Archiv für den Monat: Juni 2009

Piratenpartei

Zur letzten Wahl schlamperte ich gar nicht erst hin.
Bei den drei vorherigen, wurden meine Unterlagen ganz klein zusammengefaltet und anschließend sofort durch den Schlitz der Urne gepresst. Jedes mal erfolgte ein Aufschrei, da es sich um eine geheime Wahl handeln würde.
Nebenbei hätte man sofort, alle dort Anwesenden von dem weiteren „demokratischen“ Akt ausschließen müssen. Jemand äußerte hinterher, mein schändliches Tun wäre sogar ein Grund gewesen, das Wahllokal prompt zuschließen.
Zu Zeiten der KPD/RZ erhielten die Genossen meine Stimme, verbunden mit brüderlichen Kampfesgrüssen aus dem verschlafenen Wilmersburg nach +berg. (Waren das noch Zeiten, als während eines Talks im Dritten, beim Aufeinandertreffen vom damaligen KPD-Parteivorsitzenden Hansi Grimm und Landowski, der Moderator die CDU-Flachzange voll ins Messer laufen ließ.)
Zur nächsten Stimmabgabe bekommen die „Piraten“ meine Markierung. Mal was anderes. Außerdem hat es für mich, in meinem Alter, etwas von Seniorenklassenkampf. Hinzu kam folgendes, meine letzten drei Gänge galten nur noch der Wahlbeteiligung.
Dabei insistierte mein Nachbar Nobbe schon seit Jahren, endlich die PdNW (Partei der Nichtwähler) aus der Taufe zu heben, mir schlug er dabei vor, als Scheffpräsident-Oberführer zu agieren. War mir alles zu viel Demokratie. (Hier folgt ein alter Spruch von mir: Ich halte jenes volksherrschaftliche Gehabe schon lange für eitrige Furunkel an Ärschen der Industrienationen)
Viele meiner Bekannten haben den Wahlgang schon aufgegeben, bei der Wahl zwischen Pest oder Cholera will sich keiner mehr infizieren.
Für die heutige Zeit muss ich noch einen drauf geben.
Mir geht es schon länger folgendermaßen: Bei allen Parteien und ihren Programmen komme ich mir vor, wie ein Vegetarier, der nur noch die Wahl hat, zwischen Gammelfleisch aus Bayern, BSEhaltiger Rinderkost, kranken Hybridputen, ausgelutschtem Hühnervieh und andersartigen, gedopten, fressbaren Kreaturen…

die ideen der anderen, piratenpartei, Paul Tiger

Mal wieder etwas von der Muselmani(schen)nnen Front der Freitod-ICH-AGs

Knackärscheä

Aus: „Hurra, die Krise ist vorbei“, Antje Kunstmann Verlag, www.inkognito.de

Diese Grußkarte fand ich letztens bei einem kleinbürgerlichen, pädagogisch anspruchsvollen Spieledealer, im verschlafenen Wilmersburg.
Counter Strike führten sie nicht, aber u.a. Riesenmengen von säuisch teuren, langweiligen Spielen für ganzen Halbfamilien, mit politisch korrektem touch und oft ökologisch angehaucht.
Dieses Kärtchen fand ich nicht weg – löhnte dafür sogar einen EU, weil ich es sehr witzig fand.
Muss freilich etwas dazu ablassen.
Natürlich finde ich die Produktion von Asphaltgyros nicht prickelnd. Wenn aber auf der einen Seite mit Milliarden Aufwand „demokratisch“ gehobelt wird und dabei menschliche Späne fallen, ist es da nicht legitim, mit der preiswerten Variante zu kontern?
Letztendlich trifft es auf beiden Seiten massenhaft „Unschuldige“, viele werden dabei nur mit dem ewige Frieden gesegnet, nebenher bürdet man Überlebenden und den nachfolgenden Generationen lodernder Hass auf…
Zu der zynischen Karikatur retour, wenn man alles emanzipatorisch betrachtet, eine berechtigte Frage dieses Mädels.
Was erhalten aber Angehörige anderer bombender Minderheiten als Belohnung, wie Lesben, Schwule, Päderasten, Sodomisten, Onanisten beider Geschlechter oder sonstige?

