Piraten heute sind wie die Grünen damals – nee, nee, nee!!!

Dieser Vergleich ist eine Beleidigung! Wer waren da wohl seine IM´s?
Was hatte ich zu meinen Zonenzeiten für Deppen kennengelernt, die in der Politik landeten.
Damals war es mit einem großen Vorteil behaftet, dass ich solche Nasen niemals wieder begegnete.
Dies entwickelte sich im Westen anders.
Mit aufsteigenden Gewerkschaftsblindfischen pflegte ich jahrelangen Kontakt.
Später kamen noch wesentlich größere Flachzangen hinzu, die mir während meiner Neckermann- Abiturphase den Weg kreuzten und später beim Stupidieren an der Unität. Wobei die stalinistischen Knechte der SEW (Dabei handelte es sich um den westlichen Appendix der SED. Zur Erinnerung: Dieser Verein erhielt bei Wahlen in den Coca-Cola-Sektoren immer weniger Stimmen, als sie eingetragene Mitglieder aufwiesen.) immer wieder sehr lustig daherkamen. Obwohl sich deren ideologischen Krankheitsbilder nicht viel von denen der anderen kommunistischen Kleingartenverbände unterschieden. In diese Rudel passten peripher viele GEW-ler genauso wie manche Sozis…
Hier darf ich auf keinen Fall all jene Bekannten (verschiedenster Couleur) vergessen, die nach dem Mauerfall in den Ostparlamenten (wie Phönixe aus den Aschentonnen) auftauchten oder im Bundestag landeten…
Nun lehnt sich mal wieder ein ganz wichtiger Mann aus dem Fensterchen seines Elfenbeintürmchens.
Bin immer wieder skeptisch, wenn Leute irgendwo auftauchen, wie nach einer unbefleckten Empfängnis. Die sterzeln einfach nach ihrem Abitur in der Weltgeschichte herum, sammeln irgendwann Titel (vielleicht mit Hilfe von Plagiaten) und hängen sich schließlich überall rein. Wissen nicht nur alles, sondern alles auch viel besser und werden von Gott und der Welt hofiert.
Egal in welchen Medien Guru Bolz sich einbringt, seine Betrachtungen nehme ich ihm nicht ab.
Fand in der Schülerzeitung etwas, was nicht viel besser klingt als der Artikel in der heutigen Springerausgabe – die auch noch unter „Analyse“ firmierte.
Wenn alles so einfach wäre, wie es ewig in den populistischen Zeilen vom „Dandy der Medientheorie“ (Wie die ZEIT ihn mal titulierte) klingt.
Wie heißt es irgendwo?
…Die Piraten stellen die richtigen Fragen – aber ihre Antworten sind falsch.
Er sollte sich doch mal entscheiden, fragen die Jungs und Mädeln nun oder antworten sie? Zumindest ist der Ansatz doch lobenswert – richtige Fragen zustellen!
Möchte keinem zu nahe treten. Was soll ich aber davon halten, wenn schon leicht demente, unter ED-Leidende Politsenioren sich zwanghaft mit Problematiken auseinandersetzen, denen sie schon lange nicht mehr folgen können und dabei permanent falsche Antworten auf Fragen geben, die jemanden mit gesundem Menschenverstand noch nicht mal ansatzweise einfallen würde…
Irgendwo steht dann folgender Satze, der erst mal richtig gut klingt: …Die Piraten sind schreckliche Simplifikateure.
Das klingt fast nach Copyright. Mit diesem Begriff würde ich ganz andere Niesfische bedenken.
Weiter geht es: …Aber das ist das Recht der Jugend.*
Mitnichten!
Herr N.B., aus B, beendet seine Zeilen in der BZ: …Die Grünen waren einmal ein Skandal und ein Ärgernis.
Richtig, bei Meinungsmachern, spießigen Kleinbürgern, Emporkömmlingen – den ewig gestrigen der etablierten Parteien, die sich um ihre Privilegien sorgten – den Wasserträgern des Kapital und sonst was für Kriechern und Duckmäusern…
…Heute sind sie die Vorzeigebürger einer ökologischen Ökonomie.
Wo stammt denn diese Erkenntnis her? Und solche „Weisheiten“ kann man in seinen Seminaren erlauschen?
Ohhh, mein Gott…
Im Zusammenhang mit Artikeln von Prof. Dr(?!) Norbert Bolz fällt mir auf, er scheint ein Faible für den Begriff „Dumm“ und deren daraus resultierenden Wortgebilden zu sein.
Macht aber nichts.
Jedem Tierchen sein Pläsierchen!
Beim neuen Bupräsi ist es die „Freiheit“!

