Pankow macht Bürger zu Straßensheriffs

Freiwillige sollen per App Falschparker melden
Früher war alles viel besser!
In Ostberlin gab es keine Beamten und im westlichen Teile strich man am Monatsende die Kohle ein, ansonsten vertrieb man sich oft die Zeit mit ausgiebigen Wettkämpfen im Beamtenmikado.
Heute werden staatliche KnechteInnen immer weniger und der Rest muss dafür mehr schubbern.
Aber es existieren in den Amtsstuben immer noch ganz pfiffige Leutchen, durchsetzt mit ehemaligen Arbeiter und Bauern, geprägt durch ihre Zonensozialisation. Deshalb lebt auch die Idee auf, dass man sich an die aufopferungsvolle Arbeit von den vielen ehemaligen Helferchen der Volkspolizei erinnert.
„Wir wollen mit der Zeit gehen und stellen uns für ein innovatives Projekt zur Verfügung“, sagt der fürs Ordnungsamt zuständige Stadtrat Dr(?!) Torsten Kühne (CDU).
Der alerte Christensohn stammt aus Lichtenberg und dort standen in der Nähe von Magdalenen- und Ruschestrasse mal ein Haufen innovativer Objekte und ganze Straßenzüge bevölkerten damals stalinistische Schwert- und Schildträger der Partei der Arbeiterklasse!
Wegen seines Alters war er zumindest während seines Physikstudiums nicht in der FDJ…
Nun kann sich der nördliche Stadtbezirk bereits auf eine längere Tradition berufen, denn von dort kamen bekanntlich Jahrzehnte lang die Vorgaben für das Leben im ersten deutschen Schlaraffenland unter jener Knute der Diktatur des Proletariats. Weil sich in Pankoff der Regierungssitz des zoffjetzonalen Ulbrichtregimes befand. Da kann schon vom damaligen Brauchtum etwas hängengeblieben sein, außerdem ähneln sich moralische Werte und deren Umsetzung bei Christen und Kommunisten mächtig gewaltig!
Allerdings sollte bei der Umsetzung dieser gewaltigen innovativen Operation auch wirklich alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, wenn man bei den Plebse schon an deren latent-dreckigen Untugenden appelliert und sie aus lauter Geldgier zur Denunziation aufruft. Ist doch letztlich sehr langweilig, wenn sich spießige Digitalsheriffs ohne Fangprämie auf ihren Ordnungspirsch begeben sollen. Außerdem müsste das entsprechende Kopfgeld auch noch gestaffelt werden, z. B. nach Autotypen, Parkdauer, schwere der Behinderung anderer Verkehrsteilnehmer auch sollte es einen Unterschied ausmachen ob jemand nur kurz Schrippen einholt oder ganz unmoralisch in einem Puff verschwindet…
Weshalb ausgerechnet Lichtenbergs Ordnungsstadtrat Andreas Prüfer (Linke) nichts von „Straßensheriffs“ hält und woher seine „persönliche Abneigung gegen Hilfssheriffs“ herrührt, kann ich nicht nachvollziehen.
Beim Charlottendorfer Ordnungsstadtrat Marc Schulte (SPD) scheint es andere Gründe zuhaben, mir kommt es lediglich so vor, dass er bereits mit prognostisch geplantem Wahlkampfgeplänkel hausieren geht, schließlich scheint er schon seit längerer Zeit an künftigen Seilschaften zu häkeln, wegen irgendwann mal anstehender höherer Weihen.
Weshalb in Lichtenberg der „Maerker“ bisher kaum angenommen wird, ist doch klar wie Kloßbrühe. Wer von den dort weitverbreiteten Roten Zecken auf dem Altenteil besitzt schon eine Kommunikationsprothese zum Fotofieren? Außerdem haben bestimmt viele keinen großen Trieb mit dem neuen Regime zu kollaborieren, dass sie auch lieber dezent anrufen scheint auch ein Relikt aus alten Tagen zu sein oder sie beobachten noch aus Gewohnheit heimlich und scheißen anderer lieber anonym an…

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