Am vergangenen Wochenende wurde mal wieder etwas „Guldur gedädichd“

Samstag.
Annehmbares Wetter.
Rein in den kleinen, roten Stinker und ab an den kalten Busen der Natur.
Als erstes gab es einen Satz mit „X“!
Det war allet nix…
La Vache qui ritEs ging nach LDS, wir Blödmaxen wollten in die gläserne Molkerei nach Münchehofe. Diese Idee hatten aber einige andere Leute auch, wegen der vorangegangenen Durchsage am Abend im rbb.
Die Menschenschlange erinnerte an alte Zonenzeiten, als ob sie Bückware verscherbeln wollten oder gab es dort Käsetaler als Begrüßungsgeld?
Kampf dem Spekulantenpack?Also wieder rin in die Karre und kreuz und quer durch die Pampa in Richtung Bundeshauptdorf.
Wir hatte Zeit, deshalb fuhr ich nach dem recht bleichen Sonnenstand – zwischen Bohnsdorf und Altglienicke war dann alles zu spät.
Ein Straßengewirr wie in LA nur millionenfach winziger. In jenem gottverlassenen Winkel heißen deshalb die Avenues und Streets auch ganz anders.
Fuchsgasse, Rehtränke, Elstersteg, Fliegenpilzstraße, Kleine Spechtstraße usw.
Nun ist man für bestimmte Berliner Straßenkarten nicht mehr die Zielgruppe ohne das entsprechende Schieleisen und das Navi lag schön warm zu Hause in der Schublade. Ich sollte doch mal an mir arbeiten und die Aversionen gegen diesen kleinen elektronischen Sklaven endlich ablegen…
Immer weiter nach Nordwest – endlich kreuzte die „Schönefelder Chaussee“ – bekanntes Gefilde (zumindest für mich).
Der Rest bis zur „Berlinischen Galerie“ war dann nur noch ein Klacks.
Es gab Friedrich Seidenstücker und Eva Besnyö.
FS fand ich enttäuschend. Weshalb soviel Bilder mit Zoomotiven dort hängen, weiß der Teufel warum. Hätte noch gefehlt, dass eine Collage mit „Knut“ darunter gewesen wäre…
Gerade Seidenstückers Photodokumentationen nach dem Krieg kann man immer wieder heranziehen, um zu belegen, dass Arschitekten die Arbeit von US-Air Force und RAF vollendeten. Im Westteil der Stadt kam zusätzlich der rote Filz hinzu, der gemeinsame Sache mit den Spekulanten machte – was sich bis heute noch nicht geändert hat. Ich finde, in den letzten Jahrzehnten entstanden „Bauwerke“, da sollte vielleicht die Luftwaffe doch mal wieder herangezogen werden…
Über zwei Sachen muss ich noch bei Besnyö mäkeln. Da sind die Passepartouts genial geschnitzt worden, warum deckten sie aber nicht minimal die Photos ab? Manche klemmen recht gewellt unter dem Glas.
Weshalb wurde Endre Friedmann, alias Robert Capa, mit keinem Wort erwähnt?
Die Ausstellung war gut besucht und für das junge Volk muss ich hier noch eine Lanze brechen, denn wir Mumien waren absolut eine Minderheit. Wenn mir Gespräche ans Ohr kamen, so waren sie von Wissen und Interesse geprägt, wenn ich es überhaupt verstehen konnte, denn unter vielen Besuchern herrschte ein babylonisches Sprachengewirr.
Hinzu kam die Tatsache der teilweise recht eigenwilligen Kleidung, die Mehrzahl der Jungendlichen schienen keine Fans von H&M, Charme&Anmut oder gestylter Markenklamotten zu sein…
Ähnliches fiel mir auch am Sonntag in der Philharmonie auf. Gut, da war das Verhältnis von Jung und Alt nicht ganz so krass. Es lag sicher auch am Orchester, was Puristen und Schickeria abschreckt und fern hält und das ist auch gut so!
Hat sich scheinbar noch nicht herumgesprochen, diese Musiker müssen sich nicht verstecken – „Junges Ensemble Berlin | Sinfonieorchester“ werden sie genannt.
Abschließend noch etwas zum Programmheft.
Von dessen Gestaltung können sich die „Großen“ aber eine mächtige Scheibe abschneiden!
Oft muss man viel Schotter hinlegen und bekommt lediglich eine mies gemachte Broschüre voller Werbescheiße, wo man zwischen den Zeilen manchmal sogar etwas vom abendfüllenden Programm   finden kann…
Dieses Heft ist informativ, kurzweilig – trotz Anzeigen

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