Wozu wird überhaupt ein „Amtseid“ gegabelt?

Springers Schlachtschiff widmete sich heute auf den ersten Seiten sehr ausführlich, in verschiedensten Varianten, mit dem Jahrestag des Terroranschlages vom Breitschneidplatz. Dessen Folgen, fast 364 Tage, weder in den Medien entsprechend aufgearbeitet wurden, noch in irgendeiner Form auf tiefgreifende Politikerpräsenz verweisen konnte.
Ich glaube von Mutti kam zwar irgendwann mal, dass WIR auf jenen Anschlag nicht vorbereitet waren, solch exakte Betrachtungsweise kann auch von De Misere gekommen sein.
Muss für meinen weiteren Schrieb mit dem Hinweis in Richtung einer Metapher beginnen.
Ein Buckliger muss sich hinterher keinen Kopf machen, wenn seine Verwachsung gut erkennbar auf einem Foto abgelichtet wurde, dass er anschließend das Fotoalbum nicht korrekt zuklappen kann…
Ähnlich ging es mir morgens mit der BZ.
Trotz Myriaden mächtig gewaltiger Worthülsen, teils großspuriger Art mit nicht nachvollziehbaren Bekundungen in viele Richtungen, witzlosen Beschwörungen und massenhaften betroffenheitslyrischen Ergüssen, ließ sich die Postille ohne irgendwelche Problem händeln und üblicherweise lag sie anschließend ganz flach auf dem Tisch…
Als Beispiel flache und viereckige Sprechblasen, von drei Leuten*davon einer In!, zwei davon haben folgenden Salm gegabelt: „Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.“
Beim Berliner Oberdorfschulze hieß es etwas anders: „Ich schwöre, mein Amt gerecht und unparteiisch, getreu der Verfassung und den Gesetzen zu führen und meine ganze Kraft dem Wohle des Volkes zu widmen.“
Abschließend natürlich, was auch immer, mit irgendeinem Gott verbandelt.
(Als Kind habe ich oft ein Indianerehrenwort gegeben oder auf meine toten Meerschweinchen geschworen. Im Nachhinein finde ich diese Schwüre wesentlich ehrlicher!)
Gegen 14 Uhr hockte ich mich mümmeld vor die Glotze…
Hätte dem Beck gar nicht solch freisprechenden Vortrag zugetraut, trotzdem war nach wenigen Minuten Pumpe…
Kotzte mich dann doch mächtig an, wie es um diese Wiedergutmachungsgeschichte und Entschädigung ging, als ob sich Leid und eigene Trauer so einfach mit Kohle deckeln lässt. Schließlich handelt es sich doch um die Folgen von exzessiven Versagens weltweiter Politik, deren Ursachen nur in den reichen Nationen zu finden sind.
Auf welche erkleckliche Summe soll denn die Opferpauschale angehoben werden?
Würde mich schon interessieren. Falls nämlich eine unheilbare Malaise mich ergreifen sollte und ich zum Abgang keine wirkliche Hilfe von außen erwarten kann, was die freiwillige Rückgabe des eigenen Lebens angeht. Ich mich dann vielleicht öfters mal an solchen Terrorhotspots aufhalten würde, damit noch etwas für die geliebt Witwe über bliebe…
Tut mir nicht leid!
Aber jener Zynismus wuchs nicht nur aus der Ankündigung der Frau Kanzler, weil sie bereits im Herbst 2018 ein weiteres Treffen mit Opfern einplante. Betrifft es die vorjährigen oder sind bereits kommende mit eingeplant? Die lange Zeitspanne wurde vielleicht in weiser Voraussicht gewählt, weil sich das Todeskarussell ja unaufhörlich weiter drehen wird.
Wer keine Ahnung von solchen Abläufen hat, der sollte in Tageszeitungen von 1939 bis Kriegende schauen!
Erste Tote wurden immer tragisch aufgebrezelt, in weiterer Folge gab es nur noch Statistik mit seitenweisen Kreuzen… 

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