Die Edathy-Affäre scheint für lokalpatriotische Kleingeister interessanter zu sein als die Toten in Kiew

Immer, wenn mal wieder ein Kind in den Brunnen gefallen ist, wachen irgendwelche Nasen plötzlich auf und dürfen sich in den Medien produzieren. Am widerlichsten finde ich jene Leute, deren Resistenz betreffs alltäglichen Unbills sprichwörtlich ist, die aber ruckartig auf der Matte stehen, wenn jemand von der Boulevard-Journaille auftaucht und sie dann sofort losplappern dürfen, ohne Punkt und Komma.
Gleichwohl unzählige diese Individuen, ewig illusionslos durchs Leben schlenzten, währenddessen nur funktionierten, obendrein aber niemals auf die Idee kamen, dass man sich bereits den Anfängen erwehren muss. Woher sollten auch diese ketzerischen Ansichten kommen, wenn im Elternhaus lediglich vermittelt wurde, niemals über den Tellerrand zuschauen? Da könnte eh irgendeiner als progressiv gelten, wenn er es gelegentlich drauf hatte, aus unerfindlichen Gründen mal soweit zudenken, wie ein Schwein scheißt.
Momentan wird Edathys Sammelleidenschaft in jegliche Richtungen ausgeknautscht, wie ein oller Kaugummi. Welche Kreaturen nun gegenwärtig versuchen auf seiner Pisse Kahn zufahren, ist wirklich zum Piepen und was manche Leute anstellen, um ihren Senf loszuwerden, weist oft schon pathologische Züge auf.
Gestern erlebt beim „Nachtgespräche am Telefon“ – Strafbar oder Grauzone – Wo fängt Kinderpornografie an? Gibt es eine Gesetzeslücke? Moderation: Monika van Bebber
Ich schaltete nicht ab, fragte mich aber irgendwann: „Wo kommen denn all diese Bekloppten her, die sich dort ans Rohr hängen…?“

Heute, 06 Uhr 50, verfolgte ich in dradio ein Interview, war ganz nett! Ob jene angepriesene Präventivtherapie, in UNSERER kranken Gesellschaft, mal mit Erfolg gekrönt sein sollte, weeß nich!

Stelle in dem Zusammenhang mal ein Erlebnis von gestern Abend in den Raum, als ich mich zur Raucherei in Richtung Terrasse, an der Glotze vorbeischlängelte. Beim Blick auf die Mattscheibe kam von der Scheffin, „den Film schaue ich aber nicht! Auf „Kabel 1“ ist gerade Werbepause und deshalb wird gezappt!“
Am Logo erkannte ich ARTE, „Mensch Mädel, dort läuft ja ein Porno!“
„Wieso?“
„Na schau dir das doch mal an! Da hüpfen halbnackte Knaben hin und her, jetzt stellen die sich auch noch hin und pinkeln!“
„Du bist blöd!“
Die von mir beschrieben Szene beginnt ab der 20sten Minute.
Ein politisch korrekter, übersensibilisierter Gutmensch könnte beim Anblick selbiger Darstellungen hochgehen wie das HB-Männchen.
Der würde sich natürlich auch sofort fragen: a) Sind Drehbuchautor und Regisseur etwa verklemmte Päderasten?
b) Weshalb landete ausgerechnet dieser Kinderfilm im Abendprogramm von ARTE?
c) Ist der verantwortliche Redakteur vom Sender ebenso pädophil veranlagte?
Egal, wie man sich außerhalb seiner Höhle auch dreht und wendet, man wird doch ewig und wirklich überall, in irgendeiner Form mit beliebigen erosexistischen Motiven bombardiert.
Da ich Werbung abgrundtief hasse, turnt fast alles 100 pro ab, auch wenn mich von dieser oft miserabel gestalteten Reklame, Mädels mit gewaltigen siliconierten Bio-Milchdrüsen, dröge anglotzen. Ähnlich ergeht es mir bei einem Hungerhaken, zumal oft Erinnerungen an ein  Buchenwaldkind hochkommt, selbst wenn deren hammergeile Blicke sagt: „Küss mich es kommt!“
Über die vielen lauwarm anmutenden Schönlingen will ich keinen Ton verlieren, auch nicht über Bobbele oder Till Schweiger. Bin seit geraumer Zeit richtig froh, dass sich wenigstens dieser Kreisfahrer von selbst aus dem Verkehr gezogen hat.
Wie mich diese Larven ankotzen…
(Vor Jahren war ich mal platt, als mir der frisch renovierte Leipziger Hauptbahnhof vor meine Sehschlitze kam, fand sein neues Aussehen einfach genial. Wochen später registrierte ich bei der Zugeinfahrt, dass von der Decke Reklamefetzen baumelten, von den Ausmaßen des Großsegels der Cutty Sark – versehen mit den Fressen von zwei Krimiserienfuzzis…)
Heute gab es im TAGESSPITZEL eine Betrag zum „Verbot von sexistischer Werbung in Friedrichshain-Kreuzberg“.
Da fiel mir etwas ein, was soll eigentlich der Unterschied sein, zwischen der heimlichen Sammelleidenschaft von Knabenbildern des Herr Edathy in seinen vier Wänden und dem öffentliche Anblick jener mageren Schönheit. (Nebenbei ein eine miese Darstellung, weil Kopf und rechte Hand abgesenst…)
Ist mir eigentlich egal, weil mich beide Situationen im Prinzip nicht mehr so richtig interessieren, da es sich letztlich um ganz bestimmte Ausdrucksformen im Umgang mit Geschlechtlichkeit geht und die hat in UNSERER Gesellschaft ohnehin recht merkwürdige Auswüchse angenommen.
Wobei WIR täglich – irgendwie alle – unser Scherflein dazu beitragen.
Oft kommen mir in dem Zusammenhang immer wieder recht merkwürdige Gedankenblitze, wobei manchmal alles durcheinander braust. Während der permanenten Überflutung mit abnormalen Verhaltensmustern, die man absolut nicht mehr nur an bestimmten Gesellschaftsschichten der unteren Ebene festmachen kann. Bereits öfters befiel mich so ein merkwürdiges Gefühl, dass langsam eine totale Verkehrung gewisser Sekundärtugenden in UNSERER Gesellschaft über die Weltbühne geht. Damit meine ich aber nicht solche simpel durchschaubare Wandlungen von rechts nach links oder von oben nach unten! Nein, mehr so ein vollkommen undurchschaubares 3-dimensionales Chaos…
Wobei nicht nur bei mir der alltägliche Zynismus eine immer größere Rolle spielt.
Will dazu mal was ablassen
Seit Jahren wird der bekanntgewordene Kindesmissbrauch in Kreisen der Katholen mehr sachte gedeckelt, als aufgearbeitet. Weil man scheinbar der Meinung anhängt, dass die Zeit alle Wunden heilt, was für die breite Masse schon zutrifft, doch aber nicht für die Opfern!
Vor einigen Monaten ließ Erzbischof Robert Zollitsch zum „Prinzip Verantwortung“ folgendes verkünden: Angesichts der Flüchtlingsdramen vor Lampedusa und dem Bürgerkrieg in Syrien fordert die katholische Kirche die Politik zum Handeln auf. Deutschland und Europa müssten mehr Flüchtlinge aufnehmen…
Aber Hola! – Honi soit qui mal y pense!
Damit wollte er bestimmt nicht seine Schwarzen Schafe* bedenken!
*die zweibeinigen in den Talaren

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