Joe Cocker – diese stimmengewaltige Heulboje aus Sheffield geht nun auch nicht mehr einkaufen

Joe Cocker und Shane MacGowan sind die beiden einzigen Sänger, denen ich sogar mehrfach verzieh, wenn sie mich wegen exzessiven Suffs haben hängen lassen…
Hatte nach 1969 ein Weilchen gedauert, bis ich es verdaut hatte, dass der Kerl mit seiner Reibeisenstimme ausgerechnet ein Liedchen von Ringo Starr in ungeahnte Höhen pushte und damit solchen Erfolg einfuhr. Eigentlich war es mir dann doch bald scheißegal, von wem der gecoverte Song stammte. Möglicherweise hing meine versöhnliche Art mit dem infernalischen Schrei zwischendrin zusammen.
Später fand sich Cockers Variante obligatorisch auf jedem Tonband oder den Audio-Cassetten wieder, die von mir, für irgendwelche Feten in stundenlanger Muddelei entstanden, ob für jüngere Leute oder Mumien…
Jedenfalls kam “With a Little Help from my Friends” immer nach einem längeren Set mit Dosenöffnern, z. B: When a Man Loves a Woman, A Whiter Shade of Pale, Lady in Black usw. Hockte ich dann auch noch an den Reglern, wurden bei jenem diabolischen Schrei alle Register bis zum Anschlag hochgezogen und fast alle plumpsten in dem Moment auf den Boden der Tatsachen zurück…
Zwei Sachen möchte ich im Zusammenhang mit dem gelernten Gas-Wasser-Scheiße-Monteur und späteren Sänger noch ablassen.
Erstens: Außerdem sorgten bei seinen Konzerten attraktiven Background-Sängerinnen immer noch für einen zusätzlichen Augenschmaus.
Zweitens: Joe gehörte mit seinen Auftritten zu der weltweit agierenden Riege von Popmusikern, die viele Jahrzehnte wirklich etwas für die Völkerverständigung taten!
Abgesehen von dem Kollateralschaden, der sich kurz nach Woodstock ereignete, als Rocker einen Schwarzen abstachen – der weiße Täter bekam damals bestimmt nur ein paar Tage Arrest.
Nun traf ja Cocker Udo Jürgens! Man wird es nie erfahren, ob er sich im Nirwana irgendwann mit ihm kurzschließt um wenigstens dort mal ein Lied von ihm zu covern, dann voller Inbrunst natürlich seinen animalischen Schrei mit einbaut!
Bei „Griechischer Wein“ kann ich es mir nicht so richtig vorstellen, „Aber bitte mit Sahne“ schon eher, da bleibt eigentlich nur „Siebzehn Jahr, blondes Haar“ übrig…

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