Fußnote:
(*)
Beim Herrn Professor gehe ich mal davon aus, dass ihm Dr. Albert Schweitzer etwas sagt.
Bei so manchem jungen Piraten wäre ich mir da nicht so sicher.

wg. Simplifikation
Als ich 1969, kurz nach meiner Bereitschaftsbullenzeit, die folgenden Zeilen las, war ich mächtig erschrocken. Zumal 18 Monate einer total sinnlos verbrachten Zeit hinter mir lagen. Vor der mich die Meue gewarnt hatte – „Pass auf Alter! Bei diesem Haufen wirst du unter Umständen schwul, pervers und arbeitsscheu!“
Jene vergangenen anderthalb Jahre und das Büchlein aus dem diese kurze Passage stammt, sollten fortan als leichte Richtschnur für mein weiteres Leben gelten.
Es begann damit, dass ich unmittelbar meinen Facharbeiter nachholte, fast zweieinhalb Jahre wurde sogar auf übermäßigen Alloholkonsum und Chemie verzichtete…
Irgendwann erwischte es auch mich dann ziemlich schnell…
Im Anschluss verlief alles mit den zyklischen Höhen und Tiefen bis in die heutigen Tage hinein.
Auch wenn man versucht, sich nicht von allen Zwängen kaschen zulassen und dabei einen Rest von relativ vernünftiger Lebensqualität erhält, ist man nicht gefeit gegen die tägliche Unbill, heraufbeschworen von irgendwelchen Arschgeigen…

1920, mit 45 Jahren schreibt Albert Schweitzer über seine Ideale der Jugendzeit:

“Die Überzeugung, dass wir im Leben darum zu ringen haben, so denkend und so empfindend zu bleiben, wie wir es in der Jugend waren, hat mich wie ein treuer Berater auf meinem Wege begleitet. Instinktiv habe ich mich dagegen gewehrt, das zu werden, was man gewöhnlich unter einem “reifen Menschen” versteht.
Der Ausdruck “reif” auf den Menschen angewandt, war mir und ist mir noch immer etwas Unheimliches. Ich höre dabei die Worte Verarmung, Verkümmerung, Abstumpfung als Dissonanzen miterklingen. Was wir gewöhnlich als Reife an einem Menschen zu sehen bekommen, ist eine resignierte Vernünftigkeit. Einer erwirbt sie sich nach dem Vorbilde anderer, indem er Stück um Stück die Gedanken und Überzeugungen preis gibt, die ihm in seiner Jugend teuer waren.
Er glaubte an die Menschen; jetzt nicht mehr.
Er glaubte an das Gute; jetzt nicht mehr. Er eiferte für Gerechtigkeit; jetzt nicht mehr.
Er vertraute in die Macht der Gütigkeit und der Friedfertigkeit; jetzt nicht mehr.
Er konnte sich begeistern; jetzt nicht mehr.
Um besser durch die Fährnisse und Stürme des Lebens zu schiffen, hat er sein Boot erleichtert.
Er warf Güter aus, die er für entbehrlich hielt. Aber es war der Mundvorrat und der Wasservorrat, dessen er sich entledigte.
Nun schifft er leichter dahin, aber als verschmachtender Mensch.
In meiner Jugend habe ich Unterhaltungen von Erwachsenen mitangehört, aus denen mir eine das Herz beklemmende Wehmut entgegenwehte. Sie schauten auf den Idealismus und die Begeisterungsfähigkeit ihrer Jugend als auf etwas Kostbares zurück, das man sich hätte festhalten sollen. Zugleich betrachten sie es als eine Art Naturgesetz, dass man das nicht könne.
Da bekam ich Angst, auch einmal so wehmütig auf mich selber zurückschauen zu müssen. Ich beschloss, mich diesem tragischen Vernünftigwerden nicht zu unterwerfen. Was ich mir in fast knabenhaftem Trotze gelobte, habe ich durchzuführen versucht.
Zu gern gefallen sich die Erwachsenen in dem traurigen Amt, die Jugend darauf vorzubereiten, dass sie einmal das meiste von dem, was ihr jetzt das Herz und den Sinn erhebt, als Illusion ansehen wird. Die tiefere Lebenserfahrung aber redet anders zu der Unerfahrenheit: Sie beschwört die Jugend, die Gedanken, die sie begeistern, durch das ganze Leben hindurch festzuhalten.
Im Jugendidealismus erschaut der Mensch die Wahrheit. In ihm besitzt er einen Reichtum, den er gegen nichts eintauschen soll.”

Schweitzer, Albert
Die Ehrfurcht vor dem Leben
Grundtexte aus fünf Jahrzehnten
8. Auflage 2003. 167 S.: Paperback
C.H.BECK ISBN 978-3-406-49448-2

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