Einen Gruß aus dem hundeverschissenen Bundeshauptdorf in die „Hauptstadt“ der Arbeitslosen

Via Kommentar von Hansi.
Habe mir daraufhin WISO eingezogen – nichts neues aus diesem berühmten Marktflecken.
Wenn man schon so lange weg ist, kommt dieser Bericht recht komisch rüber, behaftet mit einem Touch wiederkehrendem Sarkasmus über die letzten Jahre verteilt. Dabei wurde doch mächtig gefeilt an der Statistik, da es unmittelbar Betroffene ganz anders sehen und erleben. Die Arbeitslosigkeit von 15,5 Prozent reichen aber immer noch nicht für den Eintrag ins Guinness-Buch der merkwürdigen Rekorde…
Als ich im Frühsommer 1990 die Prognose aufstellte, dass in kürzester Zeit die „Mansfeller Jejend“ wieder zum Armenhaus Deutschland mutieren wird, hätten mir viele fast in die Eier gelatscht. Als auf ein anderes Argument: „Endlich bauen sie die Autobahn…“, von mir nur mitleidig kam, „dieses Stück Nostalgie (in den 30-gern sollte jenes Betonteil allerdings durch das „Brühltal“ führen) aus Adolfs Zeiten wird nur der Jugend nützen, denn sie wird sich auf ihr schneller verpissen können und wer einmal den Absprung geschafft hat, der wird nie wieder zurückkehren…“ Da war alles zu spät.
Bezeichnenderweise blieben meine Worte nur bei einem Schulfreund hängen.
Ein Kreiskrankenhaus und das Arbeitsamt als die größten „Arbeitgeber“, sind natürlich die besten Voraussetzungen für eine periphere Region (O-Ton: Steffen Kröhmert, Berlin Institut für Bevölkerung und Entwicklung). Dieser Eksperte hat für seine Worte bestimmt richtig Kohle bekommen. Der letzte Alki vom Bahnhofskiosk, wäre für zwei Flaschen Bier zu ähnlichen Schlussfolgerungen gekommen, allerdings hätte er es anders auf den Punkt gebracht. Vielleicht so: „Da han wa als Schewwerochsen jeschuwwerd – wie die Blöden, un heite jehörn wa zum ledzden Dregg…“
Hinzu kommt, dass Sangerhausen weit entfernt ist vom Anmut einer Stadt wie Görlitz. Etwas morbider Charme wird sich aber zwangsläufig einstellen, wenn Massen hinter Rollatoren durch die Altstadt pilgern werden.
Was halten überhaupt Hartzer und andere Agendageschädigte von Nora Georges Worten?
„… dass die Anzahl der Arbeitsplätze einfach nicht ausreicht, dass die Qualifikationen nicht passfähig sind. Es fehlen häufig bestimmte Kenntnisse, spezielle Kenntnisse…
Aha, für nicht vorhandene Arbeitsplätze müssen die Leute auch noch passfähige, spezielle Kenntnisse mitbringen. Richtig!
Wie heißt es so schön : Zuletzt stirbt die Hoffnung – und die kostet das Amt nichts. Stellvertretend besitzen Uwe W. und Anja M. scheinbar so viel, dass sie es sich immer noch leisten können, damit auch vor der Kamera hausieren zu gehen.
Den letzten Rest kann dann jeder im Diakonieladen abgeben, denn dort scheint sich wenigstens etwas zu bewegen, wenn es auch nur die Eingangstür ist
Das güldene Fazit:
„Aber wir haben gesehen, es gibt eben auch Menschen in Sangerhausen, denen diese Stadt trotz allem eine Heimat bietet, sie bleiben dort, gegen den Trend!“
Mein kupfernes Fazit:
Mir fällt zu dieser journalistischen Glanzleistung nicht viel ein.
Leute, ihr habt keine Chance! Deshalb nutzt sie wenigstens mit passfähigen Qualifikationen und bestimmten, speziellen Kenntnissen!

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