen Weißbroten. Selbigen Vorteil haben Flüchtlinge aus dem fernen Süden natürlich nicht…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.