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Pille-Palle u.a.

Potsdam – KINO im freiLand – “Der große Irrtum”, 3. Juli 2014, 20:20

Ein filmischer Reisebrief durch das Deutschland der Jahre 2007 bis 2011, gerichtet an die eigenen Kinder, wenn sie erwachsen sind. Auf der Suche nach dem (Markt)wert des Menschen.
Eine dokumentarische Filmerzählung von Dirk Heth und Olaf Winkler / D 2012 / 105 Minuten
Eine dokumentarische Bildgestaltung, die man so schnell nicht vergisst, für ein ungewöhnliches Zeitdokument, das selbst noch aus Niederlagen Hoffnung schöpft.

Nee, nee! Aus Niederlagen sollte keine Hoffnung geschöpft werden, wenn jemand unten liegt, fehlt ihm nämlich der Blick zum Horizont! Es ist im Leben nicht entscheidend, wie oft man auf die Fresse fällt, sondern wie schnell man wieder auf den eigenen Füßen steht!
Seit Jahrtausenden besteht jene Pyramide, wo die paar oberen Hanseln mit ihren willfährigen Knechten der breiten Masse vermitteln, was ihr Marktwert zu sein hat. An der Situation hat sich selbst heutzutage nichts geändert, auch wenn man den Leuten das ganze Gebilde unter demokratischen Aspekten schmackhaft machen will.
Es sei, man ist verrückt. Damit meine ich aber keine pathologischen Webfehler am Denkapparat, sondern lediglich, dass man versucht sich nicht permanent im Mainstream treiben zulassen. Verrückt, besser gesagt, abgerückt von den vorgegebenen Richtungen sein Ding macht. Da helfen nur verinnerlichte bürgerliche Sekundärtugenden, wozu auch das Erhalten der eigenen Autarkie gehört. Dann ist auf das ewige Hü, Hott und Brr, mal rechtsrum, hinterher wieder nach links, einfach geschissen. Solche permanenten Spielchen gehen einem dann wie von selbst am verlängerten Rücken vorbei.
Wer dies verinnerlicht hat, ist auch in der Lage seinen Marktwert selbst festzulegen.
So jemand benötigt für sein Selbstverständnis weder Diplom noch Titel, ebenso wenig Leute unter sich, die ihr ganzes Leben lang seelenruhig Erniedrigungen mit Lustgewinn klaglos ertragen können. Jene Mentalität birgt aber für das hinkende Fußvolk einen gewaltig Vorteil. Es darf nämlich, wenn es auf jener Basis optimal funktioniert, dümmlich und verantwortungsresistent durchs Leben sterzeln und kann im richtigen Augenblick immer folgenlos damit kokettieren, dass es die schleichenden Veränderungen im täglichen Auf und Ab niemals registrierte.

Warum verdienen die Chefs von BVG & Co. so viel?

Beim gestrigen Durchblättern vom BZ-Blättchen erstaunte mich einer der drei Schefffpopulisten. Dort durfte er – politisch inkorrekt – einige Fragen in den Ring werfen, die ich ihm auch nicht beantworten kann.
In der Online-Ausgabe strahlt die oberste BVG-erin Sigrid Nikutta recht leutselig in die Kamera. Allerdings kommt mir da der Verdacht auf, sie grient nur deshalb so merkwürdig, weil jemand Gunnar Schupelius´ Frage nach der unverhältnismäßig geringen Jahresbesoldung stellte und sie ohne Rücksprache mit ihren Beratern darauf keine Antwort geben möchte.
Wahrscheinlich hätte in der Runde auch niemand etwas passendes aus seinem Ärmeln geschüttelt. Als Frau N. vor einigen Jahren den Job bei der BVG antrat und kurz darauf irgendwer nachhakte, welche Art von Befähigung sie eigentlich für jene Top-Position vorweisen könnte, kam irgendwoher aus dem Off die sehr weichgespülte Begründung, sie hätte doch Püchologie studiert und „könne deshalb sehr gut mit Menschen.“
Klar, das sollte einem ja einleuchten.
Allerdings wurden meine aufkommenden Zweifel auch von ihrem Dr.-Titel (Ist diese Arbeit überhaupt mal auf Plagiatierungen gecheckt worden?) nicht vollständig zerstreut.
Nun muss man nicht unbedingt als Pücholoche oder Pädagoche durch die Gegend sterzeln „um gut mit Menschen zu können.“ (Ich kann auch sehr gut mit Menschen, ich habe sogar tausenden unter mir, sprach der Friedhofsgärtner.)
In Momenten solch fadenscheiniger Begründungen fällt mir immer wieder die allseitig gebildete Toilettenfee vom Wolfsburger Hauptbahnhof ein. Selbige Dame kann sogar ohne Dr. „sehr gut mit Menschen“, wahrscheinlich verfügt sie außerdem in ihrem Bereich auch über ein ausgeprägtes technisches Verständnis…
Will mal zum Schluss kommen.
Den Rest kann jeder dem Text von Herrn S. entnehmen, als Antwort auf seine Fragen ist der Refrain eines frühen Hits von Robert Zimmermann passend, der da lautet: „The answer, my friend, is blowin’ in the wind…“

Für eine Paneuropa-Union von den Azoren bis Wladiwostok und von Spitzbergen bis Cape Agulhas Lighthouse*, unter Führung von Kaiser Kasimir!

