Berlin, Hurfürstenstraße im Tiergarten

Am Sonntag trudelten zwei Transitschlafgäste bei uns ein, da sie nach ihrer Ankunft etwas spachteln wollten, ging es Richtung Prager Platz, zum Ausklang vom „Fest der Nationen“. Früher, unter Obhut der Britischen Besatzungsschutzmacht gab es noch was her – heute decke ich den Mantel des Schweigens drüber. Uns wurden die Sitzgelegenheiten unter dem Arsch weggezogen. „Punkt 22 Uhr müssen alle hier verschwunden sein, sonst hagelt es Strafgelder vom Amt.“
So bekamen wir noch zwei Stücke von Manfred Maurenbrecher mit, der im „Cafe´ Einstein“ zu einer Lesung aufspielte. Es ist immer wieder eine Freude für uns, dieses Berliner Lyrikfossil an den Tasten zu erleben. Letztens erfuhren wir sogar eine Steigerung, er trat mit Band in einer Lichterfelder Kirche auf.
Anschließend verabredete sich unser Trupp in der Nähe seines Spielortes, zum Mümmeln in einer Kneipe. Sechs Leute, vier Raucher drunter, immer raus zum Qualmen. Wenn man dies nicht im eigenen Rudel tätigt, wird man ewig von Leidensgenossen angequatscht mit so sinnlosem Scheiß, wie es Hundebesitzer drauf haben. Kotzt mich manchmal mächtig an.
Einmal verpasste ich den Anschluss, war etwas länger meinen Hamster melken – dauert im Alter unter Umständen halt etwas länger, setzte mich anschließend zu den beiden verbliebenen Herren. Als die Damen zurückkehrten, fiel mir ein, dass ich ja eigentlich auch rauchen wollte, also raus.
In diesen zweieinhalb Stunden registrierten alle Raucher die Geschäftigkeit einer jungen Dame, 50 Meter weiter, am Straßenrand. Sie war unserem Besuch und mir schon auf dem Weg zum „Einstein“ aufgefallen, als wir an ihr vorbei schlamperten. Sehr hübsch anzusehen, ein richtiges Covergirl, wie man sie bestimmt auf Photo in Spinden der bewaffneten Ausflügler in Afghanistan findet, so als heimliche Erleichterungshilfe…
Frau K. aus P. (diese gschamichten Katholen) erkundigte sich neugierig nach den anstehenden Modalitäten dieser Dienstleisterin, konnte ihr aber, was den Straßenstrich angeht, keine Auskünfte erteilen.
Da man als Raucher etwas gegen die anstehende Isolation tun muss, kam mir die Idee, jener Spermatherapeutin eins ihrer süßen Ohren anzuknabbern. Ihre schicken Klamotten stammten auf keinen Fall vom Schnäppchen-Wühltisch des weltbekannten Modehauses Charme & Anmut. (es gibt ja Leute, die nennen diese Volksboutique auch Cheap & Awful).
Überall konnte sie als Modepuppe durchgehen. Hinzu kam, ihr bezauberndes Antlitz glich nicht so einer leeren Larve, wie ich das immer bei den hoch dotierten Models der Modebranche empfinde. Mir gefällt in diesem Metier nur jene Braut, die sich vor lauter Lebenslust auch schon mal handgreiflich mit Sky-Marshalls anlegte.
Die (mächtig) gewaltigen Milchdrüsen der jungen Frau, strahlten mich als sehr geschmackvoll drapiertes Tittenbukett an. (das Bundesmerkel könnte sich da noch Tricks abschauen.)
Wow, 280 Oi für 60 Minuten, ist ein stolzer Kurs. Mir wurde in diesem Moment schlagartig klar, wieso jener Reklamefuzzi auf den Spruch kam: „Geiz macht geil!“ Schockiert von der hohen Summe, legte er bei sich selbst Hand an. Schließlich muss Mann nicht unbedingt tatenlos sein, wenn er seine Hände in den Schoß legt, was auch mit kleinen Vorzügen behaftet ist. Es lässt sich dabei die Größe variabel einstellen, und ohne großen körperlichen Einsatz die Schlagzahl ins unermessliche steigern. Schon zu Minnezeiten ließen verschmähte Liebhaber zur Laute ab: „Es lebe die Onanie, sie stärkt das Hemd und schwächt die Knie…“ Einen großer Vorteil der Bumserei sollte man nicht unterschätzen, man kann dabei ein Haufen neue Leute kennen lernen. Das können viele heute gar nicht mehr nachvollzien. Wenn ich zurückdenke (ja,ja), wir hatten in der Zone zwar beschissenen Dope, aber dafür gab es kein HIV…
„Geiz macht geil!“ schien für Werbezwecke in der Elektrokleingrätebranche aber doch nicht geeignet. So wurde daraus schlicht: “Geiz ist geil!“ Was ich persönlich bescheuert finde, denn billig gekauft, ist zweimal gekauft.
Die attraktive Liebesdienerin (auch so ein saublöder Begriff) spulte dann ihren Servicekatalog runter, mit eingeflochtenen Verständnisfragen, gleichwohl ersprießlicher als ein geschulter Treppenterrier von den Bibelforschern.
Es stellte sich heraus, dass auch etwas für den schmalen Geldbeutel dabei war, sogar für Tiefgaragenerotiker. Rollende Vehikel hatten es schon immer an sich, was mich dabei wundert, dass es noch keine amerikanische Erhebung gibt, wie viel Ableger in Autos angerührt wurden.
Eine Nostalgienummer des neuzeitlichen Kamasutras aus den 50er Jahren, lässt sich mit der heutigen Innenausstattung von Kleinwagen nicht mehr veranstalten, der „Schlaufenfick“ im Kugelporsche. Da sind die Jüngeren wieder angeschissen, denn ich werde diese leicht akrobatische Form, des „Liebemachens“, hier nicht erklären.
Gott noch mal, würde sich Helga Goetze jetzt wieder echauffieren, über den eben von mir benutzten, politisch korrekten Begriff für „ficken“. Recht hätte ich ihr gegeben…

2 Gedanken zu „Berlin, Hurfürstenstraße im Tiergarten

  1. eDe

    ich wette um eine flasche gehacktes. Dein daddy, als rock´n roll-wirtschaftswunderkind weiß unter garantie, was damit gemeint ist.

  2. Micha

    Gut, ich muß jetzt auch meinen Kommentar hier hin onanierien. Geile Reportage, LSD: Love Sex Dreams. Vonwegen Geiz und gesellschaftlich-politisch im Zusammenhang mit der Größe der eigenen Eier, des Geldbeutels bzw. der benötigten Automarke. Aber Schaufenfick, was ist das?

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