Kategorie-Archiv: HUNDESCHEISSHAUFEN

in Berlin erinnern manchmal an Sachertorten / Geschichten aus den Coca-Cola-Sektoren und j.w.d.

Yüksel Effendi – erlebt ´78 – notiert´84

Fußnote 1: Yüksel Effendi
Fußnote 2: In jener Zeit fand auch mal eine Gesamtbetriebsratsversammlung statt, mit Abordnungen aus dem Stammwerk in Hessen, den Niederlassungen und dem ganz großen Schefff, Herrn Dr. Schwarz-Schilling.
– Muss aber noch etwas einfügen.
In der Nachbarabteilung schubberte ein junger Türke, Anfang der 20er. Ein gutaussehender, sehr sympathischer Durchblicker aus Neukölln, mit finsterstem Berliner Idiom auf seiner Zunge.
Hauptschulabbrecher, in der Firma das absolute Arbeitstier, was ihm nicht nur Pluspunkte einbrachte.
Nebenbei hatte ihn auch der Hadschi aus der Pastiererei auf dem Kieker, wegen seiner Hobbys.
Unser junger Freund liebte riesige amerikanische Schlitten und blonde Mädels. In jeder freien Minute schraubte er entweder am kalten Metall oder am warmen Fleisch.
Einem türkischen Kollegen der IG-Metall war er mal aufgefallen. Jener sprach ihn an, ob er nicht Lust hätte sich weiter zu qualifizieren, um in der Perspektive als Dolmetscher zu arbeiten. Begeistert gab er vor Ablauf einer Bedenkzeit seine Zustimmung.
Fast unannehmbar war allerdings die Preisgabe seiner geliebten Straßenkreuzer.
Letztendlich erfolgte der Verzicht einer Gewerkschafterkarriere nach Beendigung jener großen Versammlung.
– Vorn an den Tischen umrahmten Gesamtbetriebsrat, Gewerkschafter aus Büdingen, Berlin, der Niederlassung und von der IG-Metall-Hauptgeschäftsstelle den große Geschäftsführer Dr. Christian Schwarz-Schilling.
An jenem Tag existierte sogar ein Simultandolmetscher für die türkischen Kollegen, ein junger Spund mit recht großer Klappe.
Nach dem üblichen Einleitungsgesülze las unser Betriebsratsvorsitzende den Rechenschaftsbericht vor, auf ein Zeichen hin sollte der Dolmetscher immer das Gesagte kurz zusammenfassen, als aus der Zuschauermenge ein Yugo rief, „Kollega, kannst du nicht sprechen deutsch?“
Was bis auf wenige Lacher, fast niemand registrierte.
In den hinteren Reihen machte sich langsam kichern breit, Auslöser dafür war meine Wenigkeit. Aus der Pudelmütze und zwei Kronkorken hatte ich ein Objekt gebastelt, was synchron die Mimik der Redner wiedergab.
Auf ein Nicken hin sollte die Übersetzung beginnen. Wie im Theater beim verpassten Stichwort, wurden die entsprechenden Kopfbewegungen heftiger.
Bis jemand den Dolmetscher heftig anstieß, „Kollege, du bist dran!“
Der stand auf, dabei hilflos in die Runde schauend, „was soll ich eigentlich Übersetzen? Ich habe kein einziger Wort verstanden, welche Sprache spricht dieser Kollege überhaupt?“
Dröhnend lachten die anwesenden Deutschen auf, bis schließlich alle wieherten.
Redner und Dolmetscher nahmen recht verunsichert, mit hochroten Köpfen, wieder ihre Plätze ein. Wobei der junge Türke absolut nichts raffte, sollte er nun wütend den Raum verlassen oder laut heulen, er bezog dieses Tohuwabohu einzig auf sich.
Als Schwarz-Schilling sich langsam erhob, natürlich mit lachender Mine, kehrte wieder Ruhe ein. Bis zu dem Zeitpunkt, als der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende zum Dolmetscher gewandt, ihm erklärte, was es mit der Sprache des Hauptredners auf sich hatte. Der war durch die Kriegswirren in Berlin gelandet, sprach aber 30 Jahren später immer noch seinen absolut zerknautschten sächsischen Dialekt aus Kindheitstagen…

