„Die europäische Idee bekommt Risse“

Mehrheitlich hat die Verbalejakulation über dieses Thema von allen Seite, besonders der von sog. Politeliten (Meine damit zumindest jene Leute die sich mit diesem Heiligenschein verkaufen!) Ausmaße angenommen, man wähnt sich oft in einem Tollhaus. Das ständig wiederholte Geschwätz, immer verbunden mit ganz wichtige Gesichtszügen, da ähnelt ein ausgelatschter Schlappen dem anderen und es existieren noch nicht mal gravierende Unterschiede zu den verschiedenartigen Färbungen der Kleingärtenverbände aus denen sie seit Monaten erschallen. Heute meldete sich nun auch der Herr Bosbach und präsentierte den Rest einer angebrannten und vielfach aufgewärmten Suppe. Weshalb hat er sich nicht vor Wochen bereits geäußert? Ihn halte ich noch für einen der hellsten Köpfe seiner Partei, aber nicht nur, weil er in der Schule vielleicht oft am Fenster saß.
Buimi Thomas de Maizière durfte sich auch wieder als herausragender Komiker schaffen, was sein vermeintliches Bauernopfer betrifft: Schmidt habe aus persönlichen Gründen darum gebeten, von seinen Aufgaben entbunden zu werden. Wenn jemand mit der Begründung zurückgetreten wird und er meldet dabei persönliche Gründe an, um von seinen weiteren Aufgaben entbunden zu werden, ist doch hinreichend bekannt, weshalb solche Äußerungen zustande kommen und die verantwortlichen Stellen flugs seiner Bitte nachkamen. Alle nachträglichen und unverständlich wirkenden Lobhudelein – „hat hervorragende Arbeit geleistet“, „stets besonnen und umsichtig gehandelt“, „außergewöhnlichen Einsatz gezeigt“ usw. – erfüllen doch nur den einzigen Zweck, dass er augenblicklich beruhigt mit einem fetten goldenen Handschlag den vorgegebenen Weg in die Wüste antreten kann. Jetzt soll aber niemand annehmen, er ziehe sich in die Yukon Flats zurück, legt dort Anannasplantagen an und schreibt nebenher noch seine Memoiren – Brüssel und ein warmes Plätzchen in der freien Wirtschaft lassen grüßen!
Heute wurde auch von Mutti Merkel eine Anweisung bekannt, die als das Hott zum wochenlangen verstanden werden kann. Sie hätte auch vor Wochen lieber mit der ihrer sehr eigenen Fingerfotze weiterhin zurückhaltender reagieren sollen, als mit weit geöffneten Armen alle Menschen aus den Krisengebieten des vorderen Orients aufzufordern, an ihrem großen Busen ein wärmendes Plätzchen zu finden…
Möglicherweise auch noch großkotzig an Emanuel Geibel denkend, seine weltweit vollkommen falsch verstandenen Worte im Hinterkopf: …Und es mag am deutschen Wesen Einmal noch die Welt genesen

Letzte Woche meldeten sich endlich auch mal einige obere Himmelskomiker zu Wort, zwar sehr spät, aber dennoch! Ihre teilweise berechtigten Einwände zerpflückte anschließend sofort der populistische BZ-Agitator. Aus dem Artikel soll sich jedes das entnehmen, wie er es sehen möchte. Mir fiel zu der Kolumne nur Bert Brecht ein, der da mal abließ: Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher.
Jene beiden Sätze lassen sich im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung im langandauernden Flüchtlingsdrama auch ewig anwenden.
So z.B, als letzte Woche die Bemerkung fiel, wenn es so weiter geht, dann bekommt die europäische Idee nicht nur Risse, dann zerfällt sogar das europäische Haus. Ein neoliberaler Wachstumsfetischist toppte alles noch, er ließ in folgender Aneinanderreihung ungefähr diesen Satz ab: Wenn WIR das Flüchtlingsproblem nicht in den Griff bekommen, dann hat es schwerwiegende Folgen für UNSERE Wirtschaft und die Menschen in der EU.
Zu erstere Salbaderei fällt mir nur ein. Das mit der europäischen Idee und ihrer bereits seit Jahrzehnten andauernden Hurerei damit, ist das eigentlich Problem, da die Macher überhaupt nicht daran denken, irgendwann diese mittlerweile blutleere Idee endlich an den Tropf zuhängen und ihr am Ende doch mal Leben einzuhauchen. Sogar als Zweckpessimist sehe ich dafür absolut keine Möglichkeit! Bekanntlich fängt der Fisch am Kopf zu stinken an! Wenn ich mir anschaue was für Schwärme an Blindfischen, im mittlerweile schlammigen Brüsseler Gewässer herumdümpeln, kann einem doch nur schlecht werden…
Siehe erfolgte Bankenrettung! Bis zu einem gewissen Grad war die dringend notwendig. Aber was sollte sich da in der Zukunft ändern, wenn die gleichen Nieten in Nadelstreifen weiterhin alle Zügel in den Händen halten?
Was als nachfolgender Satz der Wirtschaftsfuzzi abließ, beleuchtet doch die eigentliche Tatsache! Auch wenn gewisse Nasen die EU am liebsten bis nach Wladiwostock ausdehnen würden, änderte sich nichts an der Tatsache, dass die Bewohner auch in solch erweiterten europäischen Gefilden nur eine gewisse Attraktivität als billiges Lohngesindel genießen würden und sich weiterhin mit den abgenagten Knochen zufrieden geben müssten. Wenn es so weiter geht, sehen die demnächst natürlich größer und besser aus, denn die kämen dann aus Kanada und dem Amiland…

Fußnote: Wenn ich es nicht vergesse, hänge ich immer mal wieder einen Link dran von der Mucke, die während meiner Schreibselei gerade dudelte – wider BAB, Fischer, Grönemeyer, Heino, Lindenberg u.a.: Like A Mississippi Bullfrog Sittin‘ On A Hollow Log & Jimmy Reed

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