Archiv der Kategorie: ALLGEMEINES

Pille-Palle u.a.

Edgar Hilsenrath – Der Nazi & der Frisör

Gestern rief mich eine Bekannte an, die zufällig registrierte, dass irgendwer im Papiercontainer mal wieder Bücher versenkt hatte. Sofort auf den Drahtesel drauf und dort hin, u.a. fand ich den Hilsenrath. Kam mir sehr gelegen, denn letztens wollte ihn jemand ausleihen und musste feststellen, er war entfleucht.
Im Zusammenhang mit E.H. fällt mir noch etwas ein.
Wenige Lesungen sind mir haften geblieben, die gar keine waren – so z. B. eine der ersten Veranstaltungen im damals neu eröffneten „Einstein“, Stanisław Lem – im „Deutschlandhaus“, etwas später Schleef – irgendwo Hilsenrath (Camerstrasse?), dann lange nichts besonderes, bis fast hin zum neuen Jahrtausend – Kelly James dann noch in den 90ern…
Wer in den siebziger/achtziger Jahren alles Lesungen im kleineren Rahmen veranstaltete!
Öfters gings sogar nach Spandau!
Mit dem Mauerfall flachte es in Westberlin mächtig ab, leicht abgewandelt gings es dann aber niveauvoller in Ostberlin weiter. Weiterlesen

Die Story im Ersten: Der Fall Mollath

Ob es schon wieder so weit ist, angesichts der Tatsache, dass alles so schleichend abläuft und sich nicht nur bei der schweigenden Mehrheit bereits ein Gewöhnungsprozess eingestellt hat, wenn man bestimmte juristische Ereignisse der letzten Jahre ableuchtet?
…jene merkwürdige Herangehensweise der meisten Behörden in der gesamten Republik, was die NSU betrifft, der Fall Mollath, hier in Berlin: Jonny K., bestimmt gibt es noch weitere, ähnlich gelagerte Fälle in Bundesgermanien…
Im letztgenannten Prozess, tut allerdings Tina K., die acht Jahre ältere Schwester des Opfers, in Nachhinein ihrem toten Bruder keinen Gefallen, schon gar nicht mit medienwirksamen Auftritten bei „Fernseh-Talkshows“ von  Anne Will und Maybrit Illner, wo Yellowpress geschädigte Gaffer und nebenher eine scheinbar unter Schlafstörungen leidende Klientel bedient werden…
Da frage ich mich doch schon länger, rafft die junge Frau es nicht, wie man sie instrumentalisiert oder leidet sie lediglich unter einem bestimmten Krankheitsbild?
Wie kann man sich sonst auch mit diesem hässlichen, langbeinigen Kurzohrkarnickel auszeichnen lassen? Wenn ich mir vorstelle, mit welchen teilweise recht merkwürdigen Leuten sie sich da auf eine Stufe stellte, also nee…
Was bleibt da eigentlich noch übrig von ihrem ursprünglichen Ansinnen, der Auseinandersetzung und dem Bekämpfen jener Auswüchse in dieser kranken Gesellschaft?
Hier mal etwas anderes als „Best of Verstehen Sie Spass?“!!!

ZDF ersetzt Kochshows durch neue Unterhaltungsformate

Da muss ich dem ZDF gratulieren, denn manchmal erwischt es mich doch, weil “Der Geist zwar willig ist, aber das Fleisch schwach”. Den Göttern sei Dank, aber nicht bei solchen „Unterhaltungsformaten“.
Natürlich tangieren mich selbige visuellen Langweilerevents, wenn zum Mümmeln die Glotze eingeschaltet wird. Als eine absolute Unverschämtheit empfand ich den Titelsong der „Küchenschlacht“. Welcher Perversling ist überhaupt auf die Idee gekommen, ausgerechnet „Respect“, der „Queen of Soul“, dafür zu missbrauchen?
In den letzten Jahren war es mir häufiger vergönnt, Seniorentempel und ähnliche Institutionen aufzusuchen. Wenn ich die zugedröhnten Herrschaften dort vor den Glotzen hocken sah, konnte ich sogar verstehen, weshalb Demente und -innen sich jene perpetuierende Gülle im HDTV-Format mit verquollenen Klüsen reinziehen, durch ihr Leiden lernen sie täglich die gleichen „Promis“ immer wieder neu kennen – und dieses Privileg haben sie sogar bis zur Urne. Die glücklichen Rezipienten registrieren wenigsten nicht, dass sogar eine Steigerung nach dem „Finale“ am Freitag möglich ist, wenn die begeisterten „Küchenschlachtopfer“ endlich beim Kochlöffel quälenden Dummschwätzer-Duo landeten…
Beim ZDF scheinen die Quoten entfleucht zu sein, deshalb jener brandneue Niveausenker: \”Der Star auf meiner Couch\” und wer da als „Prominenter“ angepriesen wird!?! – einfach elephantös!
Bin wieder mal unsicher, ob es unseriös erscheint, wenn ich vermute, dass es sich bei der glotzenden Köchelshowgemeinde auch sonst nicht gerade um Intelligenzbestien handelt, die allerdings auf das neue Sendeformat ebenso abfahren werden…
Ich wünsche viel Spaß dabei!

