Die Blues-Legende B.B. King geht nicht mehr einkaufen

Tschüss denne!
War ja leider abzusehen, dass es The black slowhand auch bald hinrafft, hatte er doch mittlerweile ein biblisches Alter im Showgeschäft erreicht und war trotzdem, bis fast zum Schluß, noch fit wie ein Turnschuh.
Die beiden schönsten Konzerte von ihm erlebte ich im kleineren Kreis, während dicker Mauerzeiten, einmal im Wessiland und im hiesigen Metropol. Zu einer Zeit als klugscheißende Eksperten ewig verkündeten: Der Blues ist tot!
In jenen Tagen kostete eine Konzertkarte im dortige Etablissement keine zehn Märker. Da lebte Erich Bourdon gerade im Coca-Cola-Sektor, Tina Turner hockte in dem Saal am Bühnenrand, ließ ihre gigantischen Hufe baumeln und erkundigte sich bei uns, was wir hören wollten.
Damals tauchte auch der Schefff dort auf, keine 200 Fans im Carré, natürlich immer eine riesige Gemeinde von ehemaligen Zonies in Shellies und Clarks anwesend, wobei ich die meisten Leute noch von der anderen Seite des „antifaschistischen Schutzwalls“ (Der uns nun, im wahrsten Sinn des Wortes, von dem Pack abschirmte, wegen denen wir abgehauen waren!) und des Zaunes kannte.
Nach der Pause brachte er dann einige Knechte mächtig ins Schwitzen. B.B. wandelte längere Zeit unter seinen Fans und die Roadies mussten das ellenlange Kabel seiner Klampfe über die Köpfe des Publikums halten.
In jenen Runden waren damals keine unterbelichteten Leibgardisten notwendig, ehrfurchtsvoll wurde dem King eine entsprechende Schneise freigehalten, wobei er sich lachend und witzig mit uns unterhielt. War schon ein Erlebnis, wenn der sympathische Blues Buddy ab und zu die Augen schloss und wie im Trance zärtlich seine Lucille quälte…
Mir fällt dazu noch ein, bei der Urform einer Gitarre handelt es sich um ein wahrhaft erotisches Instrument für Könner! Man nimmt es in den Arm, streichelt behutsam den Hals und fummelt gedankenverloren an ihrem Loch herum…

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