Wider jeglicher PC und Gutmenschelei meine abschließende Fußnote:
Es wird sich nie etwas ändern! Da weltweit immer wieder Flachzangen aller Couleur heranwachsen, die mit folgendem Spruch lediglich herumhuren und ihn als Schwanzlutscher des Kapitals nur als Feigenblatt für ihre Zwecke missbrauchen: „Jeder Mensch hat Anspruch auf die hiermit garantierten Menschenrechte und Freiheiten, ohne irgendeine Unterscheidung, wie etwa nach Rasse, Farbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer und sonstiger Überzeugung, nationaler oder sozialer Herkunft, nach Eigentum, Geburt oder sonstigen Umständen.“ (Mir ist nicht bekannt, wo er herstammt und wer ihn verzapft hat.)

Zufällig fand ich vorhin dieses Video: „The giants of rock´n roll“, aufgezeichnet von RAI uno, Rom, 1990.
Diese Minderheit von musizierenden Dachpappen und Weißbroten, haben in den letzten Jahrzehnten mehr für die Völkerverständigung auf diesem Planeten getan, als die meisten „demokratischen“ Politnarzissten mit ihren explosiven Argumenten, die es immer wieder fertig bekommen, Heerscharen für ihr Zwecke zu instrumentalisieren…
Black&White

André Gorz

Warum 3SAT am letzten Dienstag, fast zwei Jahre nach dem André Gorz, gemeinsam mit Ehefrau Dorine, freiwillig sein Leben zurückgab, ein kurz vorher mit ihm aufgezeichnetes Interview in „Kulturzeit“ brachte, war mir nicht ganz klar, hänge es aber als Fußnote zum gestrigen Beitrag an.
Seine, vor vielen Jahren schon eingebrachten Prognosen wurden ja permanent vom fauchen der warmen Luft, aller regierungsbestellten Wirtschaftsweis(s)linge übertönt…

Auswege aus dem Kapitalismus

Grundeinkommen – Ein Filmessay von Daniel Häni und Enno Schmidt

Meine Großvater ließ mal gegenüber seiner Tochter, einem stalinistischen Rotkäppchen ab: Sie solle aufhören mich zu indoktrinieren, denn jeder müsse seine Feindbilder selber entwickeln, dafür hätte man schließlich sein ganzes Leben Zeit…
Deshalb lasse ich zu dem entsprechenden Link nichts groß ab.
Will aber einen Seitentritt nicht auslassen, gegen die Großmäuligkeit von Ananas nach der Euro-Wahl.
Jener ließ ab: Wenn „wir“ nach der Wahl im September wieder Regierungsverantwortung übernehmen, wird sich vieles ändern.
Benutzte das Scheffchen der Mehrheitsbeschafferriege den „Pluralis majestatis“, oder ging wieder sein neo liberalistischer Größenwahn mit ihm durch?
Wie tief soll denn die Wirtschaftskarre noch in die Scheiße geschoben werden?
Schwesterwelle möchte dann sicher, scheeldreinblickend, hoch droben auf dem gelben Wagen hocken…

daniel haene – enno schmidt

wg. GEZ

Eine Bekannte ringt als Hartzerin seit Monaten mit einer imaginären Krake – der GEZ.
Schon nicht mehr lustig, was Frau C. aus B. sporadisch so ablässt. Kann einiges davon nachvollziehen, da es mir Ende der siebziger ähnlich ging, hatte dann als Bafög-Empfänger aber lange Zeit meine Ruhe…
Hänge jetzt einige gedrehte Schnippsel aus der „Tube“ und „Google“ dran.

Ausgerechnet der Flachzangenfunk befaßt sich mit den Praktiken der GEZ-Treppenterrier: RTL-Knechte auf der Pirsch

Bernd Höcker: GEZ! Auf frischer Tat ertappt! Was tun?

