Archiv für den Monat: Dezember 2009

Max Fechner – SPD/SED

Habe mal wieder etwas gefunden, eine SPD-Verlautbarung vom Oktober 1945. Nur so – als Vergleich – um mal zu belegen wo diese Partei damals stand und wo sie in unserer Zeit herumdümpelt.
Genosse Fechner verkörperte auch etwas hin und her, ward in der Zone schließlich 1. Justizminister mit einem gewissen demokratischen Verständnis. Allerdings nicht vergleichbar mit seiner Nachfolgerin, der Rote Hilde, die mit Lustgewinn politisch Andersdenkende unter dem Fallbeil platzieren ließ…

Wie könnte man nach diesem Text den Refrain des „Solidarittätslied“ heute zwitschern?
Etwa so:
Vorwärts und nicht vergessen,
wo heut unsre Stärke besteht!
Beim Saufen und beim Fressen,
vorwärts und schnell vergessen:
die Solidarität!

Habe extra diese Fassung gewählt, wo mir mein Gefühl sagt, dass die Sänger gleich einpennen. (Oder es ist gewollt und der Rhythmus entspricht nur der momentan Schläfrigkeit der SPD.) Außerdem werden scheinbare Textschwierigkeiten mit einem versuchten Acapellaeinsatz geschickt kaschiert und die Begleitbilder der vielen Polit-Hedonisten finde ich ausgesprochen gelungen.

DAS WEISSE BAND

Gestern waren wir im „Broadway“ am Tauentzien. (Dieser Westberliner „Boulevard“ wurde 1972, durch „Kokain“ von Hannes Wader auch in der finstersten Zone ein Begriff. Leider mutierte HW später zum DKPisten. ) Eins der wenigen kleinen Kinos mit gigantischer Beinfreiheit und sahen dort – „Das weiße Band„. Wobei so mancher den Untertitel nicht lesen konnte.
Über den Film an sich möchte ich nicht viel ablassen, außer, er ist einfach Klasse! Am meisten begeisterte mich jene Tatsache, dass mir kein einziger Akteur bekannt vor kam.
Ähnlich ging es mir nur vor einigen Jahren mit dem Streifen: „Wer früher stirbt ist länger tot„.
Musste allerdings feststellen, unserem Rudel war die, oder der eine doch bekannt. Liegt sicher daran, weil ich grundsätzlich keine Spätnachmittag und Frühabendendlosserien einziehe.
Viele Filme gehen mir auch am Arsch vorbei, wenn die Larven für mich schon durch andere Lichtspiele verbrannt sind. Weiterlesen

INFO-Radio:Deutsch-deutsche Geschichte nach 1949

60x Deutschland – Die Jahresschau
In diesem Jahr wurde das Grundgesetz 60 Jahre alt – Anlass für die ARD, auf 60 Jahre Deutschland zu schauen.
Am 24.Dezember, 10 Uhr, begann eine ellenlange 12-teilige Serie: „Heilige Familie“. Sie lief fast 24 Stunden, in pausenloser, 6-facher Wiederholung – Vatikan-Radio lässt grüßen.
Anschließend ging es so beknackt weiter. Ab dem 25., 8 Uhr, lief auf IR (als Endlosschleife) diese „Jahresschau“, alle 20 Minuten kurze Unterbrechung durch Nachrichten und Wetter. Sie wird Montags 05:41 Uhr enden.
Schon gestern begann ich diesen Zusammenschnitt als Gehirnwäsche zu empfinden, allerdings existiert am Radio ein gewisser Schalter.
Zu Beginn liefen während unseres Frühstücks die Fifties, als es nach dem politischen Windchill-Effekt (Propagierter Wohlstand und dem gefühlten Empfinden in Abhängigkeit vom Aufschwung im Prozess der Restauration und Renazifizierung der BRD) in fast allen Lebenslagen grenzenlos aufwärts ging. Weiterlesen

