Die Heiden von Kummerow und ihre lustigen Streiche…

eine vergnüglichen Filmkomödie von 1967, nach dem gleichnamigen Schelmenroman von Ehm Welk
Bin richtig froh, dass in den letzten Tagen solch Fernsehprogramm angeboten wurde – Bloody bullshit around the clock – da ich immer mal wieder rückfällig werde, allerdings nur, wenn etwas zwischen die Kiemen geschoben wird. Dabei sollte man nächtens sowieso nichts mehr mümmeln!
Am 25., weit nach der Geisterstunde wurde registriert, dass dort auch Märchenfilme liefen. Unserer sehr kurzgefassten Programmpostille der Berliner Zeitung entnahm ich, alles Wiederholungen vom vergangenen Tag.
Weshalb existieren überhaupt noch mehrere Stationen der öffentlich-rechtlichen Anstalten, ist doch die visuelle Gülle auf allen Kanälen vollkommen identisch.
In den Produktionsfirmen schieben sich ewig die gleiche Larven untereinander ihre Jobs zu. Nach den Quoten zu urteilen, kann der mündige Bürger bekanntlich ohne solcher Art Unterhaltung nicht mehr existieren.
Vor einigen Wochen kam ich nachhause und sah die Scheffin herumzappen. Logisch, auf ihrem Kanal ward Werbung angesagt und sie verspürte keine Lust auf die verdiente Rauchpause.
In dem Moment taucht der kleine Pläumling Kai auf, Honeckers verspätete Rache im Flachkulturbereich – es lief dort: Klein gegen Groß – Das unglaubliche Duell.
Aha!
Was sollte das denn?
Mir kamen die wenigen Minuten jenes Fernsehlangweilers lediglich vor wie eine weichgespülte und optimal getarnte Show für solche Vatis und Opis, die während jenes Kulturevents freudig erregt, im Wohnzimmer vor der Glotze, sich dort mit viel schmutziger Phantasie ihren ganz bestimmten, latent vorhandenen Neigung völlig entspannt widmen können…
Komme wieder zu den Märchen zurück.
Viele Stunden später, während meines zweiten Frühstücks, lief in der ARD gerade: „Die Salzprinzessin“.
Das Märchen stammt aus einer unsäglichen Serie der Askania Media. Selbige Anstalt frisierte schon mehrfach althergebrachten Überlieferungen und entstellte sie dann mit Hilfe von politisch korrektem Gedöns und unterwarf alles gutmenschelnd dem grenzdebilen Quotenzeitgeist.
Nicht lustig war für mich der Einsatz eines Renommierbimbos. Meine anfängliche Erinnerung an den sehr jungen Jimi Hendrix, wertete aber sein Agieren vor der Kamera nicht weiter auf.
Die Handlung ließe sich vielleicht 200 Jahre zurücksetzen. Schwarze Prinzen existierten zu der Zeit in Europa nun mal gar nicht. Neger wurden damals höchsten auf Rummelplätzen und in Zirkussen als zweifelhafte Attraktionen zur Schau gestellt.
Eine Ausnahme machte in jenen Tagen nur Hermann Pückler-Muskau (Heinz Ohffs Biographie über das fürstliche Schlitzohr, kann ich nur empfehlen: Der grüne Fürst – Das abenteuerliche Leben des HP-M), als er 1837, in Kairo, eine minderjährige Sklavin kaufte und sie mitbrachte.
Erst 1896 konnten Besucher der Berliner Gewerbeausstellungen Neger gucken gehen, denn parallel dazu fand im Treptower Park, die 1. Deutschen Kolonial-Ausstellung statt, dafür wurden Dörfer aus Ostafrika, Togo, Kamerun und Neu-Guinea nachgebaut. Über 100 „Eingeborene“ waren eigens für diese Ausstellung nach Berlin gebracht worden und wohnten dort, um authentisches Leben in fernen Ländern zu demonstrieren.
Jene Anlage ließe sich mit einem Zoo vergleichen. Hinzu kam, dass es an 120 der 168 Ausstellungstagen regnete, was bei den dortigen Wohnverhältnissen zu mehr als nur chaotischen Verhältnissen führte…
Will hier nur ganz nebenbei bemerken, in der bundesgermanischen Kultur- und Kunstszene, genauso in sonstigen Gewerken der Republik, sind farbige Menschen aller Couleur immer unterrepräsentiert gewesen.
Plötzlich soll es anders kommen und prompt taucht in teutschen Eichenwäldern ein Neger auf, weshalb wohl? Gut, irgendwelche zweibeinigen Feigenblätter gab es zwischendurch immer. Wobei Roberto Blanco mit seinem ewigen Onkel-Tom-Gehabe, keinem Angehörigen der stark pigmentierten menschlichen Art einen Gefallen tat. Wenn ich ihn mal registrierte wurde ich nie das Gefühl los, der ist eine merkwürdige Nase, weil er scheinbar nie eine Peinlichkeit ausließ…
Dann überkam es mich. Schau doch mal ins Netz, was du über „Die Salzprinzessin“ findest, dabei schwante mir nichts Gutes und was stand dort? Das Erste nahm sich des Märchens an und verlieh der “Salzprinzessin” einen feministisch angehauchten, kosmopolitisch-modernen Anstrich
Man muss sich nicht den ganzen Film einziehen, um zu bemerken, dass er mit heißer Nadel gestrickt wurde. Dialoge sind merkwürdig, noch schlimmer ist der Schnitt, zu den Kamerafahrten will ich nichts weiter ablassen.
Schon klar, für sämtlich Produktionsfirmen, die mit den öffentlich-rechtlichen Anstalten verbandelt sind, gleichen deren Verbindungen scheinbar einer Lizenz zum Gelddrucken.
Irgendwo hieß es: Durch Anja Jabs erhielt der Märchenklassiker ein neues Gewand! Nun sind aber Geschmäcker sehr unterschiedlich…
Ob AJ jemals etwas von Bruno Bettelheim vernommen hat? Wenn nicht, dann sollte sie mal ihre Nase in “Kinder brauchen Märchen“ stecken! Nach 40 Jahren geht geht scheinbar der gleiche Schwachsinn wieder los, allerdings noch ein Zacken schärfer als ihn 68er Softies und Mädels mit violetter Latzhose und fettigen Haaren damals lostraten.
Selbigen Streifen würde ich keinem Kind empfehlen. Hinzu kommt ein ganz anderes Problem, Elternteile stellen heutzutage ihre überdrehten Monster oft vor der Glotze solo kalt, damit sie ihre Ruhe haben. Dazu erhalten die Gören eine Schüssel mit Chips und multitaskingmäßig wird nebenbei noch mit der Kommunikationsprothese gehändelt, das war es dann auch schon für die nächsten Stunden… 

Hier der originale Grimm-Text: „Prinzessin Mäusehaut“, nach dem man den Film entsprechend verwurstet hat.
Währenddessen lief im Hintergrund von SWANS: COP (Immer schön laut hören!)

heiden-v-k-widmung

 

Fußnote: Widmung in meiner alten Ehm Welk-Ausgabe, allerdings bestimmt nicht an Adolf dem Gütigen gerichtet…

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