Was Heimat und nationale Identität mit uns machen

Inforadio vom rbb – BESSER INFORMIERT
Kann mich nicht erinnern, jene Dudelfunkstation mal angeschaltet zuhaben, die auch noch kokettiert mit „besser informiert“. Auch gestern blubberte diese merkwürdige Station nur deshalb, weil sie noch lief und ich keine Lust verspürte, mir die Vorderläufe abzuspülen und etwas anderes einzustellen. Beschäftigte mich gerade mit der morgendlichen Beute vom Markt. Kreierte nämlich einen riesigen Pott Sättigungsbeilage aus Harzfeuer-Tomaten, Rucola, Apfelstückchen, Zwiebelschlotten, Schmand, Joghurt, Olivenöl, Koriander, Petersilie, Salz, Zucker, Pfeffer & Apfelessig.
Nebenher wurde die Hauptspeise gefertigt – Spezialkartoffelbrei und gebackener Camembert…
Dann ging es plötzlich zur Sache: Zwölfzweiundzwanzig – Meister Wickert gab ein Ständchen unter kurioser Regie der netten Gefälligkeitsmoderatorin Ruthchen K.
Was bedeutet es Deutsch zu sein? Gibt es eine nationale Identität? Und was ist Heimat? Bei diesen Themen kennt sich der ehemalige Tagesschausprecher Ulrich Wickert gut aus: Er wurde in Tokyo geboren, wuchs in Heidelberg und Paris auf und war langjähriger Auslandskorrespondent für die ARD. Im Gespräch mit Ruth Kirchner berichtet Wickert über sein neues Buch „Identifiziert euch! Warum wir ein neues Heimatgefühl brauchen“.
Nun konnte ich den blassen Auslandsproblemerklärer und späteren Tagesschauverkünder nie richtig ab.

– Muss hier etwas einschieben!
Vor vielen Jahren konnten sich im Wirtshaus die Volksdrogenjunkies ihrer lästigen Literatur entledigen, indem sie Bücher auf dem dortigen Heizkörper stapelten…
Einer damaligen Tradition folgend landeten Hardcorezecher, nach ihrer samstäglichen Einkaufstour, zum kurzen Umtrunk in der Pinte.
Irgendwann lag auch ein Machwerk von U.W. dort. Anlässlich der noch länger zurückliegenden Veröffentlichung, kam mir damals eine SPIEGEL-Rezension vor die Äuglein, folglich lästerte ich an jenem Tag ausgiebig über das eingeschweißte Exemplar.
Der Spender outete sich niemals!
Zuhause lag dann jene Scharte zwischen meinen Einkäufen und ist heutzutage immer noch mit dem Schutzpräservativ versehen…

Unter Deutschsein biete ich in der Headline meines Blog´s etwas Entsprechendes an, was seit Jahrzehnten bereits befolgt wird und ist eigentlich der besonders eingebläute Leitspruch nach dem letzten Krieg für gesamtdeutsche Eingeborenen. Hinzu kam bekanntlich, dass die alliierten Besatzer – welche kurz darauf zu Freunden mutierten, entsprechend ihrer ideologischen Vorstellungen, der Nachkriegsgeneration, ihre demokratische Glückseligkeit oktroyierten. Wobei das 1000 Jahre missbrauchte Heimatfeeling, nebst dem damit verbundenen Patriotismus, schlicht durch den Rost fallen musste.
Was sich, wegen des traditionellen Hanges in westliche Richtung, bei den Trizonesiern als recht einfach gestaltete.
In der SBZ kam man mit dem stalinistischen Frohsinn nicht so gut klar, der sich trotzdem dreifach länger als die Nazizeit halten konnte.
Allerdings gab es eine unsägliche Gemeinsamkeit in beiden deutschen Systemen, der latent vorhandene Kadavergehorsam und die ausgebuffte Spießigkeit. Die Wessis konnte sich schon, zu Zeiten der Restauration ihrer Republik, im uferlosen Konsumrausch mit permanent vorhandenem Ersatz zu scheißen lassen und ganz nebenher beide Untugenden optimal kaschieren. Dies ging im Osten nun gar nicht, dafür erinnere ich mich aber an das pausenlose wehleidige Klagen über den täglichen Unbill!
Schon vergessen?
Die würdelose Überheblichkeit der Mischpoke aus dem Westen, habe ich doch ebenso, bis zu meiner beginnenden Halbstarkenzeit, auch als erstrebenswerte weltmännische Art angehimmelt und die Schnauze gehalten, wegen irgendwann anstehender Bettelbriefe über den Zaun. Glücklicherweise wurde unsere Familie nicht mit billigem No-Name-Scheiß von Schnäppchentischen bedacht!
– Vor aufkommender Wut habe ich mich wieder vergaloppiert, denn es ging ja um Herrn W.
Da jeder für seine Feindbilder selber etwas tun muss, erfolgt hier noch der Link zum Interview. Es soll allerdings niemand erwarten, dass es sich dabei um einen ergiebigen Inhalt von Altersweisheit handelt, im Gegenteil! Der Mann hat auch vergessen, im richtigen Augenblick die Reißleine zuziehen, befindet sich allerdings in sehr guter Gesellschaft mit ebenbürtigen Mumien. Denke dabei kurz an Kolumnen von z. B. von Diepgen & Momper in der BZ. Beide waren doch jahrelang an den Hebeln der Macht, heraus kam irgendwelche belanglose Probierpolitik und heutzutage echauffieren sich beide unbändig als Kompetenzsimulanten. Frau John, ihres Zeichens, Ausländerbeauftragte des Berliner Senats, versuchte sie sich über 20 Jahre in dem Job. Was ist aus dieser Zeit denn bleibend übriggeblieben? Dafür kann man wöchentlich, im TAGESSPIEGEL, hanebüchende untaugliche Altersweisheiten überlesen.
– Mehrheitlich haben Zeitgenossen ja nie gelernt richtig zuzuhören. Hier deshalb eine Bemerkung von grenzenloser Peinlichkeit, welche Frau Kirchner unkommentiert ließ…

Fußnote: „Wer es unternimmt, auf dem Gebiet der Wahrheit und der Erkenntnis als Autorität aufzutreten, scheitert am Gelächter der Götter.“ Albert Einstein

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