Orkanchen „Herwart“ – egal wie Stürme auch benannt werden, sie sind “eigentlich” ganz normale Wettererphänomene in unserer Klimazone!

Berlin vom Bahn-Fernverkehr abgeschnitten
Heute mal wieder die rbb-Abendschau reingezogen und gleich anschließend den Dünnschiss des allabendlichen 20-Uhr-Dummschnacks der ARD weiter rieseln lassen. Auf beiden Programme holten sich Moderatoren nebst der aushäusigen Knechte, auf den Schlachtfeldern ganz gewöhnlicher Herbststürme, verbal einen runter. Inzwischen ist bei solcherart Berichterstattung kein großer Unterschied mehr zuerkennen, ob die Hanseln von irgendeinem Attentat oder den mörderischen Aktionen beliebiger Milizen berichten.
Da wird wegen eines Stürmchens, der mit 120 km/h über die Pampa mäandert, so ein nerviger Aufriss veranstaltet, als ob es hier niemals Orkane mit ganz anderen Geschwindigkeiten gab. Auf der einen Seite bauen die Medienheinze*Innen ja auf die Vergesslichkeit ihrer Fans, nebenher fällt aber eine entscheidende Kleinigkeit total unter den Tisch, an deren Peinlichkeit nicht erinnert wird. Jahrzehnte lang gaben Nieten in Nadelstreifen aus Politik und Wirtschaft die Vorgaben, wider jeglicher physikalischer Begebenheiten und dabei interessierten sich jene Flachzangen auch nicht für die extrem schnell veränderten klimatischen Bedingungen. Unterm Strich hat auch der letzte Abgänger eines Schwachstromkollegs längst begriffen, dass der Umsetzung eines unendlichen Geschwindigkeitsrausches enge Grenzen gesetzt sind. Die trotz weiterlaufender Technik-Hurereien schon längst überschritten wurden, weil man eine rasant zunehmende Anfälligkeit des entsprechenden Equipments immer noch ignoriert. Wenn Energie von Oberleitungen bezogen werden soll, müssen natürlich entsprechende Vorkehrungen getroffen werden, dazu gehören zwingend 100 Meter breite baumfreie Schneisen! Dies erübrigt sich natürlich bei Bahnstrecken und Highways, wenn sie irgendwo tausende Kilometer in gemäßigt frostfreien Klimazonen durch Steppen laufen. Denn Kälte, Raureif, extremen Frost und 50 Grad Celsius im Schatten, mögen Freileitungen nämlich ebenso wenig!
Jetzt kommt es neuerlich, Hans Grimm lässt grüßen, WIR sind halt ein Volk ohne Raum.
Sowieso lustig, da werden Atomkraftwerke eingemottet, bereits morgen müssen alle Kohlekraftwerke stillgelegt werden und übermorgen sollen sämtliche Straßenfahrzeuge nur noch mit Elektroenergie fahren, der Gedanke daran ist cool.
Man munkelt bereits, dass Paten für Windräder gesucht werden…
Hinzu kommt noch, mal sehen, wer den momentanen Witzbold von Verkehrsminister in der Zukunft toppen darf.
Erinnere an den Orkan Quimburga, der raste vom 13. zum 14. November von Holland nach Königsberg. Unser Bus war der vorletzte, der noch ins Dorf fuhr, anschließend wollten wir in meinen Geburtstag rein saufen. Gegen zehn schmiss uns der Kneipier aus der Bude, außerdem mussten einige anderthalb Kilometer in die Westwinddrift heimwärts laufen…
Kurz darauf wehte es auf der anderen Straßenseite, gegenüber der Kneipe, die große Traglufthalle weg, sie glitt dann weiter über die Häuser nördlich der Hauptstraße. Von dem damit verbundenen nächtlichen Krach bekamen wir nichts mit. Nächsten Morgen ward es bereits etwas ruhiger geworden. In den Wäldern parallel zur Landstraße, erinnerten massenhaft Kiefern, die nicht entwurzelt waren, in zwei/drei Meter Höhe an Rasierpinsel wegen der Zersplitterung an den Bruchstellen. Mehrere Tage gab es kein Strom und für die Kolchose suchten sie dringend Leute zum Melken der brüllenden Kühe in den Ställen. Wollte mich erst melden, hatte darin zwar ansatzweise praktische Erfahrung, tat es hernach aber doch nicht. Blöde, wenn die Rindviecher ein nicht kennen, außerdem ist es etwas ganz anderes, ihnen nur kurz die Milchdrüsen zu reinigen und dann Melkbecher über die Zitzen des Euters zu stülpen. Länger als zwei Stunden hätte ich das Handmelken sowieso nicht ausgehalten, anschließend mehrere Tage Schmerzen, wie bei gichtigen Händen gehabt.
Wir fuhren schließlich mit dem Schulbus nach Tangermünde, gegen halb acht sah es in der Stadt noch vollkommen chaotisch aus. Auf der riesigen Dachfläche von St. Stephan befand sich kein Ziegel mehr. Nun sah die gewaltige Dachkonstruktion doch etwas anders aus, als vor einem halben Jahr, da durchstreifte ich im Rahmen einer Rüstzeit die gesamte Kirche.
Sämtliche Straßen erinnerten mich an Bitterfeld 1968, unsere Kompanie wurde zu Aufräumungsarbeiten im EKB abkommandiert, allerdings glitzerte es wesentlich mehr, wegen der fast vollständig zerstörten Fenster im Ort…

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