Heute jährt sich zum 55sten mal jener merkwürdige Tag, der den meisten Deutschen sowieso immer kalt an ihrem verlängerten Rücken vorbei ging.
Den Wessi interessierte nur die bezahlte freie Zeit, mit der sich oft ein verlängertes Wochenende rausschinden ließ.
Ossis bemerkten in der Regel nur etwas, wenn sie als Angehörige der Organe ihren verantwortlichen Dienst schoben, bei der Truppe galt dann auch erhöhte Alarmbereitschaft und dies drei Tage lang.
Viele meiner Westberliner Bekannten machten an diesem Tag rüber zum Schoppen oder gingen dort in die relativ leeren Museen.
Damals legten Bonner Politiker schon morgens ihre Betroffenheitslarven an, flogen in die ehemalige Reichshauptstadt, defilierten um die Mittagszeit zu irgendeinem Hinkelstein, fummelten an den Schleifen gestapelter Kränze herum, murmelten anschließend einige nichtssagende Worte und düsten zurück.
In den tiefsten Kalten Kriegszeiten gingen den Angehörigen des sowjetzonalen Ulbricht-Regimes und deren Nachfolger, diese Zeremonie mächtig auf ihre Nüsse. Was dann jeder Transitreisende sofort zu spüren bekam, mit allen seinen entzückenden Schikanen, die jeden Ritt durch den Korridor so angenehm machten.
Gut, das ist alles Schnee von gestern, aber die Larven sind identisch geblieben…
Dabei bedeutet Traditionspflege – Die Flamme erhalten und nicht die Asche anbeten… Weiterlesen
TACH DER DOITSCHEN EINHEIT
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