Nachsommer – Vorwinter

Gestern herrschten keine prickelnden Windverhältnisse, aber heute, schätze mal 5/6 Windstärken in Böen 7/8. Mittendrin im Tempelhofer Flugfeld währen die Bedingungen eigentlich optimal, wenn nicht immer wieder gewisse Arschgeigen ihre Flugversuche gnadenlos zwischen den Massen tätigen würden.
In unmittelbarer Nähe waren hinter mir zwei Leute mit 4-Leiner Lenkmatten zu Gange und beide keine Ahnung, aber besaßen recht teures Fluggerät, was man natürlich präsentieren muss. Schließlich gehören besondere Arten, dieser NASA getesteten Mülltüten, schon lange zu den Statussymbolen von ganz bestimmten Windbumsern. Irgendwann lag ich im Rasen, den Kopf auf meinem Gerödel gebettet und nervte mit meiner heulenden Lenk-Möhre die Spaziergänger. Über mir öfters die rauschenden  Parafolien, bis zu dem Zeitpunkt bis so ein Teil in meine Leinen flog. Nicht nur, weil sich der Typ zu blöde beim Fliegen anstellte. Neeee, aus irgendwelchen Gründen hatte er beide Handgriffe mit den Leinen losgelassen, ein Teil verhedderte sich im liegenden Fahrrad und blieb hängen. Wobei die teure Mülltüte, in vielleicht 10 Meter Höhe, sich wie ein Propeller um meine Schnüren drehte und alles verfitzte. Im letzten Augenblick flog ich meinen Drachen aus der Winddrift und landete ihn.
Schon kam seitlich jemand angekeucht. Im Vorbeilaufen nuschelte er mit Akzent etwas von Entschuldigung und schließlich könnte er nichts dafür, wenn mein Drachen zufällig dort herumflog.
Wie olle ihmchen da entlang hastetet, gewahrte ich einen gestylten „Freizeitsportler“ in den Zwanzigern, der aussah wie eine solariumgebräunte Tunte. Es handelte sich aber um einen Orientalen.
Beobachte ihn ganz kurz, stand aber dann sofort auf der Matte. Solche Knaben mag ich ja, wie sich diese Nase anstellte, zückt der doch gleich ein Messer und erledigt die Angelegenheit, wie anno dunnemals Alexander der Große das Problem mit dem Gordischen Knoten.
Als er nun abermals anhub und mich wiederholt als den eigentlich Schuldigen ausmachte, reichte es mir und augenblicklich  beendete ich meine Hilfestellung beim Entwirren, zog stattdessen alle verbalen Register eines Berliner Polls.
Was dann geschah, erstaunte mich leicht.
Er zückte kein Messer, knautschte die Parafolie zu einem Knäuel und drehte ganz vorsichtig das Stoffbündel um die Schnur meines Drachen.
Unter mehrfachen Entschuldigungen, darüber hinaus mit körperlichen Einsatz, entfernte sich der Junge und packte anschließend sein Zeug zusammen.
Fast gleichzeitig verließen wir den Platz
Bis zum S-Bahnhof machte ich noch drei Photos.
Das witzige Graffito verziert die Tür eines Trafohäuschen auf dem Flughafen.
Immer öfters kann man im Bundeshauptdorf feststellen, das die Behörden wochenlang Warnschilder aufstellen, statt die Schäden zu beheben.
Das Verbotsschild stammt von den Schiebetüren des Liftes am Bahnhof. Soll wohl bedeuten, dass man im Herbst, wenn die Blätter fallen, den Fahrstuhl nicht benutzen darf.
Beim Test konnte mir niemand auf Anhieb die passende Erklärung geben, ich hielt dazu eine andere Beschriftung verdeckt.
Mein erstes Opfer war eine schwarze Mutti nebst Ableger im Kinderwagen. Verdutzt kam mit französischem Akzent: „Das kann isch ihnen nisch erklären, was ist die Bedeutung?“ Nachdem sie den viereckigen Schriftzug sehen konnte, kam lachend: “Jetzt verstehe isch! Isch kann ihre Sprachen lesen und verstehen…“
Ich liebe Spiegelungen jeglicher Art. Folgende Photos betreffen eine „Reparatur“ am Straßenbett, die im späten Frühjahr stattfand, vor dem „Feinkost-Reichelt“ in der Berliner Straße.
Nun sollte aber niemand denken, dabei handelt es um eine nachträgliche Absenkung des Asphalts, weit gefehlt.
Damals lichtete ich schon mal diesen Teich ab, wiederholte aber heute endlich meine Aktion, weil endlich wieder Wasser vorhanden war.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.