Hört die Signale der ScheffPräsidentenOberFachExperten

24. Dezember 2009 10.38 Uhr, AP
Experte erwartet weniger Arbeitslose
Ifo-Chef Hans-Werner Sinn rechnet 2010 mit „kleinem Wunder“ auf dem Arbeitsmarkt.
Der Chef des Münchner Wirtschaftsinstituts ifo, Hans-Werner Sinn, rechnet im kommenden Jahr mit einem „kleinen Wunder“ auf dem deutschen Arbeitsmarkt. „Während in den meisten anderen Ländern Katastrophenstimmung herrscht, trotzt unser Arbeitsmarkt der Krise“, sagte Sinn laut „Bild“-Zeitung. Statt der 4,5 bis 5 Millionen Arbeitslosen, die vielfach noch im Frühjahr für 2010 erwartet wurden, prognostiziert der Ökonom noch 3,6 Millionen.
„Damit hätten wir in der seit dem Krieg bei weitem schlimmsten Krise der Weltwirtschaft 1,3 Millionen Arbeitslose weniger als noch 2005, dem Höhepunkt der letzten Flaute“, wird Sinn zitiert. Grund seien massive Lohnzuschüsse, wie sie etwa im Hartz-IV-System gewährt würden, und das Kurzarbeitergeld. Weiterlesen

„LES PAPILLONS“ – 1. Januar – bei den „WÜHLMÄUSEN“

Hier ein Tip für all jene, die sich für das neue Jahr üblicherweise immer etwas vornehmen.
Von den tausenden Möglichkeiten spreche ich nur eine an. Wie wäre es mal mit etwas Kultur, und zwar gleich zum Jahresanfang, wo die frommen Wünsche noch jungfräulich sind.
Der Alltag lässt einen ja so manches vergessen, hinzu kommt die biologisch bedingte Vergesslichkeit, ansonsten hat ja die eigene Trägheit immer entsprechende Fangeisen parat. Z.B. dieses hier: Was du heute kannst besorgen, verschiebe gleich auf übermorgen, oder besser ins darauf folgende Jahr.
Allerdings hätte der Besuch eines recht ungewöhnlichen Neujahrskonzert auch etwas an Vorteilen zu bieten. Man könnte für die kommenden Monate sein eigenes Gewissen überrumpeln und lange Zeit damit kokettieren, wenn es heißen sollte: „Hebe Dein Hintern, wir wollen was gemeinsam unternehmen!“
„Warum denn, ich war am 1. Januar schon Kultur tanken. Wir wollen doch nichts übertreiben!“
Jetzt kann mir ja der eine oder andere erzählen, wegen der Silvesterknallerei wurde das Budget für den Jahresanfang durcheinander gewirbelt, dem kann abgeholfen werden.
Es muss doch nicht sein, dass wir Arbeitsplätze dieser Umweltsäuen in Rotchina erhalten. Auch die Ausrede, wenn mir schon kein Blei um die Ohren saust, möchte ich aus Gründen der Solidarität mit den Jungs am Hindukusch wenigsten für kurze Zeit jene Geräusche genießen, denen sie ewig ausgesetzt sind…
Um es kurz zu machen, am 1. Januar treten bei den Wühlmäusen, „LES PAPILLONS“ auf.
Dazu meinte Petra Gabriel, im 3land.info, vom 3.10.2005:
Es ist atemberaubend, wie diese beiden im Schnellgang durch die E- und U-Musik flattern, von der Klassik über Filmmusiken, Zigeunerswing, Folk, bis Beatles – sie kennen alle Ohrwürmer und Fingerbrecher, arrangieren sie um, zermalmen sie, kauen auf den Atomen herum und spucken etwas Eigenes, Elektrisierendes, so nie Gehörtes aus… …das sind zwei Profis, Vollblut-Musiker, Vollblut-Spieler, Vollblut-Darsteller. Eines alleine wäre schon selten genug. …es sitzen bei diesen beiden die Griffe und Gesten. Haarscharf, und nicht vorbei.“
Zwar sind diese Worte schon etwas angestaubt, sie treffen aber noch uneingeschränkt zu, was ich bestätigen kann.