Endlich hätten wir dann mal einen ehrlichen Schubiack als Scheffoberpräsidentenpolitiker!
Seine Hoheit kann nichts, aber dies würde er zweifelsohne mit voller kreativer Inbrunst zum Wohle seiner Untertanen unter Beweis stellen und beiläufig noch nicht mal jemanden schädigen!
Allein an jener Tatsache könnte sich so mancher heutige Volksvertreter ein Beispiel nehmen!
Salve Zar Kasimir!
Du schattenspendendes Zentralgestirn unter all den Komikern und aufgeblasenen Gimpeln, die vorgeben, dass sie früher oder später in der Lage sind, irgendwelche brauchbaren Strategien zum Überleben der menschlichen Kreaturen aus ihren Ärmeln zu zaubern.
Der Anfang ist gemacht!
Weiter so!
Ohh Du Übergöttlicher!
Du Scheffchen aller Propheten und sämtlicher Götter uNSERER eRDENSCHEIBE!
Nun mal Spaß beiseite!
…wir werden dem Schwein schon schlachten, auch wenn ihm quiekt!
fU§NOTE: Kaiser Kasimirs Währung – finde ich gut… eNDE dER fU§NOTE!

(*)Cape Agulhas Lighthouse

Elektronische Gesundheitskarte

Dies könnte eine Geschichte aus dem Tollhaus (Früher wurde die Klapper oder Klappsmühle so genannt, heute nennt man diese Institution wieder anders.) sein, sie entspricht aber der Realität!
Jenes Kärtchen ist von den finanziellen Ausmaßen das kleine Geschwisterchen vom BER und dort ist bekanntlich, bei der kohlemäßigen Dimension, in den nächsten Jahrzehnten auch kein Ende abzusehen.
Möchte nicht wissen, wie viel Leute mit klebrigen Fingern bisher an der Aktion beteiligt waren…
Nebenher ist die Sache auch noch recht lustig, da niemand auf die Idee kommt, mal irgendeinen Verantwortlichen zu bestrafen.

This Ain’t California

Nun sind jene Fickzellensilos, wie in Magdeburg-Olvenstedt, keine Erfindung der Zone. Aus nächster Nähe konnte ich damals die Entstehung von Ha-NeuLütten Klein und dem späteren Marzahn erleben.
Meine letzte große Traumatisierung als Halbstarker resultierte aus dem Umzug und dem Abstieg von der kleinbürgerlichen Idylle meiner Großeltern in einen Plattenhochbunker. Mir kam es vor, als ob man mich irgendwie amputiert hatte. In meiner ganzen Umgebung war jener Sachverhalt lange bekannt, aber weder meine Kumpels, noch meine Schwester (Großzügig kalkuliert sprach ich hernach, in den folgenden Jahren, keine 10 Stunden mit ihr.) steckten mir den Tatbestand, deshalb gelang die Überrumpelung auch perfekt…
Oma ließ sich von ihrer Tochter sogar noch belatschern und verzichtete auf das Angebot einer zwei-zwei-halben Zimmerwohnung von 70 Quadratmetern, die den alten Herrschaften als VdN-Rentnern angeboten wurde und gaben sich mit einer zweieinhalbzimmrigen Buchte zufrieden, die ein Drittel kleiner war.
Dort höhlten wir dann zu viert. Will ja nicht meckern, zumindest besaß ich ein eigenes Zimmerchen.
Nun noch der Hinweis zu etwas aus alten Tagen: Dies ist nicht Kalifornien – wie wahr – aber das Märkische Viertel in Berlin oder Münchens Neuperlach auch nicht!

