Archiv für den Tag: 4. Dezember 2008

Telefongeschichten <> G-Punkt ist besser als T-Punkt

Diese Geschichte handelt im weitesten Sinne von einem weit über hundertfünfzig Jahre altem Kommunikationsgerät, was in dieser Form auf unserem Planeten im Aussterben begriffen ist, nämlich dem guten althergebrachten analogen Telefon, die Geschichte darüber beginnt im tiefsten Urschleim.
– Als Kind wuchs ich in einem Haushalt auf, zu dem eine Anbindung an die große weite Welt gehörte, meine Großeltern nannten ein – noch aus Friedenszeiten – stam­mendes Telefon ihr Eigen. Was manchmal mehr Last als Freude darstellte, für unsere Familie oder den beiden bäuerlichen Nachbargehöften. Auf der anderen Sei­te in einer Mangelgesellschaft auch mit sehr vielen Vorteilen behaftet war, besonders für meine Schwester und mich, wenn wir den einen oder anderen Anwohner rasch benach­richtigen mussten.
Wir Kinder durften dieses kleine schwarze Wunderwerk nie selbstständig benutzen, auf der anderen Seite gab es in meiner Schulklasse sowieso fast niemand mit einem solchen Teil daheim.
Dass mein Großeltern ein Telefon besaßen, ist dem Umstand zu verdanken, weil Opa ein hohes Tier in der Kupferhütte Artern war. Auch nach seiner Haftentlassen aus (“Vorher einem Kurauffenthalt in Bad Plötzensee”) Brandenburg, 1938, wegen Vorbereitung zum Hochverrat und dem anschließenden Berufsverbot bis Kriegsende, wurden die Kabel nie gekappt. Dies wollten erst die Kommunisten in den 1950ern nachholen. Großvater, bereits VdN-Rentner, ließ damals einen Spruch ab, als der prompt seiner Tochter zugetragen wurde – sie bereits ein stalinistisches Rotkäppchen – sprang daraufhin im Karree.
Er hatte die Stare vom Fernmeldeamt gefragt, weshalb ausgerechnet die Kommunisten auf die Idee kamen, ihm das Telefon wegzunehmen. Was noch nicht einmal die Nazis versucht hatten, obwohl es sich bei ihm doch um einen gefährlichen Volksschädling handelte… Weiterlesen