Trump sorgt immer noch für weltweite Quoten

In der gestrigen „NZZ am Morgen“, wies Christoph Fisch nochmals auf das sog. „Skandal-Vijo“ hin: Das zweite TV-Duell zwischen Hillary Clinton und Donald Trump von vergangener Nacht er­hielt im Vorfeld zusätzlichen Zündstoff: Die Veröffentlichung eines Videos, in dem Trump Frauen in primitivster Weise und Wortwahl zu Lust- und Sexobjekten herabwürdigt und mit eigenen sexuellen Übergriffen prahlt.
Alle im Hintergrund anwesenden Typen haben sich doch köstlich amüsiert und dabei bumsfidel ge­lacht, warum auch nicht? Wer nun meint, dass Frauen nicht in der Lage sind und sich in den richti­gen Momenten auch niemals auf selbig Ebene begeben können, sogar in Anwesenheit von Män­nern, der ist entweder phantasielos oder jener Kelch ist an solchen politisch korrekten Moralisten schlicht vorbeigegangen. Auf der anderen Seite werden Mädels in Gegenwart von vermeintlichen Muttersöhnchen und Leuten, deren Aura eine totale Verklemmtheit ausstrahlt, auf solcherart anima­lischen Überschwang natürlich verzichten.
Aus meiner Zeit als Unterhalter bei irgendwelchen Betriebsvergnügen, in die ich manchmal hinein­rutschte, wenn nach gelungenen Gewerken in der Schattenwirtschaft, eine Einladung erfolgte oder als Knecht Ruprecht anlässlich von Weihnachts- und Julklappfeiern, könnte ich mit ganz anderen Erfahrungen aufwarten, was in Anwaltskanzleien, Abteilungen von Sparkassen und Banken, priva­ten Treffen sowieso, in kleinen Firmen und Kneipen abging.
Immer das Gleiche, es fing stets ganz harmlos an, sogar niveauvoll aber zu fortgeschrittener Stunde lande ich dann ewig bei Oberkante Scheuerleiste…
Habe es in den Jahrzehnten meiner derartigen Tätigkeiten niemals erlebt, dass ich jemals irgendwie ausgebremst wurde, ganz im Gegenteil!
Es existiert nämlich auch eine Kultur der Gosse, die ehrlich und frei von Gutmenschentum sowie politischer Korrektheit daherkommt. Deren Verständnis bei den Leuten zwar latent vorhanden ist, gehemmte Figuren und Angehörige der vorgeblich besseren Gesellschaft davon auch eine lose Ah­nung haben, sich selbst aber niemals die Blöße geben würden, in jener Richtung etwas aktiv zu unternehmen. Aber wehe, wenn jemand damit beginnt – in diesem Zusammenhang zusätzlich auch schnöde Volksdrogen ins Spiel geraten, die zu jenen Wesensveränderungen im gruppendynamischen Miteinander führen, in dessen Verlauf fast das gesamte Rudel irgendwann seine andressierten Schranken kurzzeitig vergisst…
Gleichermaßen erlebte ich solche merkwürdig anmutenden Situationen in Firmen mit exorbitanten Frauenüberschuss, z.B. in der MIFA, der Schoko in Tangermünde oder im Strandbad und Camping­platz am Stausee Kelbra, mehrheitlich vollkommen Alkoholfrei aber wesentlich verschärfter.
Da gab es keine verborgenen sexistischen Anmachen, wie selbstverständlich standen die rund um die Uhr auf der Tages­ordnung und wurden in ganz vielfältigen Formen ausgelebt, verbal, genauso praktisch – wobei alle ihren Spaß fanden.
Erinnerte mich vor längerer Zeit an zwei Schlüsselerlebnisse vom ersten Arbeitstag in der Schoko Tangermünde, ersteres war lediglich sehr ekelig.
Mein Kumpel und ich, mussten ein langes Trockenband für Bonbons demontieren, als ein Kollege auftauchte, der uns eine Tip geben wollte, da waren bereits sämtliche Befesti­gungsschrauben am Boden gelöst. Der hinzugekommene Schlosser schob einen Hubwagen mittig unter die Anlage, pumpte ihn bis zum Anschlag hoch, ließ dann das Teil auf einen Zug runter fahren, krachend knallte die Stahlkonstruktion wieder auf den Boden. Dabei fielen hunderte von Kakerla­ken aus der Anlage, die, ehe wir uns versahen, massenhaft in unseren Hosenbeinen Verschwanden und außen am Anzug hochzischten, unter Beobachtung der gesamten Abteilungsarbeiter, die in sicherem Abstand unsere Missgeschick beobachten und frenetisch la­chend ihre dusseligen Kommentare abließen. Alles ging so rasant vonstatten, dass mir noch nicht mal ein Spruch einfiel.
So, nun geht erst mal in den Keller, schüttelt dort die Viecher aus euren Klamotten und Haaren, dann könnt ihr euch auf die Rollbretter legen und von unten erst mal alle Segmente auseinander schrauben!“
Gesagt getan.
Es dauerte ein Weilchen, bis das Gefühl aufkam, dass wir tatsächlich alle Insekten los waren. Ge­genseitig wurden die Haarschöpfe gelaust, da etliche Biester ewig wieder unter den Haarnetzen hingen. Da gaben sämtliche Weißkittel von ganz oben ewig Obacht, ob ich meine netzförmige Kopfbedeckung auch korrekt trug, aber der schutzlose Gesichtskanten interessierte diese Flachzangen dabei nicht…
Kurz darauf waren die ersten beiden Segmente getrennt, hatte gerade begonnen, noch flach auf dem Rücken liegend, mich nach vorne ziehend unter der Maschine hervor zu hangeln, da stellte sich eine Frau breitbeinig über mich. In keinen halben Meter Abstand gewahrte ich feiste weiße Schenkel und eine mächtig haarige Fut über mir. Ging kurz etwas zurück, raunzte dabei meinem Kollegen zu, doch auch mal einen Blick nach ober riskieren, hangelte mich dabei seitlich an ihm vorbei und stand auf. Registrierte dabei, dass in einem gewissen Abstand die ganze Mischpoke der Abteilung kreisförmig herumhing, dabei unverschämt grinste.
Wenn du jetzt nicht augenblicklich etwas entsprechendes sagst, dann hast du hier für die nächsten Monate verschissen! Noch den restlichen Schmutz vom Arbeitsanzug klopfend, ließ ich etwas in der Richtung ab, „sagt mal Mädels, wisst ihr überhaupt, dass eure Kollegin eine Dauerwelle in ihrem Bärenfell hat?“
Vom Spannemann kam noch, „Ede hat recht!“
Unter infernalischem Kreischen zerstreute sich die Meute daraufhin langsam…
(Wie sich kurz darauf herausstellte, handelte es sich um eine Wette.)
– Bin mal wieder etwas abgedriftet.

Was unterbelichtete Moralapostel ewig als Trumps sexistische Ausfälle verkaufen, sind bei mir die einzigen menschlichen Wesenszüge, die ich bei dem Typen noch erkennen vermag.
Bei genauerer Betrachtung ist nämlich Mutter Clinton keinen Deut besser

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