K-Frage in der SPD

Martin Schulz – einer fürs Volk (Für welches Volk?)
Der Startschuss erfolgte bereits, nun treten Medienheinze an und beginnen einen Kanzlerkandidaten zu basteln, wobei sie nebenher kontinuierlich die bereits bröcklige Basis von Blase Gabriel weitergehend unterminieren.
So geht Kanzlerkandidaten-Kandidatur. So wie es Martin Schulz macht. Da steht er am Sonntagabend in der Leipziger Nikolaikirche, die Zuhörer drängen sich, derart viele sind es geworden. Sie wollen Schulz, den Präsidenten des Europaparlaments, reden hören. Thema: die Demokratie.
Kann es nicht sein, dass nur deshalb soviel Leute in das Gotteshaus drängten, weil es draußen noch regnete und nicht, weil sie de lütt Matten reden hören wollten. Die Lauscher hatten insofern Glück, da er eine abgelesene Rede redete, seine Schreiber werden sich da schon Mühe gegeben haben. Wenn er sonst aus dem Stehgreif etwas abließ, da kam oft ein Haufen Blech zusammen, so sind sie halt, die verhinderten kleinwüchsigen Profifußballer, denke dabei auch an seinen Genossen Acker
Genau das ist es, was Sigmar Gabriel, der SPD-Chef, der sich nicht nach der Kanzlerkandidatur drängt, in Schulz sieht: Er ist authentisch und stetig in seinem Engagement. Er ist in der Welt bekannt und doch immer noch nahbar. Er hat seinen Posten im Europaparlament einflussreicher denn je gemacht und damit auch der Institution geholfen. Ob Schulz weitermachen kann, steht in den europäischen Sternen. Könnte sein, dass er das Amt Anfang 2017 absprachegemäß abgeben muss – dann wäre er frei. Heißt: für eine Kanzlerkandidatur. Und nicht wenige Genossen sehen in ihm eine Idealbesetzung.
Ob (Charles) M. Schulz wirklich Ambitionen haben sollte, um im Kleinen kurzfristig die Nummer 1 spielen zu dürfen, wage ich zu bezweifeln, aber auch nur dann, wenn sich die EU-Absprache als Fußangel für ihn herausstellen sollte. Bliebe noch das Trostpflästerchen eines SPD-Schefffchens! Die Frage ist dann nur, ob die SPD das mitmacht.
Natürlich, mit Schulz kommt immer der europäische Geist. Aber er wendet ihn an: da ist der Mut der Menschen, die 1989 in Leipzig auf die Straße gingen, und der Sinn des Satzes „Wir sind das Volk“. Beides macht Schulz gegenwärtig: Man dürfe ihn nicht den Anti-Demokraten überlassen, sagt er, die ihn für sich beanspruchen. Und er fordert ein Ende des „Ostdeutschen-Bashings“. Stehend applaudieren die Menschen.
Gewisse Ostler scheinen es immer noch nicht zu kapieren! War denn wirklich geen echder Leibzischer greifbar, der damals in erster Front mitmarschierte? Da hätte sich doch Pfeffies Kumpel aus alten Spaten-Soldaten-Zeiten angeboten! Der bekam aber sicher von seinem dunkelroten Scheff aus dem Freistaat Thüringen keine Genehmigung. Also musste wieder ein Wessi her, ausgerechnet jemand, der in den aufregenden Tagen des Vormauerfalls, j.w.d. als Dorfschulze von Würselen (Dies ist doch kein Städtenamen, sondern eine Diagnose…) sein bescheidenes Leben fristete und nebenher die Startlöcher für den weiteren politischen Aufstieg hackte, weil er dort so schnell als möglich weg wollte…
Will abschließend noch etwas ablassen über die stehenden Applaudierer, falls dies von Meister Casdorff vielleicht ganz falsch interpretiert wurde, denn die Sachsen sind nämlich ein pfiffiges Völkchen!
Erst begeben sie sich von der feuchten Straße in die warme Kirche, ihr anschließender stehender Applaus hat bestimmt auch andere Gründe. Hab es noch in Erinnerung, wie man von harten Kirchenbänken malträtiert werden kann und noch dazu während der längerfristigen Berieselung von politisch korrekter Dampfplauderei der euro-demokratischen Art. Da taten mit die Leute sogar richtig leid.
Hinzu kommt noch, da die Masse der abendlichen älteren Kurzkirchgänger, früher Russischunterricht verordnet bekamen, konnte die sich im Stehen wesentlich besser und auch unauffälliger bei den Nachbarn erkundigen, was es mit dem neudeutschen Begriff: Bashing, den der kleine Weltbürger dort benutzte, eigentlich auf sich hatte…
Was die Gesamtheit der Lobhudelei des Artikels von Stephan-Andreas Casdorff betrifft, da scheint sich ja so etwas wie ein rheinländischer Medienfilz anzubahnen, weil er bestimmt Schulzens Leib- und Seelenreporter werden will oder für später Tage bereits von noch wesentlich höhere Weihen träumt…

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