NEUE PHOTOGRAPHISCHE GESELLSCHAFT

Schon vor Jahren haben wir unser Tagesspiegel-Abo auf das Wochenende reduziert, eigentlich sollten wir uns ganz von dieser Postille verabschieden. Schon merkwürdig was die Jungs und Mädels darin für erwähnenswert halten, ganz zu schweigen was Kultur angeht.
Auf dem „Weg durch die Institutionen” scheint eine gewisse Klientel endlich am Ziel angelangt zu sein. Mir fällt es fortwährend auf, wenn es um die selektive Wahrnehmung dieser Leute geht. Immer das ganz Große als Balken vor den Augen und kein Gespür für Kleinigkeiten die das Leben eigentlich ausmachen, besonders wenn es um Kunst und Kultur geht.
Da existiert im ehemaligen „Wrangelschlösschen” seit fast vier Wochen eine kleine Ausstellung, die kurz den Aufstieg der „Neuen Photographischen Gesellschaft AG”, Ende des 19.Jahrhunderts im Marktflecken Steglitz bei Teltow dokumentiert und alle Medien ignorieren dieses Ereignis. Jene Firma, die sich in den ausgehenden Gründerjahren (auf Kosten der französischen Reparationszahlungen, nach dem Krieg 1870/71 und der deutschen Reichsgründung) etablierte, schrieb einige Jahrzehnte Geschichte mit der Produktion von Photopostkarten, wobei sie ein sehr breites Spektrum abdeckten. Allerdings erkannte die Verantwortlichen nicht die Zeichen der Zeit, z. B. den Wert der sich entwickelnden Farbphotographie. Ihr Privileg, als einzige die deutsche Kaisermischpoke abzulichten, verpuffte mit der Flucht S.M. nach Holland.
Letztlich betrifft jene Ausstellung die künstlerische Umsetzung von jüngster Zeitgeschichte, deren Nachwehen heute noch zu spüren sind…
Die teilweise schlechten Lichtverhältnisse könnte man bemängeln, was uns bei der Fülle von sehr interessanten Informationen nebensächlich erschien. Die Ausstellungsmacher haben es mit Improvisation trotzdem gemeistert.
– (Erleben wir doch immer wieder Exhibitionen, wo die Verantwortlichen Millionen verpulvern dürfen, dabei aber Licht und erklärende Schrift vollkommen außer Acht lassen. Da wurde ich manchmal durch Manipulation mit riesigen Werbeetats in „heiligen Kunsthallen” gelockt, blechte einen höllischen Eintrittspreis, ließ mich nebenbei von der Kunstschickeria auch noch nerven und flüchtete innerhalb kurzer Zeit.)
Ich möchte mich an dieser Stelle bei Frau Wilma Gütgemann-Holtz und Herrn Wolfgang Holtz für ihre gelungene Darstellung bedanken!

Abschließend einige Sätze ob einer Filmwerbung im „Tagesspitzel”.
Unter erwähnenswertes Geistesleben findet man u.a. – „Kultur : Kino – ”Die Anwälte”
Lechts und rinks (Ist das witzig) – Schily, Ströbele, Mahler: eine deutsche Geschichte. Der Film “Die Anwälte” erzählt sie neu – (mit neuen „Erkenntnissen” von „Experten” geklittert?)
Welche Leute sind das, die für selbigen linkslastigen Heimatfilm (angepriesen als Dokumentarfilm) auch noch Knete investieren. Wenn man eine elektronische Spielerei kreiert hätte, könnte ich es ja noch verstehen: Theo Lingen als Schily, olle Neuss als Darsteller des Berufsgutmenschen Ströbele und Horst Tappert als Hotte Mahler…
Was soll man über diese drei Figuren ablassen? Wäre es unseriös sie als selbstverliebte Paragraphenkomiker zu bezeichnen?
…bei Otti fällt mir nur ein: Ausnahmen bestätigen die Regel! Auch ein großbürgerlicher Stall muss kein Garant sein für den späteren Lebenswandel, wie er einem Adolph Freiherr Knigge vorschwebte. Scheinbar färbte seine anfänglich „Verbundenheit” zur besitzlosen Klasse ganz schön ab
…und diese politisch korrekte, grüne Schlaftablette aus +Berg
…was den nicht ganz freiwilligen „Wahlbrandenburger” Horst M. betrifft, kam es doch sehr gelegen, dass Hofsänger und Ex-Genosse Krawczik einen Werbegag für ihn kreierte, als er „ganz versehentlich” die erste Strophe des Deutschlandliedes intonierte. Anschließend hatten beide auch noch den Bundespräsidenten auf ihrer Seite, der diesen „Vorfall als nicht so schlimm bewertete”…
Da ich nicht anwesend war, ist mir auch nicht bekannt, ob er den Text auch zu den Klängen von Hydn zwitscherte. Vielleicht ist ja Herrn Köhler diese Melodie nicht so geläufig und Stephan untermalte die “weitgehend tabuisierte” Strophe mit der Notenfolge eines Giuseppe Blanc…

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