Nachtrag zum Schrieb vom 29. Mai

Mir ist natürlich auch klar, viele von den heutigen Emporkömmlingen haben niemals in ihren Elternhäusern erfahren, was eine Parkanlage überhaupt für einen Wert darstellt, nicht nur für die menschliche Spezies, was Erholung und Freizeitverhalten in grünen Gefilden betreffen.
Auf die Bedeutung, auch als historisch gewachsenes Kulturgut, möchte ich gar nicht eingehen, das können Leute, die ihre Kinderstube in der Abgeschiedenheit einer dunklen Ecke im Flur verbrachten, sowieso nicht verstehen. Da sie folglich ganz bestimmte Programme nicht auf ihrer Festplatte haben und deshalb im fortgeschrittenen Alter auch keine Verknüpfungen herstellen können, was für Lebensqualitäten großflächig angelegte Pflanzenwelten in den Städten überhaupt mit sich bringen…
Es ist einfach nur zum Kotzen, mit was für irrwitzigen Vorstellungen Schwanzlutscher des Kapitals hausieren gehen und sich folgenlos als Westentaschencaesare aufspielen dürfen – frei nach der antiken Devise: Panem et circenses!
Wenn es so weiter geht, werden demnächst auch noch Eintrittsgelder für umzäunte Kinderspielplätze erhoben.

wg. Public Viewing* im eingezäunten Tiergarten

*im neudeutschem Kauderwelsch wird dieser Begriff für Rudelglotzen benutzt.
Zwangsläufig habe ich vor langer Zeit auch eine große Anzahl ähnlicher Situationen erlebt, jenes widerliche Feeling, stundenlang eingekeilt in der Masse herumzuhängen. Allein die Tatsache, bereits als Kind mit der Meute zu demonstrieren, später bei den stinklangweiligen Kundgebungen auszuharren, hatte mir schon beizeiten mächtig gestunken. Was mich ganz gemächlich zum gesellschaftlichen Verweigerer werden ließ, weil ich immer öfters solchen verordnenden Ansammlungen fern blieb, damit verbundenen Strafen wurden anschließend unter Ulk verbucht.
Als Mittzwanziger gings dann freiwillig in ähnliche Situationen. Bei der Unmasse an Popkonzerten, erhottete ich mir allerdings stoned ewig die entsprechende Freiräume.
Wenn Bilder von den heutigen Millionen-Events irgendwo laufen, gerade zu entsprechenden Balltreterdarbietungen, sich wildfremde Massen mit irren Blicken um die Hälse fallen und teilweise wie Köter abschlecken – weiß nicht, ist alles nicht mein Ding.
Dürfen sie ja auch, schließlich handelt es sich dabei um ein orgiastisches Massenphänomen, was mich unter solchen Umständen absolut nicht antörnt, weil das gegenseitige Verständnis fehlt.
>„Omnia tempus habent“* – während Swingerfêten war das etwas anderes, wenn man übereinander herfiel – “opportet quod libet”* – dies verband bis zum Exzess… (*aus dem Asterix)<
Bin wiedermal abgedriftet. Weiterlesen

TAGESSCHAU – anschließend DOKU auf ARTE

Zwischendurch kam die Meldung: „EU-Waffenembargo gegen Syrien läuft aus“ und merkwürdigerweise stieg zur selben Zeit Alexander Gruschko auf, wie ein Phönix aus der Jauche und verkaufte sich plötzlich als der Rächer aller Enterbten in Syrien.
Das Gesülze sämtlicher Beteiligten, bis hin zu den Nachrichtensprechern, empfand ich nur als Kotzpillen und ging eine rauchen…
Nach der Doku auf ARTE: „Sand – Die neue Umweltzeitbombe“, kamen mir andere Anwallungen im Zusammenhang mit den vorangegangenen Nachrichten.
Da tauchte ganz nebenbei die Frage auf, ob nicht Waffen, Munition und Sprengmittel permanent falsch eingesetzt werden…

