Werbung im TAGESSPITZEL

Irgendwann hatte ich mal etwas zu einem Text im „Tagesspiegel“ in die Tasten gehauen, nicht beendet und heute fand sich dieses Bruchstück wieder an.
Es betraf die künftige Handhabung von Werbegags in dem Blatt. Jene Art machte mich richtig sauer, hinzu kommt mein abgrundtiefen Hass auf jegliche Art von Reklame.
Hier der Artikel: Werbeform auf tagesspiegel.de
Habe meine Betrachtung dazu, natürlich nicht als Elektrobrief verschickt. Möchte nämlich nicht zum Mittäter werden, außerdem käme es einer Aufwertung dieser infantilen Werbeschose gleich.
Auf diese pseudo-demokratische Kacke kann ich wirklich verzichten! …dass Sie auch noch etwas besser machen wollen und deshalb auf unsere Informationen angewiesen sind.
Vielleicht sollten sich die Redakteure mal wieder auf den wertkonservativen Leitspruch Ihres Blattes besinnen!
Wie lautet der noch?
RERUM COGNOSCE CAUSA!
Dieses Motto ist schon lange zu einem traurigen „Running Gag“ verkommen!
„Was Sie besser machen können?“
Gar nichts, wenn Sie weiterhin dem Zeitgeist entsprechend Ihr Blättchen gestalten wollen. Bereits zur Diepchen-Ära kam mir die Empfindung, dass der „Tgs“ zu einer lokalen Regierungspostille mutierte. Da hat sich nichts geändert, ewig tauche die gleichen Larven auf, seit zwei Jahrzehnten noch zusätzlich die von den gerade „regierenden“ Probierpolitikern.
Hinzu kommt, nur weil Sie einschneidende Veränderungen im Medienwesen verpennt haben, soll alles auf Kosten der Leserschaft ausgetragen werden.
Aus einer Flunder wird nun mal kein Zierfisch, auch nicht, wenn als Ersatz für finanzielle Einbußen die Leserschaft mit witzlosen Werbekampanien bombardiert wird…
Auf mindestens vier Seiten könnte täglich verzichtete werden.
Dies beginnt mit dem Boulevard-Scheiß auf der letzten Seite.
Wer sich für Sport interessiert greift bestimmt nicht zu Ihrer Zeitung – Nr. 2.
Der dürftige Kulturteil sollte auch reduziert werden, vielleicht sogar um zwei Seiten – Nr. 3 und 4, auch ließe sich wechselseitig, etliches vom lokalen Teil streichen…
Lassen sie bitte auch Frau Dr!? Binder endlicher wieder Restaurants testen! Was sollen ihre merkwürdigen „Kolumnen“, wo sie krampfhaft versucht, pädagogische Defizite von verklemmten Deppen zu beseitigen, nur weile diese Leute nie gelernt haben, in den entsprechenden Situationen simpelste Bedürfnisse anzumelden. Ihre Artikel gleichen in der Aussagekraft dem Niveau der „Bravo“ aus den 60er Jahren…
Wir werden demnächst auf ein überregionales Presseerzeugnis aus der alten Republik zurückgreifen und die Wochenendzumutung Ihres Hauses kündigen.
Bei meiner morgendlichen Lektüre im Café wähle ich schon seit einiger Zeit die kleinere Springerausgabe, dort sind Agenturmeldungen kompakter und außerdem werden beim schnellen Querlesen keine unerfüllbaren Ansprüche geweckt.
Vielleicht sollten Sie auch mal in Erwägung ziehen, ob Sie den ein oder anderen Mitstreiter der höheren Etagen nicht doch lieber in den Vorruhestand abschieben sollten – allerdings ohne klebrige Handschläge…
Nun muss ich noch kurz etwas zu diesen nächtlichen Quasselrunden ablassen, speziell über jene, in der einer der Herausgeber Ihres Blattes involviert ist.
Halt!
Nun soll niemand auf die Idee kommen, ich wüsste nicht was in „Talkshows“ abgeht. Kann mich sogar an zwei Sendungen der Anfangszeit erinnern. Damals hockten wir im Rudel bekifft vor der Glotze und amüsierten uns köstlich. Dies hatte aber weniger mit den „anspruchsvollen“ Inhalten zu tun, sondern hing mehr mit den kreisenden Hörnchen zusammen.
In einer Sendung ging es um Zensur in den öffentlich-rechtlichen Anstalten!
Hauptakteure: Rita Waschbüsch und Rosa von Praunheim – zwischendurch legte im Zuschauerraum Helga Goetze ihre riesigen Milchdrüsen frei und brüllte in Richtung der Gäste, dass es sich niemand wagen würde, ihr Titten mit den Kameras einzufangen, was aber geschah. In der Totalen sprengten die Möpse dann fast die Mattscheibe…
Das anderer Mal hockten ein brastiger Klaus Kinski und der ehemalige sozialistische Volksschauspieler, Herr Dr. Krug, recht kleinlaut im Studio herum. Sehr schnell flippte der Westmime plötzlich aus und begann das Publikum unflätig zu beschimpfen. Dabei beeinträchtigte ihn seine neue obere Fressleiste ganz schlimm, weil K.K. sie permanent mit der Zunge erst wieder an den Gaumen drücken musste, bevor er weiter herum plärrte…

Ach so, eigentlich wollte ich auf ganz was anderes hinaus.
Nächtens gelingt es mir öfters noch einige Minuten „Fernsehunterhaltung“ einzuziehen. Mein häusliches Ankommen lenkt mich erst in die Küche, mit einer Stulle geht’s dann vor die Glotze. Ohne Blick ins Programmheft wird sofort gezappt. Merkwürdig, wenn man diese Angewohnheit auf längere Zeit betreibt, findet man kurz vor Mitternacht, egal welches Programm gerade läuft, dauerhaft den gleichen Fratzengulasch (ein toller Begriff! nicht von mir!)
Die Larven glotzen dann nur von wechselnden Kanälen. Werden dabei auch die privaten Sender herangezogen, kann es leicht passieren, dass wegen anstehender Wiederholungen, die Nasen sogar noch häufiger auftauchen.
Vor wenigen Wochen kam während dieses Umherschaltens Herr Di Lorenzo ins Bild, seine Art irritierte mich dabei, ein Biolek war nichts dagegen. Wie nennt man überhaupt die Anwesenden dieser illustren Runden? Kunden, Freier, Gäste oder wie? Jedenfalls bemühte sich der Moderator auf solch merkwürdige Art und Weise, vorsichtig ausgedrückt, er schien gerade damit beschäftigt, wie man den Zuschauern gutmenschelnd, politisch korrekt einen Sitz-Kotau vorführt…
Dabei fand ich seine Darstellung wirklich sehr gelungen und für mich war es Zeit in Richtung Bettlehem zu verschwinden.
Endlich im Nest, Lampe entsprechend ausgerichtet, im Buch die entsprechende Seite aufgeschlagen, der Griff nach hinten, den lütten Transistor angeschalten – natürlich dradio!
…und da übertrugen sie den gleichen Mist, der mich gerade 10 Minuten vorher aus dem Wohnzimmer flüchten ließ…

Fußnote:
Ohne vorher Glotze angeschaltet zuhaben, nur der Radioton, da habe ich schon öfters festgestellt, dass man unter Umständen sogar etwas länger zuhören kann, dies hängt aber auch vom Thema ab.
Allerdings klappt es bei Jauch überhaupt nicht

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