Telefongeschichten <> G-Punkt ist besser als T-Punkt

Diese Geschichte handelt im weitesten Sinne von einem weit über hundertfünfzig Jahre alten Kommunikationsgerät, was in dieser Form auf unserem Planeten im Aussterben begriffen ist, nämlich dem guten althergebrachten analogen Telefon, die Geschichte darüber beginnt im tiefsten Urschleim.
– Als Kind wuchs ich in einem Haushalt auf, zu dem eine Anbindung an die große weite Welt gehörte, meine Großeltern nannten ein – noch aus Friedenszeiten – stam­mendes Telefon ihr Eigen. Was manchmal mehr Last als Freude darstellte, für unsere Familie oder den beiden bäuerlichen Nachbargehöften. Auf der anderen Sei­te in einer Mangelgesellschaft auch mit sehr vielen Vorteilen behaftet war, besonders für meine Schwester und mich, wenn wir den einen oder anderen Anwohner rasch benach­richtigen mussten.
Wir Kinder durften dieses kleine schwarze Wunderwerk nie selbstständig benutzen, auf der anderen Seite gab es in meiner Schulklasse sowieso fast niemand mit einem solchen Teil daheim. Weiterlesen

FALK-ATLAS P/10 – Sommer 82

Es soll ja Leute geben, die bei den Namen Langhans und Schadow fast einen Orgasmus bekommen und mit verklärtem Blick dann sofort an das Brandenbur­ger Tor denken.

Mag sein, mir kamen aber solche Gefühle nie auf. Zwar fand ich als Kind dieses Teil auch gewaltig, aber schon als Halbstarker sah ich es unter einem ganz ande­ren Aspekt, wobei ich die Leistung beider Männer in keiner Weise schmälern möchte.

Berlin wäre fast ein Nichts ohne dieses monströse Ding, was einfach so rum steht, zum Durchfahren oder Durchlatschen.

Dieses gewaltige Portal ist für mich immer ein Symbol merkwürdigster Manifestation von Macht gewesen. Bei der Vorstellung, dass Hunderttausende in schnieker Militärkluft dort freudig durchmarschierten auf dem Weg zu Schlachtfelder in der ganzen Welt, es anschließend nie wieder sahen, da wird mir immer ganz anders.

Gott sei Dank, ging dieses zweifelhafte Privileg, irgendwo als uniformierter Tourist auf Jagd zu gehen, schlicht an mir vorüber. Weiterlesen

