wg. Public Viewing* im eingezäunten Tiergarten

*im neudeutschem Kauderwelsch wird dieser Begriff für Rudelglotzen benutzt.
Zwangsläufig habe ich vor langer Zeit auch eine große Anzahl ähnlicher Situationen erlebt, jenes widerliche Feeling, stundenlang eingekeilt in der Masse herumzuhängen. Allein die Tatsache, bereits als Kind mit der Meute zu demonstrieren, später bei den stinklangweiligen Kundgebungen auszuharren, hatte mir schon beizeiten mächtig gestunken. Was mich ganz gemächlich zum gesellschaftlichen Verweigerer werden ließ, weil ich immer öfters solchen verordnenden Ansammlungen fern blieb, damit verbundenen Strafen wurden anschließend unter Ulk verbucht.
Als Mittzwanziger gings dann freiwillig in ähnliche Situationen. Bei der Unmasse an Popkonzerten, erhottete ich mir allerdings stoned ewig die entsprechende Freiräume.
Wenn Bilder von den heutigen Millionen-Events irgendwo laufen, gerade zu entsprechenden Balltreterdarbietungen, sich wildfremde Massen mit irren Blicken um die Hälse fallen und teilweise wie Köter abschlecken – weiß nicht, ist alles nicht mein Ding.
Dürfen sie ja auch, schließlich handelt es sich dabei um ein orgiastisches Massenphänomen, was mich unter solchen Umständen absolut nicht antörnt, weil das gegenseitige Verständnis fehlt.
>„Omnia tempus habent“* – während Swingerfêten war das etwas anderes, wenn man übereinander herfiel – „opportet quod libet“* – dies verband bis zum Exzess… (*aus dem Asterix)<
Bin wiedermal abgedriftet.
Muss Trotzdem erneut ausholen und bringe dazu einen Spruch von Jean-Jacques Rousseau: Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern dass er nicht tun muss, was er nicht will.
Was mir gewaltig stinkt, für diese geplante Unverschämtheit sieht es momentan noch so aus, als ob man wegen latenter Rudelinstinkte einer Minderheit zu Kreuze kriechen will, allerdings die kleinen Freiheiten von Millionen eingeschränkt werden sollen, letztlich nur aus pekuniären Gründen…
In dem Kontext gibt es keine bessere Argumentation, als die Hurerei mit vorgeschobenen Sicherheitsspielchen und alles kann noch mit anstehendem Terror begründet werden.
Was aber nicht zählt, denn die Zeiten der Heimwerkerbomberei ist ein Auslaufmodell!
Wo blieben eigentlich die Sicherheitsbedenken anlässlich der Liebesparade 2010 in Duisburg, als über eine Millionen und ein paar Zerquetschte lediglich Fun haben wollten, es sogar ohne Mithilfe der Al-Quaida 21 Tote gab?
Auch fast drei Jahre nach dem Debakel ist noch keiner zur  Rechenschaft gezogen worden, da wird bestimmt auch nicht viel bei herauskommen. (Ich könnte jetzt auch noch einen Bogen schlagen, was deutsche Gerichtsbarkeit betrifft und deren Umgang z. B. mit der NSU oder dem Prügelmord in Berlin und, und, und… Lasse es aber sein, denn da ist mein Zynismus nicht angebracht.)
Als ob die vorgesehenen Einzäunungen – im historischem Bauhausdesign – in irgendeiner Form Irre von ihren Vorhaben abhalten könnten.

Der Zaun auf meinem Photo würde wesentlich preiswerter ausfallen.
Außerdem könnte man wahlweise alle vorhandenen Flächen vor und hinter der Drahtsperre – die sich gegebenenfalls auch elektrifizieren ließe – entsprechend des eintretenden Ernstfalles beleben…
Im Jahre 1970 entstand dieses Bild 60 Kilometer westlich von Kraków, Breite: 50 Grad 03″43 – Länge: 19 Grad 94″97.
Selbige Einfriedung entspräche sogar einer prognostischen Planung, denn in wenigen Jahren werden die, dann ehemals reichen Nationen der nördlichen Hemisphäre, ihr Überleben nur noch in Ökodiktaturen genießen können…
Wie sollen überhaupt jene gefährdeten Gaffer im Flucht- und Katastrophenfall über den  2 Meter 10 hohen lanzenförmigen Zaun entfleuchen um auf die Evakuierungsflächen zu gelangen? Klar, Security, Rotkreuzhelfer und Polizei helfen mit Räuberleitern…
Weshalb kommt eigentlich niemand auf die Idee und bezieht das Gelände vom ehemaligen Flughafen Tempeldorf in eine Planung für überdimensionierte Veranstaltungen ein? Alles ist bereits mit Maschendraht umgeben, hinzu kommt das vorhandene frei Schussfeld im E-Fall! Außerdem ließen sich dort ohne großen Aufwand Drohnen einsetzen, wenn sie heute schon mal auf dem Einkaufszettel stehen.
Sämtliche Events dürften als ständige Einrichtung aber lediglich in der Zeit von Mai bis Oktober stattfinden, da nur Negligés und Schlafanzüge für Zuschauer zwingend vorgeschrieben wären.
Allerdings kann auf den Einsatz von Körperscannern trotzdem nicht verzichtet werden, nicht auszudenken, jemand hat sein Rektum voll Semtex gestopft…
Fußnote:
Eine andere Möglichkeit Millionen von Menschen in Schach zu halten, haben wir 1985 in Rotchina bewundern können. Anlässlich eines Drachenfestes in Weifang, waren für uns mehrere Quadratkilometer entsprechend vorbereitet worden. Als Markierung dafür galt ein schnurgerade gezogener Strich im Sandboden. Diszipliniert stellten sich die Zuschauer mehrere Zentimeter dahinter auf und erstarrten fast zu Salzsäulen. Ungefähr zehn Meter weiter, in Richtung unseres freien Feldes, wurden im Abstand von vielleicht 25 Meter Soldaten postiert. Bei jedem hing am Koppel ein Motorrad-Akku, aus dem ein Kabel zu dem über einen Meter langen Schlagstock führte, der vorne eine Drahtspirale besaß. Diese Viehtreiber waren mit mehren 100 000 Volt geladen.
So ginge es auch.
Vier Jahre später war nix mehr mit lustig!
Da wurden auf dem „Tien An Men Platz“ Panzer eingesetzt.
24 Jahre Später werden die Verantwortlichen von damals untertänigst hofiert, gerade geschehen…

Da wir bisher noch keine chinesischen Verhältnisse haben, müssten doch tausende auf die Straße gehen, um diesem Schwachsinn Einhalt zu gebieten!

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