(2) Kulturkonsum unter Covid-19-Bedingungen grenzt an Folter mit höchster Dümmlichkeit, erlebt in der Neuen Nationalgalerie – die wir allerdings optimal hergerichtet empfanden!

Leider ist mir die Mentalität eines Stadtindianers schon länger abhanden gekommen. Hatte nämlich vergessen unserer QR-Codes auszudrucken. Erste Kontrolle am Eingang, nach Sichtung der Codes, verlangte der Scheff von mir und einer Freundin keinen Berlinpass, der einen wirklichen Sinn hat. Wir kamen deshalb kostenlos rein, mein Ehegespons musste 14 Euronen löhnen.
Ungefähr 10 Meter weiter, an der Treppe die nächst Scannerkontrolle, dabei drängelte sich auch noch so eine Jarasch-Verschnittin vorbei, weitere Überprüfungen immer wieder an jeder unteren Räumlichkeit.
An der Tür zum Atrium lungerte ein leicht pigmentierter Knabe mit Maske herum, der lediglich beidseitig den Leuten die Tür aufriss. Der Typ erfüllte letztlich keine große Aufgabe, ward aber anderweitig total überflüssig. Als ich ihm beim Hineinschlüpfen fragte, wo sich das Café befindet, kam von ihm irritiert: Ich Deutsch nix sprechen…
Im nächstgrößeren Raum hatte sich ein größeres Fernsehteam breit gemacht und am dortigen Eingang lauerten bereits runde zehn Leute, die sich dort nicht vorbei trauten, was den weiteren Rundgang natürlich behinderte. Als ich mich dort vorbei drängelte, hingen die wartenden Schar plötzlich an mir. Der Knecht am nächsten Kabinett ließ mich natürlich nicht rein, da die Scheffin mittlerweile abhandengekommen war und ich diesen Scheiß-Code nicht vorweisen konnte. Davor standen mehrere Sitzmöglichkeiten, auf denen nur Leute kauerten, die sich an ihren Kommunika­tionsprothesen einen verbal herunterholten. Nebenbei, während der anderthalb Stunden knallte ich dreimal mit recht abgehangenem Fleisch zusammen, nur von einer dieser Klatschbasen kam etwas wie Entschuldigung.
Endlich wurde ein Platz frei, schaffte mir mit recht herben Sprüchen etwas Ruhe und las dann etwas in der Zeitung. Da ich aber nicht zum Lesen dort aufgeschlagen war, wurde der Versuch gestartet, endlich mein Weib zu suchen. Der dort herumstehende Knecht wollte mich natürlich nicht zurück­gehen lassen, schließlich handelte sich um einen Rundgang, aber in entgegengesetzter Richtung und wegen der Fernsehleute. Das gleiche Spiel setzte sich am nächsten Raum fort, kapitulierte schließ­lich bedingungslos und machte mich von dannen.
Fuhr mein altes Jagd- und Arbeitsrevier ab und schoss noch einige Fotos. Mein Gott, die Potse, von der Hurfürstenstrasse bis zum Kanal, glich einem vollkommen mistigen multikulturellen Proll-Areal.
Absolut nicht mehr vergleichbar mit den 1980ern, in Jenen Tagen stupidierte ich an der Unität viele Silvester und meinen zusätzlichen Broterwerb ging ich, als Allround-Handwerker, in der Zweiten Hand nach.
Wesentlich wichtiger war für uns natürlich das Bermudadreieck der Rock-Blues-Folk-Szene: das Quartier Latin, um die Ecke/Kurfürsten: Ullis Jazz For Fun und in der Körnerstraße dann Robbys Blues Café, sowie andere illustre Kneipen, vornweg das Kumpelnest, gleichermaßen ist der Bierhimmel noch erwähnenswert! Schon wegen des total gemischten Publikums, dort hockten immer mehre hundert Jahre Zuchthaus zusammen, dazwischen sehr attraktive Bordsteinschwalben, allerdings aber auch schon recht abgefuckte Damen.
Darf natürlich unseren Herrn mit den bewusstseinserweiternden Köstlichkeiten nicht vergessen…

 

 

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