NÄCHTLICHER VERSUCH EINER ENTSORGUNG – Sommer ’80

Vor vielen Jahren, Anfang der 80er, als mein alter Kumpel Yogi noch aktiv seinem Broterwerb bei der BVG – Fahrbereitschaft nachging, ergab es sich, dass er alle paar Monate Klimbim aus dem Firmenfundbüro, welches die dortigen Kollegen nach einer Wartefrist als nicht versteigerungswürdig hielten, in die Müllverbrennung transportierte. Als ich dies erfuhr, kam er anschließend bei mehreren dieser Touren bei mir vorbei. Etliche Kubikmeter dieser Fundgegenstände landeten so in meinem sehr großen Keller und anschließend auf Flohmärkten.
Hunderte von Koffern, Taschen, Geldkatzen, Brieftaschen, Regenschirmen, jegliche Art von Textilien, unterschiedlichster Schuhe u.s.w. , nebenbei auch haufenweise Vibratoren mannigfaltigster Form und Farbe, genauso Dessous.
Da machte beim Verkauf Kleinvieh richtig Mist.
Verwunderung kam mir auf, über die Unmengen an Kühlschränken, alten Glotzen, Möbeln und Ma­tratzen, die oft die größten Mengen auf dem LKW ausmachten.
„Ganz einfach, es ist für viele Mitbürger die billigste Form der Entsorgung von Sperrmüll.“
Dies wiederum fand ich sehr witzig. Bei meiner kleinbürgerlichen Sperre wäre ich nie auf diese Idee gekommen. Allerdings gab es schon was her, besser als den ganzen Scheiß einfach auf die Straße zu stellen. Bei den BVG-Fahrpreisen müsste dieser Service eigentlich mit drin sein…
Auf einer Fete ergab es sich, dass ich dieses Problem mal zum Besten gab, die Runde schien arg belustigt.
Wenig später schilderte ein Bekannter in fröhlicher Kifferrunde den Versuch der Entsorgung seiner alten Glotze, nach meinem damals erfolgten Bericht. Die leider etwas anders verlief, als es sich die beiden Umweltsauen vorstellten.
Auch etwas bürgerlich ge’schamicht, sollte die Aktion im Dunkeln steigen. Von Nutzen schien die Tatsache, dass einer sowieso mit letzter U-Bahn in Richtung Herrmannplatz wollte. Vorher wurde noch ein Hörnchen, mit Gras und Lachtürken eingepickt. Dann machte man sich ans Werk. Bei dem zu entsorgenden Corpus delicti handelte es sich um eine riesige, sauschwere Schwarz/Weiß-Glotze aus den Endsechzigern. Die Maßnahme sollte eigentlich schon nach den zwei Etagen vom Hinterhaus auf die Straße abgebrochen werden. Da nun das schwierigste erledigt schien, waren die paar hundert Meter von der Ecke Fechnerstraße, die Sigmaringer runter ein Stück Brandenburgische doch nur ein Klacks. Wer Wilmersdorf etwas kennt, wird sich vorstellen können, wie es schallte in den leergefegten Straßenschluchten, als zwei voll gedröhnte, ewig lachende Typen weit nach Mitternacht versuchten, ein verdammt unhandliches Teil zu hucken. Während einer längeren Rast auf halber Strecke, wurde ernstlich die Gegend abgeleuchtet, denn das elektronische Gerät schien mittlerweile Zentner zu wiegen. Oh, Gott diese verlockenden Möglichkeiten, dieses Teil unauffällig verschwinden zu lassen. Da bot sich in unmittelbarer Nähe die riesige Garage unterhalb der dortigen Turnhalle an, oder der mit Sträuchern umwachsene Kinderspielplatz gleich anschließend. Nix, es musste zu Ende gebracht werden. Als nächste Rast wurde die Ecke Gasteiner/Brandenburgische auserkoren. Kaum vor dem Gesundheitsamt entspannt auf einer Bank sitzend, die Hufen auf dem unförmigen Möbel ausgestreckt, als zwei jung/dynamische Herren erschienen, die für den Anfang verdammt viel Fragen auf einmal abließen – Warum zu nächtlicher Stunde so ein Krach veranstaltet würde, woher der Fernseher stammte, wohin er sollte und schließlich, na zeigen sie doch mal ihre Personalausweise!
Erst wurde noch etwas gefrotzelt, aber nachdem einer der neugierigen Herren mit einem Dienstausweis rumfuchtelte, war ruckartig Schluss mit lustig, denn keiner konnte die verlangten Papiere vorweisen. Nun wurde von den Zivis in Erwägung gezogen, eine Grüne Minna zu ordern zwecks Überprüfung der Personalien, dies konnte aber abgebogen werden. Man einigte sich, dass ein Kollege mit in die Fechnerstraße ging, um zu überprüfen, ob die mündlichen Angaben stimmten, außerdem sich dort ein Ausweis befand. Die anderen beiden machten es sich derweil auf der Parkbank bequem.
Alles regelte sich kürzester Zeit, der Gendarm wurden im Flur sogar auf die Abdrücke der Glotze im Teppichboden hingewiesen.
Wieder retour, verabschiedeten sich die Zivilen, stiegen in ihr Auto und weg waren sie, allerdings die letzte U-Bahn ebenso. Nun schien guter Rat aber teuer, fluchend ging es zurück und man parkte das Kommunikationsmöbel bis zum nächsten Morgen gleich hinter der Eingangstür im Vorderhaus. Anschließend gings für den Rest der Nacht ins „Flöz“, das war der Laden von Franz de Brüll.
Kurz nach dem Aufstehen, am frühen Nachmittag, stellte mein Nachbar fest, dass irgend so ein Schwein die Glotze geklaut hatte.

