Archiv für den Monat: Juni 2008

großartiG verwonneN

Cassius Ballack hat für den Rest der Republik, sein Klappe doch etwas zu voll genommen. Danke Micha!

bild vom Samstag

BILD – deutschlanD, Samstag, 28. VI. MMVIII

Während die Deutsche Nationalmannschaft einen hervorragenden zweiten Platz belegte, wurde das Spanische Nationalteam nur vorletzter.

SpanienBRD

IM GRELLEN SCHEIN DER LAVALAMPE

Wer von den vielen Unwissenden unter uns, nichts mit meinem Hinweis auf Disneys „Fußballspiel der Tiere“ vom vorangegangenen Tag anfangen kann, der sollte sich vom Flackscheinwerferstrahl der Lavalampe – 26.Juno MMVIII – heimleuchten lassen. Dort wird phantasievoller Fußball angeboten. Anarchistisch, vollkommen politisch inkorrekt, ohne irgendeine Unterscheidung, wie etwa nach Rasse, Farbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer und sonstiger Überzeugung, nationaler oder sozialer Herkunft, nach Eigentum, Geburt oder sonstigen Umständen…

Wem dieser letzte Satz, in irgendeinem Zusammenhang bekannt vorkommen sollte, kann ihn sich ja ausdrucken und anschließend seinen Arsch damit abputzen…

 

AHNUNGSLOS INS FINALE GESTOLPERT

Also doch Finale, aber wie!?
Eigentlich hätten die Osmanen den Sieg verdient, so beschissen wie die germanischen Millionäre agierten. Allerdings entspricht ihre Spielweise dem schon länger anhaltenden Zustand unserer Republik. Sich immer irgendwie durchlavieren, mit viel Glück unschlüssig zum Ziel gelangen, unerklärlich wie, aber hinterher Dummschwätzen. Anschließend wird dann jede, noch so peinlich verwonnene Situation, brutal zum Erfolg stilisiert, von Leuten wo man annimmt, die sind in der Lage ein Brot quer zu fressen… Weiterlesen

DAS STADTMAGAZIN MIT DEN DREI BUCHSTABEN

Heute war TIP-Tag. Solch merkwürdigen Publikationen beginne ich immer von rückwärts, es sei, dass mich eine tolle Panikmeldung vom Titelblatt anglotzt, bei Tageszeitungen hört es langsam auf – da ich keine mehr regelmäßig lese.
Diese Macke, Presseerzeugnisse hinten zu beginnen, stammt noch aus meinen letzten Schuljahren in der Zone, wegen der beiden Regionalseiten: Veranstaltungen, Sterbeanzeigen, Polizeiberichte und der Schmus von den einheimischen Volkskorrespondenten. Nach vorn hin nahmen immer die Märchenstunden zu, was ich schon als Halbstarker nicht gebrauchen konnte.
Auf der Rückseite die EMpfehlung für ein hochwertiges Lautsprecher System – Aktivboxen. „Geiz ist Geil!“ – für nur 59,- OI. Ohne die für mich interessanten Angaben über Max. Belastbarkeit (Musik), oder den Frequenzbereich, dafür von der mir unbekannten Firma „CREATIVE“. Die Schrift soll wohl witzig aussehen, kommt mir aber vor, als ob sie in einer Therapiegruppe von Legasthenikern gestylt wurde. Weiterlesen

DER POLITISCHE WITZ IM OSTEN

Teile des Vorwortes sind von Alexander Drozdzynski – „Der politische Witz im Ostblock“, 1974, Droste Verlag, Düsseldorf – abgekupfert.

„…Es gibt keinen Zirkus ohne Clown. So ein Zirkus wäre langweilig. Ein Clown gehört zum Wesen des Zirkus. Es gibt auch keinen politischen Zirkus ohne politische Clowns. Zwar konnte im Laufe der Geschichte so mancher Alleinherrscher auf Minister und Berater verzichten. Aber Hofnarren hielten sich fast alle, wenigstens einen. Und selbst wenn es keinen Hofnarren gab, so wurde diese Lücke durch Satiriker und Spötter aus dem Volk ausgefüllt, die Witze über den Herrscher im Land verbreiteten. Der politische Witz ist so alt wie die Politik selbst. Das ist eine Binsenwahrheit. Aber man sollte trotzdem hier noch einmal daran erinnern. Der Herrscher als Zielscheibe für Witze, der Herrscher als Spottobjekt – das sind ewige Themen der Politik und der Literatur. Der Spott ist eine gefährliche Waffe gegen die Tyrannei. Er liefert den Herrschenden, den Diktator, seiner ganzen Lächerlichkeit aus. Und darum hassten die Herrscher niemanden mehr als ihre Spötter… Weiterlesen

BEISSENDE, STECHENDE und SAUGENDE BIESTER

Wegen dieser kleinen Lebewesen sind mir die kalten Tage wesentlich lieber, allerdings habe ich mir da auch schon saugendes Viehzeug aufgehuckt.
Ich weiß nicht woran es liegt, entert jemand mit einem Flohcontainer die Kneipe, sofort sind diese respektlosen Vierbeiner in meiner Nähe. Nun kann man bei einem Hundebesitzer (laut Gesetzgeber ist der innige Liebling ein Gegenstand) nicht an sein Gewissen appellieren, da ich diese süßen Tiere nicht verstehen würde, will ich ja auch nicht. Herr Gott, sehe ich denn wie ein Hundeflüsterer aus? Weiterlesen

TACH DER DOITSCHEN EINHEIT

Heute jährt sich zum 55sten mal jener merkwürdige Tag, der den meisten Deutschen sowieso immer kalt an ihrem verlängerten Rücken vorbei ging.
Den Wessi interessierte nur die bezahlte freie Zeit, mit der sich oft ein verlängertes Wochenende rausschinden ließ.
Ossis bemerkten in der Regel nur etwas, wenn sie als Angehörige der Organe ihren „verantwortlichen Dienst“ schoben, bei der Truppe galt dann auch erhöhte „Alarmbereitschaft“ und dies drei Tage lang.
Viele meiner Westberliner Bekannten machten an diesem Tag rüber, zum Schoppen, oder in die Museen.
Damals legten Bonner Politiker schon morgens ihre Betroffenheitslarven an, flogen in die ehemalige Reichshauptstadt, defilierten um die Mittagszeit zu irgendeinem Hinkelstein, fummelten dort an den Schleifen eines Kranzes rum, murmelten einige Worte und düsten zurück.
In den tiefsten Kalten Kriegszeiten gingen den Angehörigen des „sowjetzonalen Ulbricht-Regimes“ und deren Nachfolger, diese Zeremonien mächtig auf ihre Nüsse. Was dann jeder Transitreisende sofort zu spüren bekam, mit allen seinen entzückenden Schikanen, die jeden Ritt durch den Korridor so angenehm machten.
Gut, das ist alles Schnee von gestern, aber die Larven sind identisch geblieben…
Dabei bedeutet Traditionspflege – Die Flamme erhalten und nicht die Asche anbeten… Weiterlesen