Schuld sind immer die Anderen! Diese Floskel zur Lebensmaxime erhoben und täglichen optimal eingebracht, vereinfacht das Leben ungemein. Nach sehr langer Zeit bin ich endlich auch dahinter gestiegen…

Unsereins muss sich nicht in einer Schlange drängeln, die irgendwo an einem „Roten Kreuz“ Buffet vorbeiführt, an deren Flanken schwerbewaffnete Jungs mit pickligen Gesichtern und Blauhelmen auf dem Haupt, die „wartende“ Meute „beaufsichtigt“.
Nein, man kommt hungrig aus dem Wirtshaus und langt anschließend in den Kühlschrank, auch „Öko“ dabei, zumindest was die Preise betrifft.
Irische Butter, Tzatziki (Wenn die Griechen uns weiter in die ökonomische Scheiße zerren, werde ich diese Speise aus Protest bald nicht mehr essen) hauseigener Herstellung mit holländischen Gurken, dazu Kräuterkäse vom letzten Polen-Trip, zwei spanische Tomaten, gewürzt mit Tandori-Masala vom Inder, Habanero-Pfeffer aus Mexiko und zwei dicke Scheiben Sonnenblumenbrot vom „Körner-Fresser-Bäcker“.


Mit diesem Paket ging es vor die Glotze, dort lief gerade noch der Appendix des abendlichen News-Cocktails mit dem wahrscheinlich größten Wahrheitsgehalt – der Wetterbericht. Schaltete bei 3SAT wegen des Themas (“Glück im Vergessen? Demenzkranke und ihr Betreuer”) sofort weiter .
Blieb nach einem Blitz-Zapping auf ARTE hängen: „1983. Am atomaren Abgrund“, die Krankheitsbilder jener Leute in dieser Sendung waren mit den Hauptdarstellern von 3SAT absolut nicht zu vergleichen. Da kroch einem die Angst nachträglich noch den Rücken hoch, man kann es gar nicht glauben, aber alle dortigen Akteure liefen damals frei herum, waren keine Freigänger aus irgendwelchen Klapsmühlen…
Theoretische Killer-Eliten aus „demokratischen“ Gefilden und aus dem späteren „Reich des Bösen“ gaben hartnäckig der anderen Seite die Schuld, daraus entwickelte sich ein destruktives Stelldichein, wobei es scheinbar der Besonnenheit oder dem Unvermögen der Sowjets zu verdanken war, dass unserer Planet nicht atomar abgebunst wurde.
Jeder kann sich selbst ein Bild von diesen politischen Geisterfahrern machen, dieser Film wird im Mai dreifach wiederholt, sogar zu christlichen Zeiten.
Der anschließende Streifen (1963 “Ich bin ein Berliner”) war auch interessant aber kein Deut besser, was den Umgang mit der Realität anging.
Bei einer Szene wurde etliches klar, mir schwante es eigentlich schon immer – als Bodyguards diese euphorisch/dummgeile Frau von Kennedys Automobil weg schubsten. Dies geschah nur zu ihrem eigenen Schutz. Leibwächter laufen an sich in weißer Berufsbekleidung herum und sind auch in bestimmten Situationen sehr schnell mit diesen witzigen Jäckchen zur Hand, deren Ärmel sich auf dem Rücken zusammenbinden lassen.
Eigentlich bewahren uns Personenschützer vor der latenten Gewalt dieser Leute!
Demnächst muss ich mir mal gewisse Zeitdokumente nochmals genauer betrachten. Vielleicht hat ja Mehmet Ali Ağca am 13. Mai 1981 in Rom gar kein Attentat  auf den damaligen Papst Johannes Paul II. verübt. Sicher war es nur einer Unachtsamkeit der Schutztruppe zu verdanken, dass der Katholenscheff* auf den Türken losging, unser arkadaş sich aber in Notwehr nur verteidigen wollte. Deshalb wurde Karol Wojtyła später nur noch in einem Glaskasten durch die Menge kutschiert.
*Siehe auch das Verhältnis zur Gewalt von heutigen Kirchenfürsten!
Man schaue sich ebenfalls die Aktion der ehemaligen Bundesbirne in Halle/Saale an!

Heute Abend war ARTE daran Schuld, dass ich vor dieser flackernden Laterne hängen blieb, am Sonntag 3SAT mit seinem ThemenabendPolen – sowie:
Polen für Anfänger
Ein Roadmovie mit Kurt Krömer und Steffen Möller
Film von Katrin Rothe

Steffen Möller

Glück im Vergessen? Demenzkranke und ihre Betreuer

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