IN DER GOLDENEN STADT – Ostern ’79

23. Oktober 1975 – ein schicksalhafter Tag, nicht nur für mich, am 52. Geburtstag der Mutter meiner Schwester, begann mein zweites Leben auf der anderen Seite vom Zaun.

Es war mir nie möglich mit ihr über Probleme, die uns beide betrafen, zu spre­chen. Es gab Zeiten, da hätte es mich interessiert, was in ihr vorgegangen war, als ihre Genossen sie mit 51 Jahren in die Wüste schickten. Mir war, dass sie sich bereits lange Zeit etwas vormachte, schon als wir Kinder noch feucht hinter den Ohren waren. Mich traf es dabei am schlimmsten, denn ich schien von ihr auser­koren, stellvertretend, ihre niemals verwirklichten Träume zu realisieren und dies in einer Welt, wo sie Mauern aus Lügen, nicht nur um ihre Kinder baute.

(Pech für mich, dass mein Erzeuger, 1994, schier in der Woche das Zeitliche seg­nete, als ich noch etwas halbherzig begann, ihn ausfindig zu machen. Allerdings ist es dieser Tatsache zu verdanken, dass ich überhaupt von seinem Tod erfuhr. Anschließend musste ich, nach der Sichtung von Unmengen seiner akribisch ge­sammelten Papiere, feststellen, dass nichts auch nur annähernd den Angaben entsprach, die seine Geschiedene über Ihren Ex uns gegenüber verlauten ließ. Der Mann entpuppte sich schlicht als das ganze Gegenteil von dem, was mir berichtet wurde. In meinen minimalen Erinnerungen war er abgrundtief schlecht.) Weiterlesen

COCAINE-TIMUR UND SEIN TRUPP – ’78

Natürlich wurde am Biertisch auch darüber spekuliert, wie man schnell eine dicke Ma­rie machen könnte, um anschließend für immer in die Karibik zu verduften – Licht, Luft, Sonne, Käthen und das beste Gras wo gibt.
Was aber, wenn man bürgerlich gehandicapt ist?
Irgendwann gehen einem diese eckigen Seifenblasen mächtig auf den Keks.
Trotzdem tauchte immer mal wieder jemand auf, für den es ein Bedürfnis schien, uns zu langweilen, um sich dabei verbal einen runterzuholen. Jene Nervensäge spielte damals ein junger Typ, ebenfalls aus Ostberlin, sein Lebenslauf glich Bummis, nur schien er besser drauf. Eines Tages kam er ganz aufgeregt an unseren Tisch, gab zum Besten, dass ihn ein älterer Herr für eine Woche nach Thailand einlud. Schien nichts Ungewöhnliches zu sein. Klar, konnte ja schließlich jedem passieren.
Von Achim kam nur: „Entweder du bist jetzt auch für die Frauen­welt verloren, oder dein netter Herr weist dich als Kurier für harten Dope ein. Na dann viel Spaß!“
Richtig wütend verschwand unser reiselustiger Genosse.
Hier möchte ich alles arg verkürzen.
Er kam braungebrannt retour, um ein paar Wochen später wieder gemeinsam nach Bangkok zu jetten. „Und Leute – nix mit schwul und so.“
„Dann das andere!“
„Ihr Idioten seid doch nur neidisch…“
Diese geschwätzige Flachzange stand vor seinem letzten Trip nochmals im Zil­lemarkt auf der Matte, „Ätsch – ihr Blödmaxen, ich mache jetzt eine Reise über Thailand quer durch die USA. Ich werde euch schreiben!“
Mittlerweile schon ein weit gereister Weltmensch, flog unser Traveller allein von Bangkok über San Francisco nach New York. In NYC wurde er gefragt, ob er einen kleinen Lederkoffer für den netten spendablen Herrn mitnehmen könne, den selbiger, welch Pech, leider ein paar Tage vorher vergaß. Natürlich konnte er.
Ihn übermannten in der Situation sicher Erinnerungen aus Kindheitstagen. Denn als Ableger roter Zecken schien er bestens mit „Timur und sein Trupp“ vertraut. Kernaussage jenes Bolschewiken-Bestseller für Heranwachsende: Jeden Tag eine gute Tat. Warum soll­te er da nicht seinem Reisesponsor einen Gefallen tun?
In Frankfurt wurde unser Spezie hopp genommen, mit von der Partie waren sei­ne beiden Sitznachbarn aus dem Flieger. Als unbedarfter Drogenkurier und guter Pionier bekam er nur vier Jahre aufgebrummt. Allerdings war die Angelegenheit noch mit einem kleinen Haken behaftet, denn er stand wegen jener Gefälligkeit beim deutschen Zoll mit 280 000 DM in Kreide, für illegal eingeführten Koks.
Ein dreiviertel Jahr später.
Mit Freunden lungerte ich in Europas größter Diskothek dem „Sound“ rum. Plötzlich stand Achim aufgeregt neben mir: „Alter, wir haben eben unseren weit gereisten Freund getroffen, der eigentlich noch in Tegel hängen müsste. Der meinte nur, als ich ihn anquatschte, dies wäre eine Verwechselung, allerdings verdünnisierte er sich daraufhin verdammt schnell.“
Tja, es gibt Leute, die versuchen nie, über ihren Schatten zu springen.
Da schien er doch schon wieder jemandem einen Gefallen zu tun, aber einen, der tödlich ausgehen konnte. Wir nahmen an, dass unser Timur nun für den Trupp des Rauschgiftdezernats auf den Strich ging.