…und dann noch zum Karneval der Kulturen

Habe längere Zeit den Finger nicht aus dem Arsch bekommen, allerdings einiges niedergeschrieben und nichts fertiggestellt.
In den nächsten Zeilen geht´s wieder von vorn los, allerdings betrifft es im Telegrammstil (Weiß überhaupt noch jemand was damit gemeint ist?) nur die letzten drei Tage…
Zur Herrenpartie steckte mir Manne, jenes berühmte Berliner Blues&Boogietastenfossil – sein filigranes Harpspiel möchte ich in diesem Zusammenhang auch nicht unterschlagen – dass er in einer Woche bei Speiche* (Er hat seinen Laden aufgegeben, aber der neue Besitzer will so weitermachen.) spielen wird.
Zum ausgehenden Freitag lötete ich mir in besagtem Etablissement mit einem guten Co-Alkoholiker dort die Birne zu. Später tauchte noch olle Schulze auf, der sich irgendwann auch ans Piano hockte. War üblicherweise richtig gut, was beide noch vierhändig verzapften…Unbenannt
Wann wir unsere Becherei beendeten, registrierte ich nicht mehr so richtig. Herr W. meinte auf dem Heimweg, „weißt du, dass jeder von uns über fünf Liter intus hat und du wirst doch in dem Zustand nicht mehr auf dem Rad heimwärts fahren, kannst bei mir Asyl bekommen…“
„Quatsch, es geht mit der S-Bahn in Richtung Wilmersburger Urstromtal“, schließlich war schon länger das Gefühl aufgekommen, dass ich mich nüchtern gesoffen hatte…
Egal in welche Richtung, der ersten Zug sollte genommen werden und selbiger fuhr nach Westen. Unser Funkturm kam mir noch bekannt vor. Nach einer inneren Sightseeingtour, die lediglich einem  Lidschlag glich, hieß es plötzlich:“Schönefeld…“ – Scheiße…
Irgendwann bei Adlershof ereilte mich erneut das gewisse kurzzeitige Herabsenken der Jalousie, im letzten Augenblick gingen meine Klüsen dann wieder auf, was gerade noch reichte, um in „Westend“ auszusteigen und den nächsten Versuch retour in Richtung „Bundesplatz“ zu starten. Jetzt hockst du dich nicht wieder hin und bleibst außerdem stehen, der letzte größere Hieb aus meinem Flachmann sorgte für die entsprechende Energie…
Kurz nach 8 lag ich dann in der Falle – leichtes Ungemach war vorprogrammiert, da mittags eine Radtour in die Nähe von „Strausberg“ anstand. Zum Glück regnete es später und wir schließlich mit dem kleinen Stinker an den Busen der Natur kutschierten.
Durch einen Telefonanruf verflog plötzlich meine Trägheit, „Andreas ist dran, willst du ihn sprechen?“
„Logisch!“
Bei dem kurzen Schnack erfolgte noch die Frage, ob er für uns Karten hinterlegen soll und wie viele.Unbenannt
Im Quartett gings nach dem Kaffekränzchen zu den „Wühlmäusen“.
Auf der Fahrt ein Aspirin und vor Ort ein Bier sorgten anschließend für die entsprechende Konstitution.
Auch bei seiner neusten Ausgabe von Politsatire zog Herr Thiel auf gewohnte Art vom Leder, hat uns allen sehr gefallen, trotz Eidgenössischer Herangehensweise bezüglich der dargebrachten Thematik ergaben sich keine Problem ihm zu folgen. Schließlich unterscheiden sich gewisse Politdeppen nirgends auf dieser Erdenscheibe voneinander, man kann jene Marionetten des Kapitals beliebig austauschen – denn Namen sind bekanntlich Schall und Rauch… Weiterlesen

Vom „Fall Jonny K.“ zum “Glauben” in der Popmusik…

„KULTURZEIT“ gleitet auch immer mehr in Richtung Boulevardjournalismus ab. Hinzukommt, dass immer mehr Stare oder Figuren, die von den Medien als solche verkauft werden, sich dort witzlos produzieren dürfen, ähnlich verhält es sich mit den ewigen „Experten“…
So auch gestern geschehen, als ein “Popmusik-Experte“, der mittlerweile bei der intellektuellen BILD-Zeitung wriggelt, auch ran durfte. Es existieren bestimmt Leute, die seinen Werdegang vom Musikredakteur der Schülerzeitung bis nach Hamburg als große Karriere deuten würden, dies sei ihnen und dem Betroffenen gegönnt.
Jedenfalls bekam jener специалист durch Meister E. A. Grandits die Chance, sich auszulassen über die „kulturellen Auswirkungen von Musik auf Jugendliche“…
Fand beider Agieren zum Piepen. Hinterher fragte ich mich, weshalb der „Spiegel-Journalist“ nicht als Pope seine Brötchen verdient. In den Ausführungen kam nicht ein einziger belegbarer Sachverhalt rüber, im Gegenteil, während des fünf Minuten dauernden Interviews unterstrich der Popmusik-Auskenner elf (11) mal seine Argumente mit: „Ich glaube…“ Weiterlesen