Auf einem Thing der Nostalgie – Teil (I) – 28. August

Mit etwas Mühe habe ich meinen Finger aus der Perforierung meiner Gesäßfalte gezogen und heute morgen den Bootleg vom letzten Samstag leicht bearbeitet. Einen Oskar erhalte ich dafür nicht, höchstens den „Relaxenden Suffgnom“. Da sich einige erkundigten, was mit den Aufnahmen geschehen würde und sie auch Interesse bekundeten, kippe ich diesen digitalen MP3-Müll ins Netz. Verbunden mit einigen Sätzen zum Wochenende.
Gemeinsam mit Manu und Herrn M. (dem ehemaligen „Knuff-Trommler) gings am späten Vormittag über die Piste in Richtung Mittelgebirge, durch momentan noch bewaldete Steppen von Südbrandenburg, an meiner kalten Heimat vorbei. Dieses Stückchen Mitteldeutschland nennen sie heute: „Das Land der Frühaufsteher“. Keine Ahnung wer auf diese bescheuerte Idee kam und sie auch noch als witzig verkaufen konnte. Mit was für einen Scheiß mag dieser Werbeknechte sein Näschen gepudert haben, bis diese kolossale Eingebung durch seine Hirnwindungen schossen?
Weiter ging es in das „Land der Ausgeschlafenen“! Hinter Jena runter vom Beton, auf der „Bier und Burgenstrasse“, durch auf die Höhen des östlichen Ilmtales.
Vom Anwesen des Gastgebers ein gigantischer Blick von Ost nach West, dort am Horizont, hinter vielen Erhebungen der „Gickelhahn“.
(Jemand ließ mal ab, dass auch folgende Zeilen dort entstanden:
Matte Fliegen, wie sie rasen,
Wie sie summsend überkeck,
Träufeln ihren Fliegendreck
auf Tyrannennasen.)
– Suchte bei „Google“ den korrekten Text, fand dabei nur mit Fragezeichen versehen: „Matte Fliegen, wie sie rasen. Wie sie summsend über eck.“
Klasse, was da ein ungebildeter Fachidiot von Programmierer verzapft hat, damit letztendlich so etwas herauskommt.
– Kindheitserinnerungen wurden bei dieser Weite wach.
Was dort der Entfernung zum „Gickelhahn“ entsprach, waren damals ungefähr 12 Kilometer zum „K(i)ffhäuserdenkmal“. Stundenlang konnte ich oben, von meinem Zimmerfenster aus, alte 2000 Ω Kopfhörer  auf den Lauschern (natürlich mit den Klängen von AFN-Frankfurt), im südwestlichen, fast endlosen Tal den Sonnenuntergang zwischen Kyffhäusergebirge und den südlichen Ausläufern des Harzes beobachten. Ebenso interessant, wenn nicht sogar spannender, waren aufkommende Unwetter…
– Schon seit Jahrzehnten muss ich direkt bis zum Fester latschen, nur um ein Fetzen Himmel zu erblicken. Kann mich allerdings auch nicht über eine der vielen Wohnungen beklagen, die ich in den letzten 35 Jahren bewohnte, jede Butze hatte ihre ganz besonderen Vorzüge.
Etwas Wehmut kam trotzdem auf…
…denn Häuserschluchten sind doch nicht das Gelbe vom Ei, bei allem Konsum der ringsherum gedeiht, der mich: „GsD!“ – nicht besonders tangiert…
Irgendwann nachmittags musste ich mich etwas verkrümeln.
Ständig wurden mit Neuankömmlingen diverse Krankheitsbilder durchgehechelt.
Brrrrrrrrr. Mit Krankheiten verhält es sich wie mit Geld. Entweder man besitzt welches, oder hat keins – aber geredet wird darüber nicht!
Wollte folglich einen Abstecher in den  dortigen Steinbruch tätigen, ließ es dann aber sein, weil mir die Entfernungsangaben doch recht spanisch vorkamen. Nach 45 Minuten waren die anderthalb Kilometer lange abgelatscht und nichts zu sehen. Fertigte beim Überqueren einer fetten Wiese digitalen Müll von Flora und Fauna an, bis ich mich schließlich erdete und die gigantischen Wolkenformationen beobachtete.
Auf dem Rückweg tat mir der Bauer eines Weizenfeldes echt leid, kleine Ähren, das Korn war aufgequollen, kurz vorm keimen und wiegte auf sehr kurzen Halmen. So dass sich auch ein Spatz bücken musste, falls er Körner picken wollte…
Nebenbei war das Wochenende natürlich mit viel Nostalgie und Lästerei behaftet. Wobei die zweifache Hundemama alle „Grauchen“ kommentierte, dabei in Feigheit vor dem Feind, ihre Silberlocken (?) mit einem knalligen rot tarnte, deshalb als Omi von Pumuckel durchgehen konnte.
Alle verflossenen Jahre kamen zwangsläufig immer wieder auf Trapez, was in unserem Alter nicht ausblieb. Dabei umgaben mich doch reichlich viel junge Hüpfer, gerade mal so um die Fuffzich.
Die Devise an jenem Abend lautete auf keinen Fall: „Der Beat ist tot, es lebe wieder Herbert Roth!“
(Herbert und seine Traudel haben der Zone in den 50er/60er Jahren viele Devisen gebracht, denn ihre Hits waren beliebt bei den untergetauchten Nazis in Südamerika, da Pecunia non olet!)
Noch nicht mal ansatzweise wurde Herby aus seiner Versenkung geholt.
– Als Beweis kann Caputh No. 1 vom vergangenen Samstag gelten, bei Runde II verhielt es sich ähnlich:
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aber alle guten Dinge sind drei:
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