EIN ZENTNER KNETE – ’78

Bummi kam aus einem Stall mit DDR-spezifischen Edelkommunisten als Eltern. Aber nach dem, was eigentlich so Vater- und Muttertier ausmachten, hätte man beide not­schlachten sollen.

Kaum das Abi in der Tasche, versuchte er sofort, sich über Ungarn nach Öster­reich zu verflüchtigen. Es blieb aber nur bei dem Versuch. Ähnlich wie bei mir, en­dete der Wandertag am Draht, da ihm die Ohren und Nase eines Deutschen Schäferhundes dazwischenkamen.

Nach seinem Urlaub im ungarischen Staatsgefängnis bastelten die Genossen in Hohenschönhausen monatelang herum, bis sie für diesen Trip eine Belohnung von 4 Jahren zusammen bekamen. Da zählte sogar strafverschärfend, dass er sich in seinen letzten Schulferien „den Zugriffen der staatlichen Organe der Dä Dä ÄR“ entziehen wollte. Anschließend hieß es bis zum letzten Tag, den “ humanistischen Strafvollzug“ in Brandenburg genießen. Weiterlesen

WEMBLEY – Frühjahr ’77

Zur Erinnerung, um 1974 im Osten, dem ersten Schlaraffenland aller Arbeiter und Bauern auf deutschen Boden, bei 21 Tagen Grundurlaub, drei Wochen Urlaub zu machen, wurden die sowieso arbeitsfreien Samstage hinzugerechnet.

Drei Jahre später, nun bereits ein Jahr in der berühmten Firma Sonnenschein, im tiefsten Sumpf des Kapitalismus und deren, dort herrschenden Wolfsgesetze, gab es mit drei Tagen Erschwernis – 30 Tage zur Regenerierung – was vollen sechs Wochen entsprach. Nun reichte mir diese Zeit für einen Trip auf die immergrüne Insel nicht, ich wollte noch zwei Wochen unbezahlt, was aber nicht machbar schien. Zu eben dieser Zeit gab es allerdings in der Firma Kurzarbeit, dass hieß, täglich musste ein Kollege aus der Abteilung zu Hause bleiben. Nun kam mein listiges Proletenhirn zu dem Ergebnis, für alle Mitarbeiter diese schrecklichen, arbeitslosen Tage zu übernehmen, was täglich zwischen 50 bis 80 Mark Netto weniger in der Lohntüte ausmachten. Mein Vorhaben rief nicht ge­rade Begeisterungsstürme hervor, weder bei der Geschäftsleitung, noch bei den betroffenen Kollegen, vom Betriebsrat ganz zu schweigen. Weiterlesen