NEU: Faszinierende Uhrenmodelle!

“Peppen Sie Ihren Look mit einer stylischen Uhr auf. Die Trends durchstöbern!”
Richtig! Wenn Sie sich über Knete definieren, Ihnen Diplom und Titel nicht genügen, dann peppen Sie das fehlende Selbstbewusstsein mit einem Zeiteisen auf!
Aber bitteschön nicht mit diesem billigen Tand von selbiger Seite! Das käme ja einem Abstieg in hinlänglich bekannte Gefilde gleich – den endlich entronnene alten Zeiten…
Vielleicht wurde aber von mir noch nicht registriert, was der Zeitgeist gerade verlangt und man heute nur mit Uhren im Trend liegt, auf die jeder bunte Kleindealer steht, oder sich Hartzer der Kategorie IV gerade noch leisten können…

Uri,Uri!

Für all jene, die es nie kapieren werden:
Billig gekauft, ist zweimal gekauft!
Oder –
Wer immer billig einkauft, der muss ganz schön reich sein!
Da man Sparen nur von gut betuchten Schichten lernen kann, (Jene haben es seit Kindheitstagen verinnerlicht) wird der Neureiche zu keiner Zeit hinter jene Erkenntnis steigen können, da ihm dieses Programm auf seiner Festplatte fehlt – “Deshalb werden Sie geholfen”, denn “Geiz ist geil”

Meine erste Uhr verdankte ich einer Kungelei.
Mein Cousin „verlegte” sie 1956 bei uns. Zurück in Hamburg beichtete er den Verlust seinen Eltern, Wochen später „fand” sich das Teil wieder an. Als so wertvoll wurde es nicht eingeschätzt, um den ganzen Aufwand für eine Rückführung zu starten, mit Wertpäckchen und Zoll, dann verschwand der Chronometer in der Versenkung.
Welch Wunder, sieben Jahre später bekam ich diese Armbanduhr zur Jugendweihe geschenkt. Wenige Tage wurde mit diesem Westgeschenk kokettiert, jedem Neugierigen das Patentarmband vorgeführt, erzählte allen, dass es sich um ein „Fixoflexarmband” von „Rowi” handelte. Was natürlich jeder von „Radio Luxemburg” kannte.
Gleichzeitig entwickelte sich zu Hause und in der Schule ein unsäglicher Ärger, da ich die Uhr am rechten Arm trug, denn sie behinderte mich bei vielen Tätigkeiten. So konnte ich als Linkshänder nicht werfen, das Ding flog immer hinterher. Die „Westuhr” gab dabei aber nicht den Geist auf.
Unverständlicherweise kam es zu erzieherischen Maßnahmen, entweder die Uhr „anständig” tragen, oder gar nicht, so wurde sie weggelegt.
Mitte der 8. Klasse, nun schon Wochen in Stolberg im Heim, trug ich sie dann kurzzeitig wieder.
In Jener „Erziehungsinstitution” schoben die älteren Jahrgänge permanent Kohldampf.
Mein Kumpel Gunther berichtete mir, dass er sich öfters Forellen fing und am Stock briet, da klinkte ich mich ruckartig ein und war platt. Der Spezi kannte in der Thyra viele Stellen, wo Fische „standen”, entweder er verharrte liegend am Bach und schlug sie raus, oder killte sie mit angespitzten Haselnussgerten. Als großes Problem stellten sich die Feuerstellen heraus, wegen der anhaltenden Waldbrandgefahr, deshalb radelten wir öfters 5 Kilometer in Richtung Rottleberode. Dort befand sich ein ziemlich großes Areal einer ehemaligen Munitionsfabrik, mit Ruinen, Kellern und Bunkern. Betreten natürlich verboten, trotzdem trafen sich dort immer wieder Jugendliche.
In Teamwork ging alles von statten, mir fiel das feuern zu, in der Zeit nahm Gunther mit einem Okuliermesser die Viecher aus, etwas Salz/Pfeffergemisch drüber, aufgespießt und kurz über die Glut. Niemals vorher kam mir so köstlicher Fisch zwischen meine Fressleiste.
Natürlich ließ ich mich über den Umgang mit den kleinen Lanzen unterrichten, wegen der Lichtbrechung im Wasser. Gleich mein erster Versuch ging in die Hose. Gegenüber unserer Stelle wuchs dieses Kraut, was so ähnlich wie Rhabarber aussieht, beim Wurf verabschiedete sich gleichzeitig die Uhr, wir fanden sie nicht wieder…
Kurz darauf nervte unser Erzieher wegen des Zeitmessers, wo er abgeblieben sei. Meine Antwort: “Weiß nicht”, befriedigte den Mann in keinster Weise. Sofort rief der Pädagoche ein Tribunal ein, wo ich erklären sollte, wie mein Chronometer abhanden kam, alle gingen von einem Verkauf aus. Auf mein Schweigen folgten wieder erzieherische Maßnahmen, denn mir war klar, nach einer wahrheitsgemäßen Berichterstattung wären wir beide in ein Spezialheim gekommen. Niemand hätte uns doch abgenommen, dass wir vor Hunger wilderten.
Bald darauf versorgten mich Schulkameraden mit Pausenbroten, in solchen Mengen, dass es auch für meinen Kumpel reichte.
Am Ende des Schuljahres wurde Gunther entlassen und landete bald darauf in einem Jugendwerkhof, scheinbar war er wieder seinem alten Laster verfallen. Zu einer Zeit in der ich anfing Alkohol zu vernichten, fand dieser Schwerenöter großen Gefallen an den lustvollen Ausflügen in die Körper von Mutti und seiner drei Jahre älteren Schwester…

Der Uhrenkompass

Manchmal benutze ich mein Zeiteisen auch als Kompass Chronometer für Neobolschewiken und Zonen-Nostalgiker

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.