 

 

 

 

Eine Gebrauchsanweisung aus der „Mottenpost“

Wie man gebürtige Ostdeutsche zur Weißglut bringt
Umgedreht ist es aber nicht viel anders.
Wir haben im Kiez zwei spezifische Geschäfte, eine merkwürdige Bäckerei und gleich nebenan die „Metzgerei“ (auch eine Westvokabel, wo der gelernte Ossi ausflippt) – zu Beginn meiner Zonensozialisation, im anhaltinischen Sangersdorf, wurde der „Fleischer“ auch noch „Metzger“ genannt! Weshalb später der Wandel eintrat, weiß der Deibel. Sicher so eine deutsch/deutsche Abgrenzungsmasche aus dem Politbüro, hat bestimmt der gebürtige Neunkirchener Dachdecker mal initiiert.
(Wenn ich schon mal bei den sprachlichen Kleinigkeiten bin, Fleischverarbeiter der Freibank nannte man „Schlachter“ und Emil Harnisch war der „Hi-hi-Schlächter“! Wobei das „Hi-hi“ wiehernd klingen musste…)
Retour zu den beiden Läden, als sie vor Jahren öffneten, meinte kurz darauf ein Bekannter, „die Eigentümersäcke stellen dort immer nur Ostler ein, wegen der niedrigeren Bezahlung mit!“ Jene finanziellen Eigenheiten waren mir nicht bekannt, allerdings fand ich die Umgangsformen der Verkäuferinnen von Anbeginn recht merkwürdig – richtig, eben Ostler und das haben sie in der Bäckerei auch jetzt noch verinnerlicht.
Gerade am heutigen Tag fiel es mir wieder besonders auf, noch dazu als ich dieses digitale Rauchzeichen aus dem Prenzelgebirge eingezogen hatte. Es existieren nicht nur die Animositäten West gegen Ost, sondern auch umgekehrt.
Nun lasse ich ja nichts anbrennen, wenn jemand versucht mich anzuferzen. Allerdings rafft es die kleine dickbrüstige Trulla immer noch nicht – mir gegenüber schon. Wenn sich die anderen Kunden ihre Umgangsformen gefallen lassen, ist es deren Problem. Seit einigen Monaten schafft da nun noch eine neue Kollegin, die auch so merkwürdig drauf ist und momentan in der Lernphase steckt, zumindest hat sie begonnen ihre ekelhaft untertänige Art abzulegen. Ich will mir schließlich keinen blasen lassen, sondern mal ´nen Kaffee und gelegentlich ein Stück Kuchen dazu…
Dessen ungeachtet kamen ihr manchmal gewisse Anwandlungen hoch, die mich vor einigen Wochen zweimal veranlassten, sie zu fragen, ob ihr eigentlich klar sei, dass dies eine Bäckerei wäre und keine Anstandsschule.
Erschwerend kommt in dem Geschäft hinzu, dass es zwei Eingänge hat, längs und quer zum Verkaufstresen, wobei ganz rechts die Getränke verkauft werden. Nun ist den Kunden aber nicht klarzumachen, dass sie sich in einer Reihen anstellen könnten und dann entsprechend vortreten. Will jemand von ganz rechts nur ein Getränk, drängelt er sich durch die Massen an das andere Ende.
Nun lehnte ich heute mittig am Pfeiler, hatte aber vorher gecheckt, wer vor mir im Gewusel stand. Da tauchte plötzlich eine Bekannte auf, sofort kam bellend aus dem Off: „Können sie sich nicht anständig hinstellen?“ Alles verbunden mit beginnendem Durcheinander…
Nun erigieren bei den Unwörtern: „anständig“ und „nett“, sofort meine Nackenhaare. Ehe die ungehobelte Gesprächspartnerin irgendwie zum leichten Widerspruch neigte, erledigte ich die Angelegenheit auf meine Art…
Frau A. aus B., verließ daraufhin den Laden ruckartig, wobei sie nichts verstand. Allerdings brachte ich ihr einen Kaffee mit.

Armutszeugnisse

Wie sagte Pinselheinrich bereits zu seinen Berliner Zeiten? „Mit einer Wohnung kann man einen Menschen erschlagen!“ (Ebenso hat der Karikaturist Paul Simmel diese Problematik mit seiner Feder aufgespießt.)
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Viele Jahrzehnte später belegt das Werk von Heinrich Kuhn Zilles Erkenntnis aus Kaiserzeiten.
Der kleine Photoband enthält beeindruckendes Bildmaterial. Gleichwohl habe ich ähnlich gelagerte Fälle bis weit in die 1980er bestaunen dürfen. Ganz vereinzelt findet man sie heute noch, zumindest, was die Fassaden von Innenhöfen betreffen, allerdings muss mit Armut nicht unbedingt Dreck einhergehen!
Ach so, für manche Ostberliner (Nicht nur dort!) sind die Aufnahmen ein Nostalgietrip in die letzten gesegneten Honecker-Jahre.
Boris von Brauchitsch streift mit seinen einführenden Worten, kurz und bündig, die historischen Sachverhalte zur Geschichte der Berliner Mietshäuser. Allerdings ist es schade, dass bei den Bildern die Ortsangaben fehlen…