Der interne Schulungsfilm

Der GEZ.Mann

Die Intiglotzenbewegung

wg. Bildschirmschoner

Heute wollte ich etwas reinhängen, was diesen Ruhetag der Fraktion aller christlichen Katholen angeht, nun streikt aber der Scanner, also weiter zu GMX.
Dort fand ich auf dem digitalen Heimweg von meinen Emils, unter den halb entblößten Titten eines lasziv dreinschauenden Mädels, folgendes: „Die 25 besten Gratis-Bildschirmschoner“
Nach Nummer 5 begann ich diese Zeilen zu hacken, für einen etwas anderes gespannter Bogen, zum Feiertag.
Schon Scheiße, dass die römische Besatzungsmacht jenen hergelaufenen Jesus einfach so ans Kreuz nagelte. Hätten sie ihn damals gevierteilt, könnte in jeder Kirche ein Mobile hängen, dies wiederum abgelichtet, wäre heute Bildschirmschonertauglich.
Allerdings nicht gratis!

PS.
Vor einigen Monaten teilte man mir mit, dass ich unschuldigerweise auch zu diesem Verein der Anbeter von Lattenjupp zähle. (Das heißt, als Evangele, seit 59 Jahren permanent Kirchensteuer hinterzogen habe.) Im Nachhinein sind mir ganze Kronleuchter angegangen.
Gut, an diesen feuchten, traumatisierenden Vorgang der Taufe kann ich mich nicht erinnern, fand aber eine Erklärung für meinen späteren Hang zu C2 H5 OH-haltigen Getränken.
Der Pope hatte scheinbar Nordhäuser Korn, statt Weihwasser benutzt…

Gestern noch auf stolzen Rossen, heute durch die Brust geschossen

Der Scheff meinte gestern zu mir, dass ich mal wieder etwas ablassen soll…
Fand heute beim Stöbern in meinem digitalen Müll eine Ablichtung vom April – eingefangen auf dem Prenzlauer Hügel, nahe des Danziger Hohlweges.

Schon ein Kreuz, nicht nur in Deutschland, ich meine gewisse Haken. O.K., jene eckige Spinne war bereits entsprechend kommentiert. In Richtung 5 Uhr: „get funky!“, darunter der Freund „Hein“, oder etwa die Reste von E.T.?
Heute, im Juni, könnte man es offenkundig als Wink für „Karstädter“ sehen, die sich bald in Massen auf die „Hartzwalz“ begeben müssen
Es existieren ja Nasen, die permanent hausieren gehen und anderen einreden wollen, dass man immer alles positiv sehen soll. Dann mal los auf den Broadway zum größten Arbeitgeber der Republik.
Wenn ich den Jungs und Mädels nebenbei Wilson Picket´s „Funky Broadway“ unterschiebe, so zum Aufpeppen, sehe ich bestimmt wieder alles falsch.
Die Qualität jener Aufnahme erinnert nebenbei an eine Ziege, die in den Melkeimer scheißt. Passt aber deshalb sicher zu der Stimmung im amtlichen Warteraum.
Deshalb kommt noch etwas anderes von Mr. Pi: „Mustang Sally„. (Wer dabei aus der Puste kommt, kann ja seine gezogene Wartenummer als Fächer benutzen und sich Frischluft zuwedeln.)
Wen dieser Rhythmus kalt lässt, hat bereits verloren, weil er sich auch niemals gegen die homöopathischen Dosen aller Deprieinheiten der letzten Jahre wehrte. Die Erkenntnis, dass es nicht gerade prickelnd war, sich im Rudel, wie verreckte Fische im Strom treiben zu lassen, kommt reichlich spät.
Finde ich lustig, jetzt wo vielen das Wasser bereits oberhalb der Unterlippe steht, kreischen alle nach einem Schwimmlehrer…
…und Ananas verteilt nach der Eurowahl schon wieder gelbe Schwimmflügel