“Los Rolling Stones“ im Amphitheater der Murellenschlucht*

Nichts hatte mich als Halbstarken mehr geprägt als Mucken von Robert Zimmermann und die der „Steine“.
Wobei letztgenannte großen Anteil daran hatten, dass die „schwarze Musik“, z. B. von Muddy Waters, John Lee Hooker (Wie z. B. die Weißbrote der J. Geils Band jenen grandiosen Hit von Hooker noch getoppt haben, lässt sich erste richtig nach dem Genuss eines guten Brösels Harz im Dreiblatt nachvollziehen!), Bo DidleyHowlin’ Wolf, Jimmy ReedChuck Berry und vielen anderen, endlich unter den Weißbroten in Europa den entsprechenden Stellenwert erhielt. Wer kannte denn Anfang der 1960er schon die vorher genannten Jungs?
Besonderes im ersten „Schlaraffenland der Arbeiter und Bauern“ auf deutschem Boden, waren die Einflüsse der beginnenden „British Invasion“, eines der ersten Puzzel-Brösel, aus denen sich bei einer Minderheit, vom anfänglichen Unbehagen gegenüber den staatlichen Vorgaben, alles langsam auch zu einem Generationenkonflikt entwickelte – den es allerdings in der klassenlosen Gesellschaft der Zone gar nicht geben durfte.
Bereits als 14-jähriger hatten bei mir die senilen und impotenten Stare der Partei schon verspielt. Allerdings war ich in den folgenden sechs Jahren noch nicht vollends gegen deren Praktiken, das begann erst während der letzten Wochen meiner Dienstzeit bei der Arbeiterknüppelgarde (Bereitschaftspolizei in Halle/Saale), nach dem Einmarsch in die ČSSR. Als ich vor angetretener Meute jenen Akt verurteilte. Hinzu kam meine Weigerung, als einziger EK der Garnison, ein „freiwilliges Muss“ zu unterzeichnen, falls die Partei UNSERE Kraft weiterhin benötigte, um die westlichen Aggressoren in ihre Schranken zuweisen, was hieß, dann auch noch länger zu dienen
Dies steht aber alles auf einem ganz anderen Blatt.
Retour zu den Stones!
Wenn meine Erinnerungen mich nicht täuschen, habe ich sie bestimmt 12 mal in Berlin und im Wessiland eingezogen.
Wäre schon sehr gern auch heute hingegangen, aber vor ein paar Jahren war Schluss mit der Fahnenstange. Schließlich kann man nicht Verbindlichkeiten sein Eigen nennen, die einem ostelbischen Junker zu Bismarks Zeiten in nichts nachstehen und dann noch solche Summe für ein Ticket ansetzen. Deshalb ist bei 100 Euronen schlichtweg Pumpe!
Dabei fällt mir noch etwas ganz wichtiges ein.
Kurz nachdem die Tickets sich im Netz aufgelöst hatten, wurde mir aus gut unterrichteten Kreisen der wahre Grund jener Stones-Tour zugespielt.
Es ging dabei um das 20-järige Jubiläum von Helge Schneiders „Katzenklo(In dem Artikel erfolgt eine Einspielung von selbigem Hit, vorgestellt von dem dummschwätzenden Wuschelköpfchen – So manche Sachen von Helge finde ich ja nicht schlecht, aber dem Hit konnte ich noch nie etwas abgewinnen, egal nach welcher Droge…) in Betracht gezogen, ebenso der 85ste Geburtstag von Harald Juhnke (Dieses Liedchen kommt allerdings wesentlich besser, wenn man mit flüssigen Volksdrogen zugezogen ist.) und da wollte ich mich dann doch nicht reinziehen lassen…
*Murellenschlucht

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Laut “Sunday Times”: Weitere Korruptionsvorwürfe gegen Katar wegen Vergabe von WM

Kuriose Vorwürfe gegen das “Kaiserchen” Franzl
Umgedreht wird doch eher ein Schuh draus und sollte man deshalb jene Frage nach Bestechlichkeit nicht anders formulieren? Die Antwort darauf, wäre bestimmt wesentlich einfacher…
Wer ist denn in heutiger Zeit, auf den Ebenen von Bundes- und Kommunalpolitik nebst Wirtschaft, von den leitenden Sportorganisatoren der nationalen und internationalen Gremien, von den vielen Lobbyisten, den medien- und promigeilen Eksperten aller Lebenslagen, den menschenfreundlichen „Investoren“ und Bankern, noch nicht korrupt?
Wie sieht es eigentlich mit der unabhängigen Gerichtsbarkeit aus?
Bei so manchen Urteilen, da staunt der Laie, und der Fachmann wundert sich…